Asthma

Asthma

Das Asthma bronchiale ist eine chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege mit dauerhaft bestehender Überempfindlichkeit. Bei entsprechend veranlagten Personen führt die Entzündung zu anfallsweiser Luftnot infolge einer Verengung der Atemwege – einer sogenannten Bronchialobstruktion.

Atemwegserkrankungen – 10 Fragen und 10 kurze Antworten

1. Asthma – Der individuelle Anfallsauslöser
Typischerweise handelt es sich hierbei um Allergene, gegenüber denen eine erhöhte Empfindlichkeit besteht (Hund, Katze …). Aber auch andere Unstände können einen Asthmaanfall auslösen: Schwere Erkältungen, starke sportliche Belastung, bestimmte Medikamente oder Nahrungsmittel usw. Kenntnisse über die Umstände, unter denen Anfälle auftreten sind hier hilfreich. Asthma kann damit nicht geheilt werden, wohl aber verbessert.

2. Regelmässig den Arzt aufsuchen
Auch wenn man sich wohl fühlt und keine Beschwerden hat, ist es sinnvoll, 2 – 3 mal im Jahr Kontrollen durchzuführen und eventuell die Medikamente anzupassen (das kann sowohl Erhöhung als auch Verringerung der Dosis bedeuten).

3. Eine saubere Umgebung schaffen
Viele Faktoren lösen zwar nicht unbedingt Anfälle aus, irritieren aber die Atemwege, die bei Asthmakranken chronisch entzündet sind. Demzufolge haben beispielsweise Zigarettenrauch, Haustiere oder starke Duftstoffe in der Wohnung eines Asthmatikers nichts verloren. Besonderes Augenmerk ist auf das Schlafzimmer zu legen. Je „einfacher“ es gestaltet ist, um so weniger Staub und Keime können sich ansammeln. Keine Teppiche, Sofas, Zusatzdecken. Bettbezüge sollten häufig gewaschen werden.

4. Asthmatagebuch & Medikamentencheck
Mit dem Asthmatagebuch behält man den Überblick darüber, wie es einem geht. Welche Medikamente man wann eingenommen hat, welche Situationen den Zustand verbessern bzw. verschlechtern.

Bitte immer vom behandelnden Arzt aufschreiben lassen, welche Medikamente in welchem Stadium einzunehmen sind. Je nach Schweregrad des Asthmas hat man entweder nur eine Bedarfsmedikation (also im Anfall) oder zusätzlich noch andere Medikamente. Den eigenen Status mit Hilfe einfacher Messinstrumente (z.B. Peak-Flow-Meter) einschätzen und entsprechend handeln. Sollte man von einer Asthma-Attacke überrascht werden, und keine Medikation dabei haben, so kann es hilfreich sein, ein bis zwei Tassen starken Kaffee zu trinken. Coffein ist wie Theophyllin (das zur Asthmabehandlung eingesetzt wird) ein sogenanntes Methylxanthin und erweitert die Bronchien.

5. Richtig inhalieren
Die beste Medizin kann nicht helfen, wenn sie nicht richtig eingenommen wird. Dies gilt ganz besonders für Kinder. Untersuchungen zeigen, dass oft versäumt wird, die korrekte Verwendung von Inhalatoren zu erklären. Unter Umständen können Hilfsmittel wie ein Spacer die korrekte Anwendung erleichtern. Pulverinhalatoren machen die Synchronisation zwischen Druck auf die Flasche und Inhalation unnötig, da das Pulver erst durch die Einatmung in Bewegung gesetzt wird.

6. Sport trotz Asthmaerkrankung
Viele Asthmatiker meiden sportliche Aktivitäten aus Angst, einen Anfall auszulösen. Mit Hilfe der richtigen Medikation ist diesem Schrecken aber Einhalt geboten. Wenn nach Sport zumute ist, dann sollte man sich nicht von der Krankheit daran hindern. Unter Umständen verbessert sportliche Aktivität sogar der Zustand. Viele Leistungssportler leiden an Asthma. Viele Asthmatiker schätzen den Schwimmsport. Kurze Trainingsperioden, gefolgt von einer Pause, sind oft besser als eine langfristige Anstrengung.

7. Keine Überforderung
Kann mein Kind bei seinen Freunden übernachten? Darf es auf die Klassenfahrt mitfahren? Diese und andere Fragen betroffener Eltern sind ganz normal und drücken die Besorgnis um ihre kranken Kinder aus. Asthmaanfälle können erschreckende Situationen sein, aber es ist wichtig, im Kopf zu behalten, dass kaum ein Kind an einem Asthmaanfall verstirbt. Die Chance, im Strassenverkehr verletzt zu werden, ist um ein Vielfaches grösser. Bedenken Sie, dass Ihr Kind sich in Anfallssituationen an Ihnen orientiert. Behalten Sie die Ruhe, so wird auch das Kind die Situation nicht als so bedrohlich erleben. Es ist Ihre Aufgabe, für Ihr Kind eine optimale Betreuung zu gewährleisten während es doch gleichzeitig so wichtig ist, die Unbeschwertheit der Kindheit nicht völlig aus den Augen zu verlieren.

8. Asthma & Reisen
Ist die Medikamenteneinstellung gut, gibt es für Asthmapatienten fast keine Einschränkungen, was das Reisen angeht. Sogar Aufenthalte in grossen Höhen stellen im Allgemeinen keine Belastung dar. Sprechen Sie sich vor der Reise mit Ihrem behandelnden Arzt ab, erstellen Sie sich einen Plan, welche Medikamente zusätzlich zu nehmen sind, sollte sich Ihr Zustand verschlechtern. Es ist außerdem hilfreich, sich bereits vor der Abreise über eventuelle Behandlungsmöglichkeiten vor Ort zu informieren. Verpacken Sie ihre Medikamente getrennt vom übrigen Reisegepäck falls Koffer verloren gehen sollten. Versuchen Sie im Voraus Ihre Reise so zu planen, dass Sie keinen bekannten Auslösern eines Anfalls ausgesetzt sind.

9. Erfolgreich zum eigenen Asthmamanager
Orientieren Sie sich an folgenden Kriterien: Sie sind in der Lage, jede gewünschte Aktivität wahrzunehmen. Ihr Nachtschlaf ist im Allgemeinen ungestört. Die Bedarfsmedikation sollte unter Normalbedingungen nicht täglich eingenommen werden müssen. Ihre Lungenfunktion ist im Vergleich zur Ausgangssituation normalisiert oder sogar verbessert. Sollten diese Punkte nicht erfüllt sein, so müssen Sie Ihr Verhalten oder die Medikation ändern. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt. Und als wichtigstes: lernen Sie, Ihr Asthma zu kontrollieren und nicht umgekehrt.

idw 2007/05