Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) ist in Deutschland die elfthäufigste diagnostizierte Krebserkrankung. Informationen und Hintergünde zum Gebärmutterhalskrebs und Infektionen mit Humanen Papillomviren, erhalten Sie in den nachfolgenden kurzen Fragn und Antworten. Früh erkannt, ist Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) gut therapierbar. Mittels HPV-Impfung können Sie der Entstehung größtenteils vorbeugen.

Gebärmutterhalskrebs – 10 Fragen und 10 kurze Antworten

  1. Wie ist die Gebärmutter der Frau aufgebaut?
  2. Welche ist die häufigste Krebserkrankung der Gebärmutter?
  3. Was sind Risikofaktoren für das Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)?
  4. Was sind Risikofaktoren für das Korpuskarzinom?
  5. Was sind Symptome des Zervixkarzinoms?
  6. Was sind Symptome des Korpuskarzinoms?
  7. Wie wird das Zervixkarzinom therapiert?
  8. Wie wird das Korpuskarzinom therapiert?
  9. Kann man sich vor Gebärmutterkrebs schützen?
  10. Wo finden Betroffene Hilfe?

1. Wie ist die Gebärmutter der Frau aufgebaut?
Die Gebärmutter einer nicht-schwangeren Frau ist ein birnenförmiges, etwa 7 cm langes, muskelstarkes Organ, das zwischen Harnblase und Enddarm gelegen ist und mit Hilfe eines Bandapparates im kleinen Becken gehalten wird.

Die Gebärmutter an sich besteht aus drei Segmenten:

  • Gebärmutterkörper (Corpus uteri) mit der Kuppel (Fundus uteri) und den Abgängen der Eileiter
  • Ein kurzes Zwischenstück der Gebärmutter (Isthmus uteri) mit dem inneren Muttermund
  • Gebärmutterhals (Cervix oder Collum uteri), der mit der so genannten Portio in der Scheide mündet. Diese Mündung bezeichnet man als äußeren Muttermund, der zunächst grübchenförmig, nach der ersten Geburt schließlich spaltförmig geformt ist

Zur weiteren Information:
Deutsche Krebsgesellschaft: Anatomie und Funktion der Gebärmutter

2. Welche ist die häufigste Krebserkrankung der Gebärmutter?
Vor 20 Jahren war der Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) bei geschlechtsreifen Frauen etwa dreimal so häufig wie die Krebsform, die den Körper der Gebärmutter befällt (Korpuskarzinom). Mittlerweile erkranken auf Grund der verbesserten Früherkennungsprogramme mehr Frauen an einem Korpus- als an einem Zervixkarzinom. Jährlich erkranken etwa 7000 Frauen zwischen dem 35. und dem 40. sowie zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr am Zervixkarzinom. Außerdem wird es gerade bei jüngeren Frauen wieder häufiger beobachtet. Dabei handelt es ich um Tumore, die einen besonders bösartigen Verlauf zeigen können. Am Korpuskarzinom, nach dem Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung, erkranken jährlich etwa 9600 Frauen zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr.
Zur weiteren Information:Frauenärzte im Netz: Allgemeines und Häufigkeit Gebärmutterhalskrebs
AWMF online: Epidemiologie und Risikofaktoren Korpuskarzinom

3. Was sind Risikofaktoren für das Zervixkarzinom?
Ein wichtiger Faktor, der in direktem Zusammenhang mit dem Erkrankungsrisiko steht, ist das Sexualverhalten: Das Risiko steigt, je früher und regelmäßiger Sexualverkehr aufgenommen wurde.
Auch die Zahl der Geschlechtspartner spielt eine Rolle: Prostituierte erkranken wesentlich häufiger am Zervixkarzinom als Nonnen. Außerdem tritt Gebärmutterhalskrebs in Bevölkerungsschichten mit schlechter Genitalhygiene häufiger auf als bei guter Hygiene oder Zirkumzision des Mannes. Es wird vermutet, dass es einen sexuell übertragbaren Faktor für die Entstehung des Zervixkarzinoms gibt: Eine Infektion mit dem so genannten Humanen-Papilloma-Virus über mehrere Jahre oder Infektionen mit dem Herpes-Virus im Geschlechtstrakt scheinen eine entscheidende Rolle zu spielen. Zusätzlich erhöhen Nikotinabusus und eine hohe Geburtenzahl das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.
Zur weiteren Information: Deutsche Krebsgesellschaft: Ursachen und Risikofaktoren Zervixkarzinom

4. Was sind Risikofaktoren für das Korpuskarzinom?
Das Korpuskarzinom tritt in Zusammenhang mit folgenden Faktoren gehäuft auf:

Langjährige Applikation hoher Östrogendosen, beispielsweise in Form von Verhütungsmitteln oder als Hormonsubstitution bei Wechselsjahrbeschwerden

  • Lange Geschlechtsreife bei früher Menarche und später Menopause
  • Unregelmäßiger Zyklus
  • Geringe Geburtenzahl
  • Hoher sozioökonomischer Status
  • Übergewicht und hohes Lebensalter, da sich im Fettgewebe ungebundene
  • Östrogene anreichern
  • Leberfunktionsstörungen
  • Hormontherapie bei Brustkrebs mit dem so genannten Tamoxifen
  • Bluthochdruck
  • Diabetes

Zur weiteren Information: Deutsche Krebsgesellschaft: Risikofaktoren Endometriumkarzinom (Korpuskarzinom)

5. Was sind Symptome des Zervixkarzioms?
Vorstadien des Gebärmutterhalskrebses weisen in der Regel keine Symptome auf. Sie werden meist zufällig bei gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen entdeckt.
Im Gegensatz dazu verursachen etwa 90% der fortgeschrittenen Zervixkarzinome Krankheitssymptome. Das wichtigste Symptom ist dabei die abnorme Blutung, die als postmenopausale oder als Schmier- oder Zwischenblutung auftreten kann. Auch eine so genannte Kontaktblutung, die durch mechanische Reizung der Tumoroberfläche entsteht, kann vorkommen. Bei weit fortgeschrittenen Tumoren kommt es zu übel riechendem, fleischwasserfarbenem Ausfluss, Schmerzen im Unterleib und Gewichtsverlust.
Zur weiteren Information: Wikipedia: Symptome Zervixkarzinom

6. Was sind Symptome des Korpuskarzinoms?
In vielen Fällen werden Veränderungen und Tumore im Bereich des Gebärmutterkörpers zufällig entdeckt, da sie keine Beschwerden verursachen. Falls Symptome auftreten, ist das häufigste die Blutungsstörung. Sie tritt sowohl bei gut- als auch bösartigen Veränderungen auf. Bei Frauen in der Geschlechtsreife ist eine verstärkte und verlängerte Regelblutung häufig ein Hinweis auf ein Korpuskarzinom. Bei Frauen in der Postmenopause ist etwa ein Drittel der wiederholt auftretenden, unterschiedlich starken Schmierblutungen auf ein Korpuskarzinom zurückzuführen, wobei die Wahrscheinlichkeit für ein Karzinom mit zunehmendem Abstand zur Menopause steigt.
Wichtig ist, dass jede postmenopausale Blutung bis zum Beweis des Gegenteils als verdächtig auf eine Krebserkrankung gilt und entsprechend abgeklärt werden muss.
Zur weiteren Information: Deutsche Krebsgesellschaft: Symptome Gebärmutterkörperkrebs

7. Wie wird das Zervixkarzinom therapiert?
Bei Frühstadien des Zervixkarzinoms ist eine Entfernung der Gebärmutter in der Regel ausreichend. Besteht noch Kinderwunsch, kann auch nur eine umschriebene Entfernung des Tumors aus dem Gebärmutterhals, die so genannte Konisation, versucht werden. Liegt ein weiter fortgeschrittener Tumor vor, muss das Behandlungskonzept dem Einzelfall angepasst werden. Operation und Bestrahlung stehen dabei an erster Stelle. Meistens wird die so genannte Operation nach Wertheim- Meigs durchgeführt, bei der die Gebärmutter mit Scheidenmanschette sowie Lymphknoten aus dem Becken entfernt werden. Eine Strahlentherapie nach der Operation ist dann empfehlenswert, wenn der Tumor nicht vollständig entfernt werden konnte. Komplikationen, die durch den Eingriff an sich entstehen können, sind beispielsweise die Entwicklung von Blasen- Scheiden- Fisteln oder Lymphödemen in den Beinen. Da 75% der Rückfälle in den ersten 3 Jahren gefunden werden, ist vor allem in diesem Zeitraum die Nachsorge mit Metastasensuche von großer Bedeutung, die zunächst alle drei, dann alle sechs Monate durchgeführt wird.
Zur weiteren Information: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Diagnostik und Therapie

8. Wie wird das Korpuskarzinom therapiert?
Bei der Behandlung des Korpuskarzinoms stehen zwei Therapiekonzepte zur Verfügung:

  • Operative Behandlung und eventuelle Nachbestrahlung
  • Primäre Strahlentherapie

Im Unterschied zum Zervixkarzinom, bei dem operative Behandlung und Strahlentherapie etwa gleichwertige Ergebnisse liefern, ist beim Korpuskarzinom die Operation der Strahlentherapie vorzuziehen, da sie bessere Ergebnisse erzielt. Die Operation besteht in der Entfernung des Tumors mit der gesamten Gebärmutter, den Eierstöcken und den Eileitern, da diese in 10% der Fälle mitbefallen sein können. Eine postoperative Bestrahlung ist nur dann notwendig, wenn in Lymphknoten Metastasen nachgewiesen werden konnten. Da beim Korpuskarzinom mit einem Zweittumor vor allem im Bereich der Brust oder des Darmes gerechnet werden muss, ist auch hier die Nachsorge von großer Bedeutung.
Zur weiteren Information: Uniklinik Bonn: Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten Endometriumkarzinom

9.  Kann man sich vor Gebärmutterkrebs schützen?
Außer der Vermeidung der weiter oben beschriebenen Risikofaktoren und den regelmäßigen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen, besteht seit längerem die Möglichkeit, sich gegen die zu Zervixkarzinomen führenden Humanen- Papilloma- Viren impfen zu lassen. Hintergrundsgedanke ist wie bei jeder anderen Impfung dabei, durch die Gabe abgeschwächter Viren die Antikörperproduktion bei den Frauen zu provozieren und damit Schutz gegen eine Infektion aufzubauen.
Zur weiteren Information:
Medizin-Aspekte: HPV-Impfung
Österreichische Krebshilfe: Impfung gegen HPV

10. Wo finden Betroffene Hilfe?

Krebsinformationsdienst: Anlaufstellen und Adressen „Gebärmutterhalskrebs“

idw 2002/02