Diabetes – 10 Goldene Regeln

Diabetes – 10 Goldene Regeln

Diabetes mellitus – Goldene Regeln mit 10 Fragen und kurzen Antworten zum Thema Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Diabetes mellitus oder die Zuckerkrankheit ist eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt. Besondere Bedeutung erlangt sie durch ihre Bedeutung als Risikofaktor für die Entstehung von Herz-/Kreislauferkrankungen.

1. Was ist Diabetes?
Diabetes mellitus oder die Zuckerkrankheit ist eine Stoffwechselerkrankung, die auf Problemen mit dem körpereigenen Signal zum Zuckerabbau, Insulin, beruht. Dieser Stoff ist bei Betroffenen entweder tatsächlich nicht in ausreichender Menge vorhanden oder aber seine Wirkung ist reduziert. Menschen, die an dieser Erkrankung leiden, sind im Wesentlichen durch zwei Gruppen von Problemen bedroht: durch einen zu niedrigen oder zu hohen Blutzuckerspiegel – Zustände, die auch einmal lebensbedrohlich sein können – und – nach vielen Jahren der Krankheit – durch Spätfolgen des im Mittel meist zu „süßen“ Blutes.

2. Wo liegen die Unterschiede zwischen Typ 1 und 2?
Wie eben erwähnt gibt es zwei Formen des Diabetes: eine, bei der der lebenswichtige Stoff Insulin völlig fehlt – den Typ 1 – und eine, bei der das Anti-Zucker-Hormon nicht mehr richtig wirkt – den Typ 2. (Dies ist eine vereinfachende Einteilung; es gibt noch ein paar spezielle Sonderformen, die aber in dieser kurzen Übersicht keine Erwähnung finden sollen.) Der Typ 1 ist die weit seltenere Form (ca. 10% aller Fälle). Früher nannte man den Typ 1 den juvenilen, also jugendlichen, Diabetes, weil er häufiger in jüngeren Jahren auftritt und den Typ 2 den Altersdiabetes, weil eher reifere Jahrgänge betroffen sind. Wie enstehen aber nun die Probleme? Beim Typ 1 attackiert der Körper selbst, das heißt das eigentlich hauptsächlich für die Verteidigung gegen Krankheitserreger existierende Immunsystem, einen Bereich des Körpers, in dem das Insulin gebildet wird: einen Teil der Bauchspeicheldrüse. Der Typ 2 zeichnet sich dadurch aus, dass einmal gebildetes Insulin einmal nicht seinen Weg aus der Bauchspeicheldrüse in das Blut findet und zum anderen nicht seine volle Wirkung entfaltet.

3. Was ist Insulin?
Viel ist schon gesagt worden zum Insulin, doch was macht dieser Stoff genau und wie sieht er aus? Insulin wird im gesunden Körper, wie schon angedeutet, in der Bauchspeicheldrüse gebildet, einem Organ, das sich im Bauchraum zwischen Darm, Leber und Milz befindet. Der genaue Bildungsort sind die sogenannten B-Zellen. Einmal im Blut angelangt hat das Insulin nur eine kurze Wirkungsdauer von etwa 5 min., bevor es durch spezielle Abbausysteme wieder wirkungslos gemacht wird. Insulin ist ein Hormon, das heißt ein Botenstoff. In dieser Funktion sorgt es im Wesentlichen für zwei Dinge: dass der Zucker, der mit der Nahrung aufgenommen wird, dort hingelangt, wo er benötigt wird (nämlich in die Zellen) und dass Stoffwechselprozesse „angeworfen“ werden, die das süße Gut verwerten können.

4. Wer kann von der Zuckerkrankheit betroffen sein?
Vom eher selteneren Typ 1 einmal abgesehen entwickeln sich die Mehrzahl der Fälle von Diabetes auf dem Boden eines sog. Wohlstandssyndroms. Eine entscheidende Rolle spielt hierbei eine Überernährung und Übergewicht. Durch zu starke Nahrungsaufnahme sind zu hohe Zuckerspiegel im Blut zu verzeichnen. Diese machen immer höhere Insulinspiegel notwendig, um diesen wieder zu entfernen. Dies führt zu einer „Abstumpfung“ der Zellen, die den Zucker eigentlich aufnehmen sollten. Hier beginnt der Teufelskreis: diese zuckermüden Zellen bewirken wiederum immer höhere Insulinspiegel. Es wird klar, wie dieser Kreislauf wirksam durchbrochen werden kann: durch reduzierte Nahrungsaufnahme und Gewichtsverlust – eine unabdingbare Basis einer jeden Therapie eines Diabetes Typ 2.

5. Wie kann die Krankheit erkannt werden?
Es wird auch dem Nichtmediziner einleuchten, dass der für die Erkennung einer Zuckerkrankheit wichtigste Stoff das bereits als Namenspate enthaltene Molekül ist und zwar in seiner im Blut am meisten vorkommenden Form: als Glucose. Die Konzentration dieses Stoffes im Blut wird bestimmt und der Arzt (oder der informierte Normalbürger) kennen den Bereich, in dem sich der Zucker im Blut bewegen darf, ohne dass es als krankhaft bezeichnet werden würde. Am besten wird der Zucker dann gemessen, wenn in einem Zeitraum von 8 h vor der Messung keine Nahrung aufgenommen wurde („Nüchternblutzucker“). Liegt nun keine besonders außergewöhnliche Situation vor (Operation, schwere Erkrankung) und der Wert über dem genannten Zielwert ( Zuckererkrankung ausgehen. Wurde in den 8 h vor der Messung etwas gegessen, dann gelten natürlich höhere Werte. Der Test ist aber dann nicht mehr so aussagekräftig. Liefern die genannten Verfahren kein eindeutiges Ergebnis, so kann auch ein besonderer Test zum Einsatz kommen, in dem dem Körper eine größere Menge Zucker präsentiert wird („Glucosebelastungstest“) und dann nach eine bestimmten Zeit die Zuckerwerte gemessen werden.

6. Welche Komplikationen bedrohen die Patienten?
Das Kapitel der Komplikationen ist ein besonders wichtiges, denn die Zuckerkrankheit sorgt weltweit für viel Leid. Dies ist allerdings eine Erkenntnis, die sich noch nicht allgemein durchgesetzt hat. Richtig ist, dass ein Großteil aller Amputationen, Erblindungen, Dialysefälle (Notwendigkeit zur künstlichen Blutwäsche), Herzinfarkte und Schlaganfälle durch eine Zuckerkrankheit mitbedingt sein können. Die gemeinsame Ursache liegt in den im Durchschnitt zu hohen Blutzuckerwerten der Diabetiker, die aber noch nicht hoch genug sind, um Beschwerden auszulösen. Diese führen zu Veränderungen an Blutgefäßes des gesamten Körpers und am Nervensystem.

7. Wie kann man Diabetes behandeln?
Zuckerkrankheit ist eine chronische Erkrankung, die, wenn sie nicht gut therapiert wird, stets fortschreitet. Das gemeinsame Ziel beim Typ 1 und beim Typ 2 ist die Blutzuckernormalisierung. Wesentliches Ziel der Behandlung eines Typ-2-Diabetes ist die Gewichtsnormalisierung. Übergewicht/Überernährung bewirkt ja, wie oben bereits kurz angedeutet, einen Teufelskreis, der immer höhere Insulinspiegel bei immer schlechterer Ansprechbarkeit der eigentlichen Empfänger des Botenstoffs, der Muskelzellen, zur Folge hat. Durch konsequente Gewichtsnormalisierung kann eine deutliche Verbesserung der Stoffwechselsituation erreicht werden. Weitere wichtige Allgemeinmaßnahmen sind eine Beachtung einer bestimmten Nahrungszusammensetzung sowie regelmäßige körperliche Aktivität. Auch weiß man, dass Kranke, die über ihre Krankheit gut informiert sind, besser damit zurecht kommen als solche, die nur den Hinweisen des Arztes folgen. Nehmen Sie Ihre Krankheit selbst in die Hand! Sind die genannten Maßnahmen erfolglos, dann schlägt die Stunde der Medikamente. Diese basieren im Wesentlichen auf drei Prinzipien: weniger Zucker ins Blut lassen, mehr Insulin ausschütten und mehr Zucker in die Zellen aufnehmen. Nach einigen Jahren läßt die Wirkung der Medikamente jedoch nach, so daß schließlich Insulin gespritzt werden muß. Der Typ-1-Diabetiker muß leider diesen Weg schon von Beginn an einschlagen. Zwar helfen auch ihm eine bestimmte Ernährung und Sport, seine Krankheit besser in den Griff zu bekommen; Medikamente wie die oben genannten bewirken jedoch nicht den gewünschten Effekt.

8. Wie gibt man eine subkutane Injektion?
Subkutan bedeutet „unter die Haut“. Den meisten Diabetikern ist diese Art der Verabreichung von Medikamenten sehr geläufig, stellt sie doch die am häufigsten angewandte Form der Insulintherapie dar. Der Bereich der Haut, der mit einer Spritze erreicht werden soll, besteht aus Fettgewebe. Dieses hat den Vorteil, dass es nicht besonders stark durchblutet wird. Ein Stoff, der dort hineingespritzt wird, wird langsam an das Blut abgegeben. Gerade so, wie man es sich mit dem Insulin wünscht. Man sucht sich am besten eine Körperstelle, an der die Haut gut verschieblich und genug Fettgewebe vorhanden ist. In der regel wird die Bauchhaut oder die Haut des Oberschenkels verwendet. Nach Desinfektion der Zielstelle wird mit Daumen und Zeigefinger eine Hautfalte gebildet und mit einer Nadel senkrecht zur Haut zugestochen. Der Spritzenkolben wird leicht zurückgezogen um auszuschliessen, dass man ein Gefäß getroffen hat. Das Insulin wird nun langsam injiziert.

9. Durch welche Notfallsituationen ist ein Diabetiker gefährdet?
In einem Viertel aller Fälle wird ein Diabetes erst in einer Notfallsituation diagnostiziert. Aber auch wenn die Diagnose bereits bekannt ist, besteht die starke Gefahr, dass der Zuckerspiegel einmal „aus dem Ruder läuft“. Dies kann insbesondere dann passieren, wenn unvorhersehbare Situationen eintreten, denn das Leben eines Diabetikers ist durch die Injektionen zwangsläufig oft von Routine bestimmt. Mehr oder weniger Sport, mehr oder weniger Streß, Krankheiten – dies sind alles Faktoren, die den Insulinbedarf beeinflussen. Wie aber unterscheidet man nun zu hohen von zu niedrigem Blutzucker, also die klassischen zwei Notfallsituationen? Die meisten Diabetiker, die selbst Insulin spritzen, werden sich natürlich mit einer Messung Gewissheit verschaffen. Was, wenn aber gerade kein Gerät verfügbar ist? Im Zweifelsfalle ist es immer besser, ein Stück (Trauben-) Zucker zu sich zu nehmen: Ein Unterzucker ist schneller lebensgefährlich als ein zu hoher Zuckerwert. Im Falle einer Überzuckerung droht dem Typ-1-Diabetiker ein sogenanntes diabetisches Koma, dem Typ-2-Diabetiker ein hyperosmolares Koma. Eine mögliche Unterzuckerung trifft sie beide.

10. Wo kann ich andere Menschen treffen, die an Diabetes leiden?
Selbsthilfegruppen bieten neben der Beratung durch den Hausarzt oder Facharzt eine gute Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, sein Leid zu teilen und neue Dinge über diese so wichtige und verbreitete Krankheit zu erfahren. DIABETESGATE (http://www.diabetesgate.de) bietet eine umfangreiche Liste von Selbsthilfegruppen im gesamten Bundesgebiet.

N.K.K.