Fernreisen

Fernreisen

Bevor Sie eine Fernreie antreten, solten Sie sich über die klimatischen Bedingunen im Reiseland erkundigen. Auf was solte besonders geahtet werden. Welvhe medikamentösen Vorkehrungen muss ich vor Beginn einer Reise berücksichtigen. Nur so können Sie auch Ihre Reise in vollen Zügen genießen und sind esundheitlich bestens vorbereitet.

Reisekrankheiten – 10 Fragen und 10 kurze Antworten

1. Unterwegs auf Reisen
Da vor allem längere Reisen immer mit großen Menschenansammlungen, Wartezeiten, Klima- und Zeitzonenwechseln und dadurch mit Stress und Strapazen verbunden sind, können schon mit oder kurz nach Reisebeginn Übelkeit, Verdauungsstörungen, Erschöpfung und Schlaflosigkeit auftreten. Außerdem ist der Schlaf-Wach-Rhythmus bei Transkontinentalflügen über unterschiedliche Zeitzonen gestört; man spricht vom Jet-Lag. Nach Ankunft am Reiseziel sollte daher erst einmal eine ausgedehnte Ruhepause eingelegt werden. Zu beachten ist auch, dass durch die veränderten Druck- und Sauerstoffverhältnisse im Flugzeug bei Personen mit Herz- oder Lungenerkrankungen Probleme auftreten können. Bei Reisen mit Auto, Bus oder Schiff kann es zu Übelkeit und Schwindelgefühl, der so genannten Reiskrankheit kommen, der aber effektiv mit Medikamenten entgegengewirkt werden kann. Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen, gehören ins Handgepäck und es sollte wegen einer möglichen Umstellung vor Reiseantritt ein Arzt konsultiert werden.
Zur weiteren Information:
quarks.de
neuro24.de

2. Was sollte bei Hitze und Höhenunterschieden beachtet werden?
Da bei der Verbindung von Hitze und Feuchtigkeit mit großen Anstrengungen die Gefahr eines Hitzekollaps oder Hitzschlages besteht, sollten regelmäßig Tees und mineralsstoffhaltige Getränke, wie zum Beispiel Frucht- und Gemüsesäfte oder Bouillon konsumiert werden. Auch kann mit etwas Salz in Speisen und Getränken Hitzeschäden vorgebeugt werden.Da in klimatisierten Räumen, Flugzeugen und in hochgelegenen Gebieten beträchtliche Temperaturunterschiede vorliegen können, die eine Anfälligkeit für Erkältungen mit sich bringen, sollte auf entsprechende Kleidung geachtet werden.Beschwerden bei Hitzeausschlag und Pilzerkrankungen, die vor allem bei Kindern und übergewichtige Personen auftreten, können durch tägliches Duschen, Tragen leichter Baumwollkleidung und Einpudern empfindlicher Hautflächen gemindert werden. Reisen und Aufenthalte in großen Höhen sind vor allem beim Vorhandensein einer Herz- oder Lungenerkrankung bedenklich und können auch bei Gesunden anfänglich zu Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit führen. Eine schrittweise Akklimatisation kann hierbei helfen. Bei der Rückkehr in eine niedrigere Höhe erholt sich der Körper jedoch rasch.

3. Der richtige Sonnenschutz
Vor allem bei Hellhäutigen kann die Sonne schwere Sonnenbrände und schwere Hautverbrennungen verursachen. Es empfiehlt sich daher immer eine Sonnenbrille und Kopfbedeckung zu tragen, lange Sonnenaufenthalte zu meiden und einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor (>15) aufzutragen.Da jeder Sonnenbrand einen Schritt zum Hautkrebs darstellt, sollte vor allem bei Kindern auf einen gründlichen und gewissenhaften Sonnenschutz geachtet werden. Grundsätzlich sollte das Sonnenschutzmittel 30 min vor dem „Sonnenbaden“ aufgetragen werden und Sonnenmilch, bei denen die Inhaltsstoffe bereits in äußerlich erkennbaren Schichten abgelagert sind, sollte gemieden werden, da hier kein effektiver Schutz besteht. Wichtig ist außerdem das wiederholtes Auftragen nicht die Schutzzeit verlängert, es sollte nach Ablaufen in den Schatten gewechselt werden. In bestimmten Ländern ist die Kombination von Sonnen- und Insektenschutz sinnvoll. Da bestimmte Medikamente die Lichtempfindlichkeit erhöhen und unangenehme Hautreaktionen auslösen können, sollte vor Reiseantritt immer ein Arzt befragt werden. In der Sonne sollte außerdem auf Kosmetika, Deodorants und Parfüms verzichtet werden, da auch sie Hautirritationen hervorrufen können.

4. Vorsicht in fremden Gewässern
Ja, und zwar kann man sich in verseuchten Gewässern Augen-, Ohren- und Darminfektionen zuziehen; zum Beispiel können Larven das Wasser besiedeln, die dann in die Haut eindringen und das Krankheitsbild der Bilharziose verursachen. Aufgrund dessen sollte träge fließendes Süßwasser, das mit als Zwischenwirt dienenden Schnecken besiedelt oder mit menschlichen oder tierischen Exkrementen verunreinigt ist, gemieden werden.  Beim Baden im Meer besteht bei vorhandenem Anschluss der Hotels an Kläranlagen ein immer geringer werdendes Infektionsrisiko, doch sollte sich darüber informiert werden, ob eine Gefahr durch Quallen oder andere Nesseltiere besteht.Zum Schutz gegen giftige, beißende oder stechende Fische, Korallen, Seeanemonen, Schalentiere, Stachelhäuter, Wurm-, Pilz- und Flohbefall sollte in bestimmten Küstenregionen beim Baden leichtes Schuhwerk getragen werden. Nach Tauchgängen ohne Notwendigkeit von Dekompressionsstops sollte eine Mindestzeit von 12 besser 24 Stunden bis zum Flug eingehalten werden, mit Dekompressionsstops sollten 24 besser 48 Stunden eingehalten werden. Taucher, die Symptome einer Durchfallerkrankung aufzeigen, dürfen mindestens 72 Stunden nach erfolgreicher Behandlung nicht fliegen.
Zur weiteren Information:
fit-for-travel.de

5. Nahrungsmittel und Getränke – Vorsicht geboten
Da 50-80% aller Reisenden an Durchfall erkranken, bei Risikopatienten ernsthafte Darmerkrankungen sogar tödlich verlaufen können und auch andere Erkrankungen wie Typhus, Kinderlähmung oder Hepatitis über Speisen und Getränke übertragen werden können, sollte genau darauf geachtet werden, was man im Urlaub zu sich nimmt. Kontaminierte Nahrungsmittel stellen nämlich die häufigste Infektionsquelle dar.

Folgende Tipps halten wir für Sie parat:

  • Es sollten keine Salate, kein Obst oder Gemüse verzehrt werden, es sei denn,man kann es schälen oder kochen
  • Heiße, gründlich gegarte Speisen sind bedenkenlos
  • Nur abgekochtes Wasser oder Mineralwasser trinken und zum Zähneputzen verwenden
  • Unpasteurisierte Milch abkochen
  • Eiswürfel und Speiseeis meiden
  • Tee, Kaffee, Flaschensäfte und kohlensäurehaltige Getränke können ohne Bedenken verzehrt werden
  • Vorgekochte Speisen nur zwischen 10 und 60 Grad Celsius aufbewahren
  • Warmgehaltene Speisen sollten gemieden werden, da sie die größte Infektionsquelle darstellen
  • Fisch und Schalentiere sollten im Zweifelsfall nicht verzehrt werden

Hat man nicht die Möglichkeit hygienisch einwandfreie Nahrung zu bekommen, sollte man möglichst kleine Mengen verzehren, da die Magensäure eine gewisse Schutzwirkung besitzt. Im Zweifelsfall gilt: lieber eine Mahlzeit auslassen!

6. Was kann gegen Reisedurchfall unternommen werden?
Das Wichtigste bei Durchfall ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, zum Beispiel eine spezielle und auch von Kindern akzeptierte salz- und glukosehaltige Lösung, wobei folgende Zusammensetzung empfohlen werden kann:

  • 1 Liter Orangensaft, 1 Teelöffel Salz, 2 Esslöffel Zucker
  • 1 Liter Schwarztee, 1 Teelöffel Salz, 2 Esslöffel Zucker, Saft von 2 Orangen

Hiervon wird in kleinen Schlucken viel getrunken. Der enorme Salz- und Wasserverlust würde sonst zu einem Austrocknen des Körpers führen, das vor allem für Kleinkinder und alte Menschen gefährlich werden kann. Da Medikamente gegen Durchfälle Nebenwirkungen haben können, sollten sie nie ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Durchfälle, die durch Bakterien oder Parasiten hervorgerufen werden, bedürfen einer speziellen Therapie.
Zur weiteren Information: www.tee.org/tipps

7. Sollte man Tieren und Insekten mit Vorsicht begegnen?
Da zahlreiche Gliederfüßer Krankheiten wie zum Beispiel Malaria ( über die Anopheles-Mücke ) übertragen, sollte man sich auf Reisen gründlich vor Insektenstichen schützen. Die Verwendung von Repellentien, Moskitonetzen, das Tragen langer Bekleidung und Stiefel vor allem in den Abendstunden ist daher empfehlenswert. Zusätzlich ist häufig auch eine medikamentöse Prophylaxe angezeigt. Selbst wenn das Insekt keine Krankheiten überträgt, kann der Biss beziehungsweise Stich unangenehme Reaktionen hervorrufen, wie es zum Beispiel bei Skorpionen, Flöhen oder einigen Spinnenarten der Fall ist.  Größere Tiere und Schlangen hingegen gehen Menschen normalerweise aus dem Weg, können aber auch aggressiv sein. Vor Reiseantritt sollte man sich daher darüber informieren, ob das Reisegebiet mit Tollwut verseucht ist und im Zweifelsfall den Hautkontakt mit Katzen, Hunden und andere Wildtieren vermeiden. Im Falle einer Bissverletzung sollte die Wunde mit Seife oder einem Antiseptikum gründlich gereinigt werden, ein Arzt aufgesucht und unter Umständen eine Schutzimpfung gegen Tetanus vorgenommen werden.
Zur weiteren Information:

8. Infektionskrankheiten auf Reisen
Da sich im Urlaub häufig die Möglichkeit kurzfristiger sexueller Kontakte bietet, in bestimmten Ländern Geschlechtskrankheiten weit verbreitet und weltweit mehr als 250 Millionen Fälle von durch Geschlechtsverkehr übertragene Infektionskrankheiten bekannt sind, sollte das Risiko einer Ansteckung so weit als möglich verringert werden. Dies kann dadurch erreicht werden, dass der Sexualkontakt mit flüchtigen Bekanntschaften und Personen mit häufigen Partnerwechseln ( Prostituierte ) vermieden oder auf einen konsequenten Schutz durch den Gebrauch von Kondomen geachtet wird. Gegen Hepatitis B besteht die Möglichkeit einer wirksamen Schutzimpfung. Wichtig ist, dass die Krankheiten meistens durch äußerlich gesund erscheinende Personen übertragen werden.

9. Fernreisen während der Schwangerschaft?
Eine Schwangerschaft stellt keinen Hinderungsgrund für eine Reise dar, wenn einige Dinge beachtet werden:

Während des letzten Schwangerschaftsmonates und bis zum siebten Tag nach der Entbindung, bei Blutarmut, Thrombosen in der Vorgeschichte und bei Risikoschwangerschaften sollte nicht geflogen werden. Außerdem ist zu beachten, dass jeder Flug auch eine Strahlenbelastung für Mutter und Kind mit sich bringt, die vor allem zwischen der 8. und 15. Schwangerschaftswoche als kritisch angesehen wird.Schutzimpfungen mit inaktivierten oder Totimpfstoffen sind unbedenklich, wo hingegen Lebendimpfungen während der Schwangerschaft generell kontraindiziert sind.Da eine Malariaerkrankung und eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus für Mutter und das ungeborene Kind gefährlich werden könnten, sollte von Reisen in betroffene Gebiete abgesehen werden.
Zur weiteren Information:
g-netz.de/reisemedizin/]Reisemedizin – darauf sollten Sie achten

10. Beratungsstellen für Fernreisen
Vor jeder Fernreisen sollten Sie einen Blick auf die Seiten des auswärtigen Amtes werfen.Bei drohenden Ansteckungsgefahren bieten auch die Tropeninstitute der Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG) wichtige Infos und beantworten gern auch detaillierte Fragen.

Zur weiteren Information:
Informationen zum Thema „Reisen“

idw 2005/12