Weltweit sterben täglich noch immer Millionen Kinder an Krankheiten, die in der westlichen Welt keine Gefahr mehr darstellen. Eine mangelnde Versorgung mit sauberem Wasser, Lebensmitteln und Medikamenten begünstigt die Kindersterblichkeit durch Infektionen. Zahlreiche Initiativen rund um Impfungen und Prävention zeigen zwar stetig positivere Ergebnisse: Die Lebenserwartung von Neugeborenen steigt in den Entwicklungsländern immer mehr an. Doch an einigen Ländern zieht der Fortschritt weiter vorbei.

Ursache: Infektionskrankheiten, Hygienemangel und Geld

Die medizinische Versorgung in Entwicklungsländern verbessert sich stetig, allerdings bleiben aus westlicher Sicht vermeidbare Krankheiten weiterhin ein großes Problem. Zu den in Entwicklungsländern noch immer tödlichen Krankheiten gehören Masern, Malaria, Durchfallerkrankungen sowie Atemwegsinfektionen. Mangelnde Hygiene, verseuchtes Wasser und Unterernährung begünstigen die Gesundheitsgefahren der kleinsten Erdenbürger. Bereits nach wenigen Wochen sterben Neugeborene an eigentlich ungefährlichen Krankheiten.

Folgen infrastruktureller Missstände:

  • Mangel an Nahrungsmitteln: Unterernährung, infolgedessen schlechte körperliche und geistige Entwicklung, schwaches Immunsystem und damit Anfälligkeit gegenüber Infektionen
  • kein Abwassersystem: mangelnde Hygiene, infolgedessen schnellere Übertragung gefährlicher Keime (zum Beispiel für Pneumonie oder Durchfallerkrankungen)
  • unterentwickeltes Bildungswesen: hohe Analphabetenquote, infolgedessen kaum Möglichkeiten der Aufklärung über Hygiene, Verhütung und Gesundheit

 

Tetanus & Tuberkulose: Arme Regionen betroffen

Bakteriellen Infektionskrankheiten wie Tetanus (Wundstarrkrampf) treten in Entwicklungsländern vermehrt auf. Im schlimmsten Fall wird die Atemmuskulatur gelähmt, was zum Ersticken führt. Bereits bei Neugeborenen sollte eine Schutzimpfung erfolgen, die im Erwachsenenalter alle zehn Jahre aufgefrischt werden muss. Nach Verletzungen mit offenen Wunden erneuern Ärzte den Tetanus-Schutz noch einmal. Denn die Sporen stecken in der Erde oder im Kot von Tieren.

Entwicklungsländer in Afrika und Asien weisen zudem eine 95-prozentige Tuberkulose-Sterberate auf. Besonders in den ärmsten Regionen sorgt Tbc für viele Todesfälle: Neugeborene und unterernährte Kinder besitzen ein schwaches Immunsystem. Dieses bietet eine gute Grundlage für die Mykobakterien. Mit Medikamenten und einer rechtzeitigen Isolation der Erkrankten können Infizierte mittlerweile gut behandelt werden. Die WHO möchte mit ihrem Programm „StopTBPartnership“ bis 2050 weniger als eine Million Erkrankungen verzeichnen. Auch Impfungen helfen, gerade die junge Risikogruppe vor Tbc zu schützen.

Schwere Krankheiten durch Impfungen vermeidbar

Durch eine Tröpfcheninfektion gelangen Masernviren in den Organismus. Fieber und der charakteristische Hautausschlag gehören zu den prägnantesten Symptomen. Im fortgeschrittenen Stadium können Lungenentzündungen oder eine Mittelohrentzündung auftreten. Besonders gefürchtet ist eine Meningitis. Die Hirnhautentzündung führt unweigerlich zu schweren Behinderungen oder zum Tod. Kinder, die im ersten Lebensjahr erkrankt sind, können im Jugendalter an einer tödlichen Nerven- und Gehirnentzündung, der SSPE (subakute sklerosierende Panenzephalitis), sterben.

Eine zweifache Immunisierung im Alter von 11 bis 14 Monaten sowie zwischen 15 und 23 Monaten empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO). Impfkampagnen schützen Neugeborene und ihre Mütter vor Krankheiten wie Tetanus oder Masern. Eine Masernimpfung ist günstig: Ein US-Dollar pro Kind kostet es, um wirksamen Schutz vor tödlichen Folgeerkrankungen zu bieten. Auch Moskitonetze und Entwurmungsmittel helfen beispielsweise gegen Malaria oder Madenwurmbefall.

Geld hilft der Gesundheit

In abgelegenen Regionen brauchen besonders kleine Organisationen und Ärzte Geld, da es meist kein Gesundheitszentrum gibt. Viele Familien können sich die Fahrt und die Operationskosten in den Städten von sich aus nicht leisten. Spenden für Kinder tragen dazu bei, diese Lücke zu schließen und Krankheiten zu heilen, bevor sie zur tödlichen Bedrohung werden. Insbesondere Hilfsorganisationen wie Unicef, World Vision oder Terres des Hommes International Federation (TDHIF) sorgen dafür, dass Infektionskrankheiten, Missbildungen oder Verletzungen behandelt werden können.

Die Gesundheitsbehörden der Länder sind oft nicht in der Lage, geeignete Behandlungen anzubieten. Ohne ein umfassendes finanzielles Kontingent für Ärzte, Behandlungsräume und Medikamente bleiben die betroffenen Länder sozusagen in ihrer Entwicklung stehen. Die westlichen Länder geben jährlich Milliarden für die Entwicklungshilfe aus. Diese Unterstützung nahm in den vergangenen Jahren stetig zu – mit Erfolg. Dies kann als ein zentrales Kriterium für die sinkende Kindersterblichkeit angesehen werden. Rund vier Millionen Kinder weniger als 1990 sterben heute an vermeidbaren Erkrankungen.

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