Das Melanom – Verbreitung – Vorsorge und Diagnostik

Das Melanom – Verbreitung – Vorsorge und Diagnostik

Was ist ein malignes Melanom und was können Vorsorgeuntersuchungen bewirken?

 

Malignes Melanom – Wirkstoff Vemurafenib ermöglicht neue Behandlung bei schwarzem Hautkrebs

Patienten mit schwarzem Hautkrebs, bei denen eine BRAF-V600-Mutation im malignen Melanom nachgewiesen wird, können im fortgeschrittenen Stadium des Tumors von einem neuen Medikament profitieren.  Bei etwa 50 Prozent der Patienten mit malignem Melanom läßt sich die BRAF-V600-Mutation nachweisen. Der Wirkstoff mit dem Namen Vemurafenib greift gezielt in die Abläufe der Krebszellen ein. Als Folge kann der Tumor nicht mehr wachsen und schrumpft.

Schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) im metastasierten Stadium bisher nur schwer behandelbar

Jahrzehntelang konnten Ärzte den schwarzen Hautkrebs im metastasierten (fortgeschrittenen) Stadium, nur schwer oder gar nicht behandeln. Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung brachten selten den gewünschten Erfolg. Mit Vemurafenib ist nun ein Medikament zugelassen, das eine völlig neue Therapie ermöglicht. Sie steht jenen Melanom-Patienten offen, bei denen ein bestimmtes Gen der Tumorzellen verändert ist. Es handelt sich dabei um die sogenannte BRAF-V600-Mutation. Sie betrifft nach bisherigen Erkenntnissen etwa die Hälfte der Patienten mit malignem Melanom und wird mittels eines Gentestes nachgewiesen. So wissen Ärzte und Patienten, ob eine Therapie mit Vemurafenib sinnvoll ist. Aus diesem Grund sollte jeder Betroffene getestet werden.

Die Experten sind sich einig: Mit der Zulassung von Vemurafenib liegt zur Therapie des malignen Melanoms nach langen Jahren des therapeutischen Stillstands ein Medikament vor, das vielen Hautkrebspatienten eine völlig neue Behandlungsoption ermöglicht. v.l.n.r. Dr. med. Dr. Hans-Ulrich Jelitto, Dr. K. Peter Hirth, Dr. Hagen Pfundner, Prof. Dr. Axel Hauschild (Foto: MEDIZIN ASPEKTE, J. Wolff)

BRAF-Protein steuert in der Melanom-Zelle Zellwachstum

Das sogenannte BRAF-Protein ist in der Melanom-Zelle Teil einer Signalkette, die das Zellwachstum anregt und steuert. Ist es genetisch verändert, also mutiert, teilen sich die Krebszellen unkontrolliert und der Tumor wächst. Vemurafenib blockiert gezielt die Weiterleitung der Signale im Zellinneren. Dadurch wird das Tumorwachstum verlangsamt oder ganz gestoppt. Das mindert die Krankheitssymptome der Patienten deutlich und gibt ihnen die Chance, wieder einen relativ normalen Alltag mit ihren Familien zu leben.

 

Vemurafenib revolutioniert die Therapie des schwarzen Hautkrebs

Vemurafenib ist das erste Medikament, mit dem das metastasierte maligne Melanom, bei dem eine BRAF-V600-Mutation nachgewiesen wurde, zielgerichtet behandelt werden kann. Es kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und das Leben der Patienten damit verlängern – das belegen wissenschaftliche Studien.

Professor Dr. Axel Hauschild, Leiter der Dermato-Onkologie an der Universitäts-Hautklinik Kiel, betrachtet den neuen Therapieansatz als markanten Fortschritt: „Wir haben jahrzehntelang auf ein solches Medikament gewartet. Nun haben wir endlich die Möglichkeit, Melanom-Patienten im fortgeschrittenen Stadium wirksam und verträglich zu behandeln.“ Und der Experte ergänzt: „Jeder zweite Patient trägt die Mutation am BRAF-Gen in seinem Tumor. Dass wir vorher präzise ermitteln können, welche Patienten von der Therapie profitieren werden, ist ein Meilenstein in der Behandlung von Hautkrebs und in der personalisierten Medizin: Das ist die Zukunft.“

Beeindruckend ist, dass mehr als drei Viertel der Patienten innerhalb weniger Wochen von der Behandlung profitieren. Dies bedeutet entweder einen Stopp des Tumorwachstums oder die Rückbildung – auch großer – Tumoren.

Malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs)
Quelle: mr Infografik-Dienst „Onkologie“

Ablauf der Therapie bei schwarzem Hautkrebs mit Vemurafenib

Das Medikament wird als Tablette eingenommen. Daher ist die Therapie zuhause problemlos möglich und Patienten können sie in ihren Alltag integrieren. Die Behandlung wird so lange fortgesetzt, bis der Tumor wieder zu wachsen beginnt. Vemurafenib ist im Allgemeinen gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen betreffen in erster Linie die Haut: Es können beispielsweise gutartige Hautwucherungen, so genannte Keratoakanthome, entstehen, die sich aber durch einen kleinen Eingriff entfernen lassen. Darüber hinaus sind Patienten, die das Medikament einnehmen, sehr lichtempfindlich. Wenn sie sich im Freien aufhalten, sollten sie ihre Haut deshalb besonders schützen, u. a. eine Sonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor auftragen.

Quelle
Zulassungs-Pressekonferenz
Zelboraf – Durchbruch in der Therapie des malignen Melanoms
Veranstalter: Roche Pharma AG

Zelboraf beim malignen Melanom – Von der Idee zum Medikament
Dr. K. Peter Hirth
CEO, Plexxikon, Berkeley, Kalifornien

Zelboraf bei Patienten mit BRAF-V600-Mutation – Ergebnisse klinischer Studien und Erfahrungen aus dem Praxisalltag
Prof. Dr. Axel Hauschild
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel

Berlin, 23.0.2.2012

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Melanom mit BRAF-Mutation: Vemurafenib als erfolgreiches Beispiel für die personalisierte Medizin

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