Selbstverantwortung von Diabetikern bei der Blutzuckermessung

Selbstverantwortung von Diabetikern bei der Blutzuckermessung

Wie läßt sich die Selbstverantwortung von Diabetikern zur Blutzuckerselbstkontrolle fördern?

 

Blutzuckermessgerät liefert Diabetikern Blutzuckerwerte auf den Touchscreen des iPhone und iPod von Apple

Auch bei der Blutzuckermessung können Diabetiker jetzt ihren iPhone oder iPod touch nutzen. Der iBGStar von Sanofi-Aventis verbindet moderne Kommunikation mit seinem innovativen Blutzuckermessgerät. Angeschlossen wird es kabellos über den Apple Dock-Connector. Die Messwerte werden für jeden gut lesbar auf dem Touchscreen anzeigt.  Auch die fabrige Darstellung erleichtert das Ablesen der Blutzuckermesswerte und läßt Ausreißer bei den Werten schnell erkennen. Der iBGStar ergänzt das iPhone oder den iPod touch mit seinem Design aus stylishem Schwarz und Chrom-Optik.

Die neuen Messgeräte benötigen nur 0,5 µl Blut und damit einen so kleinen Blutstropfen, dass die Einstichtiefe der Nadel auf ein Minimum reduziert warden kann. Eine Codierung, also die zusätzliche Calibrierung zwischen Messstreifen und Gerät, entfällt. Der Messvorgang ist mit angegeben durchschnittlichen 6 Sekunden als kurz zu bezeichnen.

Blutzuckerselbstkontrolle: Blutzuckerwerte der Blutzuckermessung per Mail verschicken
Wer mehrmals am Tag auf die Blutzuckermessung angewiesen ist, für den ist eine nahtlose Integration der Blutzuckerselbstkontrolle in die persönliche Lebensführung von besonderer Bedeutung. Ob in der Schule, im Beruf am Arbeitsplatz, zu Haus im Familenkreis oder unterwegs –  erstmalig können die Messergebnisse direkt mit dem iPhone oder iPod touch von Apple betrachtet, gespeichert und heruntergeladen werden. Der Patient kann die App ferner dazu benutzen, Blutzuckermesswerte, Kohlenhydratzufuhr und Insulindosierung zu verwalten und auszuwerten.

Die Daten lassen sich auch per Mail verschicken. Leistungssportler Daniel Schnelting, Deutscher Meister im 200 m Sprint, nutzt diese Möglichkeit zur Diskussion kritischer Werte mit seinem Trainer oder Arzt. Denn er hat festgestellt, dass er nur dann gute Leistungen erzielen kann, wenn sein Blutzucker optimal eingestellt ist.

Schülern bietet der eMailversand z.B. in kritischen Situationen im Urlaub oder während einer Klassenfahrt die Möglichkeit zur Abstimmung der nächsten Schritte mit den Eltern. Die Lösung bietet alle erforderlichen Informationen in „Echtzeit” und erlaubt auch die Kommentierung von Einzelwerten.

Blutzuckermessung – Selbstkontrolle des Diabetespatienten unverzichtbar
Für die Behandlung des Diabetes mellitus stehen heute eine Fülle therapeutischer Optionen zur Verfügung. Exzellente Diabetes-Schulungsprogramme erleichtern es dem Patienten, zum Fachmann für seine eigene Erkrankung zu werden. Des Weiteren gibt es unterschiedliche therapeutische Ansätze in Form oraler Medikamente, Insulin und innovativer Therapien.

Doch all diese Möglichkeiten lassen sich nur zielgerecht und vor allen Dingen leitliniengerecht einsetzen, wenn sowohl die Dosierung der Medikamente, als auch die Erfolgskontrolle der therapeutischen Maßnahme überwacht werden. Hierzu zählen Blutentnahmen im Zwei- bis Dreimonatsrhythmus beim Arzt, die Selbstkontrolle des Patienten ist jedoch unverzichtbar. Daher sollte nach Meinung von Prof. Dr. med. Thomas Haak, Vorstandsmitglied der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), die Blutzuckerselbstkontrolle integraler Bestandteil einer jeden Diabetestherapie sein. So belegen zahlreiche Studien, dass sich durch Blutzuckerselbstkontrolle die Stoffwechseleinstellung verbessert und die Therapie verträglicher wird.(1) Das Dilemma einer guten Blutzuckereinstellung ist, dass mit zunehmender Normnähe des Blutzuckerverlaufs die Anzahl von Unterzuckerungen steigt.

Blutzuckerselbstkontrolle von Fachgesellschaften empfohlen
Es empfehlen sowohl nationale als auch internationale Fachgesellschaften die Blutzuckerselbstkontrolle. (2) Mit der Blutzuckerselbstkontrolle ist eine Analyse der Therapieführung möglich. Dies gilt sowohl für den Erfolg einer Lebensstil- und Therapieanpassung als auch für die Vermeidung von Über- und Unterzuckerungen. Darüber hinaus fördert die Blutzuckerselbstkontrolle die Motivation und Eigenverantwortung der Patienten und letzten Endes funktionieren die meisten Schulungsprogramme nur, wenn der Patient seinen Blutzucker selbständig messen kann.

Ziele bei der Blutzuckereinstellung
Ziel des Diabetes-Managements ist es, die Glukosekonzentration im Blut zu senken, um die Entwicklung mikro- und makrovaskulären Folgeerkrankungen des Diabetes aufzuhalten. Der Langzeitblutzuckerwert wird durch Messung des glykosylierten Hämoglobins (HbA1c) ermittelt. Dieser Wert sollte alle drei Monate bestimmt werden. (4) Er spiegelt den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten acht bis zwölf Wochen wider und ist eine wichtige Kenngröße dafür, wie gut ein Diabetiker seinen Stoffwechsel im Griff hat. Um Folgeerkrankungen zu vermeiden, sollte der HbA1c – Wert immer unter sieben Prozent liegen. Die Ergebnisse einer der größten Untersuchungen (UKPDS) (5) zur Therapie des Typ-2-Diabetes zeigen, dass jede Senkung des HbA1c-Wertes das Risiko für Spätfolgen deutlich verringert.

Management des Typ-1-Diabetes
Typ-1-Diabetiker müssen täglich Insulin spritzen, in der Regel als Basal-Bolus-Therapieschema. Ein solches Schema besteht aus Mahlzeiten-Dosen (Bolus) eines schnellwirksamen Insulins, um die natürliche Schwankung der Insulinkonzentration nach dem Essen zu kompensieren, und eines langwirksamen Basalinsulins, das die natürlich auftretenden Insulinschwankungen kompensiert. Die Basal-Bolus-Therapie ahmt die physiologische Insulinsekretion nach, wie sie bei Menschen ohne Diabetes vorhanden ist.

Management des Typ-2-Diabetes
Nach den jüngsten Empfehlungen der American Diabetes Association (ADA) und der European Association for the Study of Diabetes (EASD) (3) sollten Menschen mit Typ-2-Diabetes zunächst ihre Lebensgewohnheiten anpassen – gesunde Ernährung sowie Sport und Bewegung – und mit der Einnahme oraler Antidiabetika (Tabletten) beginnen, bevor sie bei sich verschlechternder Blutzuckereinstellung auf weitere orale Antidiabetika und eine Insulintherapie umgestellt werden.

Quellen

  1. Martin et al.: Retrospective Study Self-Monitoring of Blood Glucose and Outcome in Patients with Type 2 Diabetes, Diabetologia 49; 2 (2006): 271-278
  2. Kellerer M, Dame T. (Hrsg.) Praxisleitlinien der Deutschen Diabetesgesellschaft, Diabetologie und Stoffwechsel 2010 Supplement 2: 131
  3. Nathan DM, Buse JB, Davidson MB, et al. Diabetes Care. 2008;31(12):1-11.
  4. Clinical Guideline Task Force, Global Guidelines for Type 2 diabetes, International Diabetes Federation, 2005.
  5. UKPDS = United Kingdom Prospective Diabetes Study, Holman RR et al. 10-Year Follow-Up of Intensive Glucose Control in Type 2 Diabetes. N Engl J Med 2008; 359: 577-89.

Veranstaltung
A STAR IS BORN – Inspiration Mensch – Innovation Technik
06.04.2011, Hamburg
Veranstalter: Sanof-Aventis

Vorträge

  • Innovation bei der Bluzuckermessung – Was verbessert sich für Menschen mit Diabetes?
    Evelyn Drobinsk
    Diabetesberaterin und Vorsitzende des Verbands der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V ?Wensin/Garbeck
  • Mein Diabetes-Management: Wie lebe und messe ich im Zeitalter des 21. Jahrhunderts?
    Daniel Schnelting
    200m-Sprinter, Diabetiker, Verein LAZ Rhede
  • Blutzuckermessung im Rahmen eines modernen Diabetesmanagements
    Prof. Dr. med. Thomas Haak
    Vorstandsmitglied der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
    Chefarzt im Diabetes Zentrum Bad Mergentheim

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MEDIZIN ASPEKTE 2011/04