Verhütung ist für viele Frauen ein Thema, das sie täglich beschäftigt, wenn sie mit der Pille verhüten. Zuverlässigkeit, hormonelle Belastung, Blutungen, und zyklusbedingte Stimmungsschwankungen sind dabei nur einige Punkte, die Frauen immer wieder bewegen. Neben der sicheren Verhütung steht dabei auch immer der Wunsch im Vordergrund, dem Körper soviel wie nötig und sowenig wie möglich fremde Hormone mit der Pille zuzuführen. Eine Pille mit Hormonkomponenten, die auf den wechselnden Hormonstatus der Frau abgestimmt ist, ist keine Wunschvorstellung mehr sondern Realität. Komponenten dieser Pille sind das Gestagen (Gelbkörperhormon) Dienogest und das Östrogen Estradiolvalerat.

Verhütung mit Dienogest und Estradiolvalerat –  Wirkstoffe dieser Pille

Chemisch gesehen ist Dienogest (DNG) ein 19-Nortestosteron-Derivat mit einem besonderen pharmakologischen Profil. Es kombiniert die Vorteile von 19-Nortestosteron- und Progesteron-Derivaten, dem antiandrogen wirksamen Gestagen mit ausgeprägter endometrialer Aktivität, für das eine dokumentierte Erfahrungsbasis von mehr als anderhalb Jahrzehnten zur Verfügung steht. Oral eingenommenes Dienogest wird rasch und fast vollständig resorbiert.

Das Östrogen Estradiolvalerat, kurz E2V bezeichnet, ist die veresterte Form des natürlichen 17-Beta-Estradiols (E2). Seine Vorteile kurz zusammengefaßt: E2V wird rasch und vollständig resorbiert und zu natürlichem Estradiol hydrolysiert. Die Spaltung zum körperidentischen Estradiol erfolgt zu 95% im Gastrointenstinaltrakt. Wirksam ist nur das Estradiol, für das im Vergleich zu dem bisher in vielen Kombinations-Pillen hauptsächlich eingesetzte Ethinylestradiol eine schnellere Metabolisierung beschrieben ist.

Das dynamische Dosierungsschema und seine Vorteile

Nur die Kombination des bewährten Dienogest mit dem körpereigenen Estradiol in dem jetzt genutzten dynamischen Dosierungsschema führt einerseits zu der gewünschten Verhütung und andererseits zu einem stabilen Zyklus mit Monatsblutungen. Studien belegen insgesamt kürzere und leichtere Blutungen. Eine Tendenz zu Zyklen ohne Monatsblutung wird beobachtet.

Das genutzte Schema mit unterschiedlich dosierten Konzentrationen des körpereigenen Estrogens im Verlauf von 28 Einnahme-Tagen ist einzigartig. Neben der Zyklusstabilität ist ein weiterer Vorteil des dynamischen Dosierungsschemas, dass die Anwenderinnen so wenig wie möglich aber soviel wie nötig von dem Östrogen einnehmen, auch wenn es sich um einen körperidentischen Wirkstoff handelt. Auf Grund des dynamischen Dosierungsschemas verringert sich die Estrogendosis im Verlauf eines Einnahmezyklus, ohne dass sich während des gesamten Zyklus die relativ stabile Estradiolkonzentration ändert.

Quelle
Symposium zum
Fortbildungskongress FOKO 2012
Vorsitz: Thomas Zimmermann, Jena

  • Pillen mit Estradiol(valerat) – die Bedeutung der Gestagenkomponente
    Prof. Dr. Herbert Kuhl
    Frankfurt am Main
  • Klinische Daten und Erfahrungen bei der Kontrazeption mit Estradiolvalerat/Dienogest
    Prof. Dr. Ludwig Wildt, Innsbruck
  • Hypermenorrhoe – Ursachen, therapeutische Ansätze und praktische Erfahrungen
    Prof. Dr. med. Thomas Römer, Köln

Veranstalter
Jenapharm GmbH & Co. KG, A7745 Jena
Düsseldorf, 08. März 2012

Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.pille-mit-q.de

idw 2012/03