„Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung ein Supplement mit Folsäure/Folat (mindestens 400 µg/Tag) einnehmen.“ So lautet der aktuelle Rat führender deutscher Experten vom Netzwerk „Gesund ins Leben“.1 „Damit gibt es einen Konsens über die Bedeutung der optimalen Folatversorgung – Ernährung plus Supplement – für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere“, erklärte Prof. Dr. Klaus Pietrzik, Universität Bonn, auf dem Fortbildungskongress der Frauenärztlichen Bundesakademie.2 Folsäure selbst besitzt keine Vitaminfunktion und muss erst im Körper in die eigentlich vitaminwirksamen Folatverbindungen überführt werden.

5-MTHF (5-Methyltetrahydrofolat) ist mit einem Anteil von 98 Prozent die quantitativ wichtigste Folatform. „Aufgrund eines Polymorphismus der MTHFR (Methylentetrahydrofolatreduktase) im Folatstoffwechsel kann etwa jede zweite Frau Folsäure nicht optimal in 5-MTHF umwandeln.“ Aktuelle Publikationen beschäftigen sich verstärkt mit der Supplementation der bereits bioaktiven Folatform 5-MTHF.3-5 Die Supplementation von Folsäure/Folat – wichtig u. a. für den Schluss des Neurahlrohres – beginnt oft zu spät. „Frauen sollte dringend geraten werden, ab Kinderwunsch damit zu starten und bis zum Ende der Stillzeit fortzufahren.“ Mit 400 µg Folsäure/Folat am Tag dauere es zwei bis drei Monate, um den präventiv wirksamen Erythrozytenfolatspiegel zu erreichen. Wesentlich schneller, im Durchschnitt innerhalb von vier Wochen, lasse er sich mit einer täglichen Einnahme von 800 µg erreichen. Die Kombination aus Folsäure und der bereits bioaktiven Folatform 5-MTHF in Form von Metafolin bietet nur Femibion® zur Schwangerschaftsvorsorge.

Die Omega-3 Fettsäure DHA (Docosahexaensäure) ist für die kindliche Entwicklung in Schwangerschaft und Stillzeit sehr bedeutend. Mit Unterstützung der Europäischen Kommission entwickelte Empfehlungen raten schwangeren und stillenden Frauen zu einer mittleren DHA-Zufuhr von mindestens 200 mg/Tag.6 Dazu müssen ein bis zwei Portionen fetter Seefisch pro Woche verzehrt werden. Frauen, die nicht so oft Seefisch essen möchten, sollten DHA supplementieren.1 Die Aufnahme von DHA durch die Mutter trägt, wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) 2011 bestätigt hat, zur normalen Entwicklung von Gehirn und Augen beim Fötus und beim gestillten Säugling bei.7* Genau diese Menge ist in einer separaten Kapsel in Femibion® Schwangerschaft 2 enthalten (empfehlenswert ab der 13. Schwangerschaftswoche bis zum der Ende Stillzeit).


Kritische Versorgung mit Folat

Die Versorgungssituation mit Folat in Deutschland ist kritisch: 80 bis 90 Prozent der Frauen verfehlen schon die generell empfohlene, tägliche Aufnahme mit der Nahrung von 400 µg deutlich. Im Mittel sind es nur ca. 250 µg/Tag. Schwangere haben sogar einen um 50 Prozent erhöhten Bedarf (600 µg). Diesen zu decken ist nur schwer möglich. „Die frühzeitige Optimierung der Folatversorgung ist nicht nur für den Neuralrohrschluss, sondern auch für die kindliche Herzentwicklung von großer Bedeutung“,8 so Pietrzik. Im weiteren Schwangerschaftsverlauf wirke eine ausreichende Folatversorgung auch protektiv gegen Plazentaablösungen9, Fehl- und Frühgeburten10 sowie niedriges Geburtsgewicht11. Durch Wachstum und vermehrte Zellteilung bleibt der Folatbedarf auch während der Laktation erhöht.

Bedeutung von DHA

Studien zeigen, dass die regelmäßige Zufuhr der in Fisch vorkommenden Omega-3 Fettsäuren in der Schwangerschaft dem Auftreten sehr unreifer Frühgeburten effektiv vorbeugen kann.12-14 Die mütterliche Aufnahme von Fisch oder DHA in der Schwangerschaft bzw. Stillzeit führt mehreren Studien zufolge auch zu einer signifikanten Verbesserung der kindlichen Entwicklung bis zum Alter von acht Jahren.15-20 Neuere Untersuchungen ergaben günstige Auswirkungen der Zufuhr von Fisch bzw. DHA in der Schwangerschaft auf das kindliche Immunsystem und ein geringeres Risiko für Ekzem und Asthma.21-24 Unter anderem zeigte sich auch ein signifikant vermindertes Krankheitsrisiko bei Säuglingen im ersten Lebensjahr durch respiratorische und andere Infektionen.25

Die positive Wirkung stelle sich ein, wenn Schwangere und Stillende zusätzlich zu der für Erwachsene empfohlenen Tagesdosis (insgesamt 250 mg DHA und Eicosapentaensäure) täglich 200 mg DHA zuführten

  1. Broschüre „Ernährung in der Schwangerschaft“, aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e.V. (Hrsg.); im Auftrag des bundesweiten Netzwerks „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie. 3389/2011
  2. Fortbildungskongress der Frauenärztlichen BundesAkademie: Lunch-Symposium „Folat/Folsäure und DHA – Rundum gut versorgt ab Kinderwunsch, in Schwangerschaft und Stillzeit“, unterstützt von Merck Selbstmedikation, 9. März 2012, Düsseldorf
  3. Berti C et al.: Clinical Nutrition 2011; 30: 689-701
  4. Greenberg JA et al.: Reviews in Obstetrics & Gynecology 2011; 4: 52-59
  5. Lamers Y: Ann Nutr Metab 2011; 59: 32-37
  6. Koletzko B et al.: Br.J Nutr 2007; 98(5): 873-77
  7. Verordnung (EU) Nr. 440/2011 der Kommission vom 6. Mai 2011 über die Zulassung bzw. Nichtzulassung bestimmter gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel betreffend die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. 
  8. van Beynum I et al.: Eur Heart J 2010; 31(4): 464-71
  9. Van der Molen EF et al.; Am J Obstet Gynecol 2000; 182 (5): 1258-63

10. Bukowski R et al.: PLOS Medicine 2009; 6: 1-11

11. Timmermans S et al.: Br J Nutr 2009; 102: 777-85

12. Horvath A et al.: Br J Nutr 2007; 98(2): 253-59

13. Szajewska H et al.: Am J Clin Nutr 2006; 83(6): 1337-44

14. Makrides M et al.: JAMA 2010 Oct 20; 304(15): 1675-83

15. Hibbeln JR et al.: Lancet 2007 Feb 17; 369(9561): 578-85

16. Oken E et al.: Am J Clin Nutr 2008 Sep; 88(3): 789-96

17. Oken E et al.: Environ Health Perspect 2005 Oct; 113(10): 1376-80

18. Judge MP et al.: Am J Clin Nutr 2007 Jun; 85(6): 1572-77

19. Judge MP et al.: Lipids 2007 Mar; 42(2): 117-22

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22. Muche-Borowski C et al.: Allergo J 2009; 18: 332-41

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24. Olsen SF et al.: American Journal of Clinical Nutrition 2008 Jul; 88(1): 167-75

25. Imhoff-Kunsch B et al.: Pediatrics 2011 Sep; 128(3): e505-12

idw 2012/03