Jugendliche und Alkohol – Risiko wird von Eltern und Erwachsenen vernachlässigt

Jugendliche und Alkohol – Risiko wird von Eltern und Erwachsenen vernachlässigt

Alkoholkonsum – Häufig sind Geburtstage und besondere Feiertage nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche ein Anlass, Alkohol zu trinken und ausgelassen zu feiern. Viele Heranwachsende werden dabei mehr trinken als sie vertragen, denn häufig unterschätzen sie die mit Alkohol verbundenen Gefahren. Um ihre Kinder vor den negativen Folgen übermäßigen Alkoholkonsums zu schützen, tragen Eltern und Erwachsene eine besondere Verantwortung.

„Eltern dürfen sich nicht scheuen, ihren Kindern im Umgang mit Alkohol klare Regeln und Grenzen zu setzen“, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Manche Eltern kommen sich vielleicht altmodisch vor, wenn sie ihr 15-jähriges Kind darauf ansprechen, auf der Silvesterparty keinen Alkohol zu trinken. Sie sollten sich aber ihrer Erziehungsaufgabe und ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kindern bewusst sein und sie über die gesundheitlichen Gefahren und drohenden Schädigungen durch Alkohol aufklären.“

Nach dem Jugendschutzgesetz ist Alkohol für unter 16-Jährige verboten. Hintergrund ist, dass die Gefahren gesundheitlicher Schäden durch Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen dieser Altersgruppe besonders hoch sind, denn ihre körperliche Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen.
[werbung]
Alkoholprobleme: Informationsangebote nutzen
Mit ihren Informationsangeboten unterstützt die BZgA Eltern dabei, eine eindeutige Haltung gegen unverantwortlichen Alkoholkonsum einzunehmen. Der BZgA-Ratgeber „Alkohol – reden wir drüber!“ informiert über die gesundheitlichen Auswirkungen von Alkohol auf den Körper junger Menschen und gibt Tipps, wie Eltern das Gespräch mit ihren Kindern führen können. „Eltern sollten für die Sorgen und Probleme ihrer Kinder offen sein und regelmäßig das Gespräch mit ihnen suchen. In einer Lebensumwelt, in der Kinder sich sicher und verstanden fühlen, können sie auch Herausforderungen und Konflikte besser meistern. Dann sinkt auch das Risiko, dass sie in schwierigen Situationen zu Alkohol oder anderen Drogen greifen“, erklärt Prof. Dr. Pott weiter.

Zugleich haben Erwachsene eine Vorbildfunktion. Sie sollten Kindern und Jugendlichen einen verantwortungsvollen und risikoarmen Umgang mit Alkohol vorleben. Dabei wird empfohlen, dass erwachsene Frauen nicht mehr als zwölf Gramm, erwachsene Männer nicht mehr als 24 Gramm reinen Alkohol pro Tag konsumieren. Bei Frauen entspricht das etwa einem kleinen Glas Bier oder einem Glas Sekt, bei Männern circa der doppelten Menge. (BZgA 01/2010)

weitere Informationen
Das Informationsangebot der BZgA zum Thema Alkohol:

www.kenn-dein-limit.info (für Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren)
www.kenn-dein-limit.de (für Erwachsene)
www.bist-du-staerker-als-alkohol.de (für Jugendliche unter 16 Jahren)

Der Ratgeber für Eltern „Alkohol – reden wir drüber!“ sowie weitere Informationsbroschüren zum Thema Alkohol können unter
www.bzga.de
eingesehen und unter folgender Adresse kostenlos bestellt werden:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

51101 Köln
Fax: 0221-8992257
e-mail: order@bzga.de

BZgA-Infotelefon
zur Suchtvorbeugung an sieben Tagen in der Woche: Tel.: 0221-892031

idw 2012/01