Hepatitis C Virusinfektionen: Triple-Therapie als Ansatz der personalisierten Medizin

Hepatitis C Virusinfektionen: Triple-Therapie als Ansatz der personalisierten Medizin

Die Hepatitis C ist eine Virusinfektion, von der viele Betroffene in Deutschland gar nicht wissen, dass sie infiziert sind. Auch wenn die Dunkelziffer hoch ist, besteht kein Grund zur Panik, denn bei vielen Betroffenen wird die Infektion Zeit ihres Lebens klinisch nicht auffällig. Die Triple-Therapie zur Behandlung von Hepatitis C Virusinfektionen ist ein Beispiel, wie sich die bisherige Therapie mit pegyliertem Interferon und Ribavirin durch die Kombination mit einem Proteasehemmer optimieren läßt. Durch diesen personalisierten Therapieansatz lassen sich bei bestimmten Genotypen die Ansprechraten nochmals erhöhen und der Therapieerfolg verbessern.

Triple-Therapie: Proteasehemmer plus pegyliertes Interferon plus Wirkstoff Ribavirin
Die moderne Kombinationstherapie verbindet das langwirksame pegylierte Interferon mit dem Wirkstoff Ribavirin und einem Proteasehemmer.
Damit kann die Mehrzahl der Patienten geheilt werden. Bei konsequenter Therapiedurchführung liegen die Heilungschancen je nach Genotyp zwischen 50 und 90 %. Dabei gilt: Je früher desto besser!

Personalisierte Medizin überzeugt auch bei der antiviralen Therapie chronischer Virusinfektionen
Die antivirale Therapie bestimmter chronischer Virusinfektionen entwickelt sich immer mehr hin zur personalisierten Medizin. Zum einen spielen hierbei eine personalisierte Aufklärung, individuelle Entscheidungen zum Therapiemanagement mit dem Patienten und ein umfangreiches Setting in Form interdisziplinärer Zusammenarbeit, gut ausgebildetem Praxis-/Klinikpersonal und der Kooperation mit der Selbsthilfe entscheidende Faktoren für einen Therapieerfolg. Zum anderen werden zunehmend Laborwertverläufe und genetische Biomarker wichtig, wobei nicht nur Wirtsfaktoren sondern auch Virusfaktoren die Therapieentscheidung beeinflussen, welche Medikamente über welche Dauer zur Therapie der Virusinfektion zum Einsatz kommen.
 

[movie]237[/movie]BioMarker ermöglichen effektive Therapie in der personalisierten Medizin
Bei der Personalisierten Medizin steht die effektive Therapie im Vordergrund. Hier gilt es abzuklären, wie „viel“ Therapie individuell für die Heilung notwendig ist. Dosis und Dauer müssen genau, auf den Patienten abgestimmt, analysiert werden. Sollte die Therapie ineffektiv sein und zu keiner Heilung führen, so müssen die Ursachen dafür gefunden und analysiert werden. Hierbei spielen die Wirtsfaktoren, die Krankheitsbiologie, die Genetik, Begleiterkrankungen und der Zeitpunkt der Therapie eine wesentlichen Analyseschwerpunkt. Ebenso sind Dosis, Dauer, Nebenwirkungen oder gar ein Therapieabbruch, eine Adhärenz und Interaktionen wesentliche Punkte in der Personalisierten Medizin. BioMarker spielen eine wesentliche Rolle in der Früherkennung.
 
Hepatitis-C-Virus wird über infiziertes Blut übertragen
Das Hepatitis-C-Virus wird über infiziertes Blut übertragen. Nachdem das Hepatitis-C-Virus in den Körper gelangt ist, dringt es in Leberzellen ein, vermehrt sich dort sehr schnell und beginnt, die Leberzellen zu schädigen. Nun versucht unser körpereigenes Abwehrsystem, das Immunsystem, das Virus zu bekämpfen, indem es befallene Leberzellen zerstört. In den meisten Fällen setzt sich das Virus im Körper fest und kann ohne Medikamente nicht besiegt werden. Aus der akuten Infektion wird eine chronische, wenn sechs Monate nach der Infektion das Hepatitis-C-Virus noch nachweisbar ist. Das ist bei drei von vier Betroffenen der Fall.
 
[movie]235[/movie]Erhöhtes Risiko für eine Leberzirrhose bei chronischer Hepatitis C
Dennoch gilt: Für Menschen, die unter chronischer Hepatitis C leiden, besteht ein erhöhtes Risiko für eine Leberzirrhose, eine massive Schädigung der Leber. Ist die Leber erst geschädigt, nimmt ihre Leistung nach und nach ab. Diese Erkrankung kann zum Leberversagen und zum Tod führen.
 
Antikörpertest bringt Klarheit über Infektion mit Hepatitis-C-Virus
In Deutschland sind schätzungsweise 500.000 Menschen mit dem Hepatitis- C-Virus infiziert. Die meisten – etwa zwei Drittel – wissen es nicht. Sie fühlen sich müde, ohne die Ursache dafür zu kennen. Ein Antikörpertest, der Klarheit bringen könnte, wird immer noch zu selten durchgeführt.
 
[movie]236[/movie]Experten-Interviews informieren
Hepatitis C ist eine Virusinfektion, von der viele Betroffene in Deutschland gar nicht wissen, dass sie infiziert sind. Auch wenn die Dunkelziffer der mit einem Hepatitis C Virus Infizierten hoch ist, besteht kein Grund zur Panik, denn bei vielen Betroffenen wird die Infektion Zeit ihres Lebens klinisch nicht auffällig. Achim Kautz, Geschäftsführer der Deutschen Leberhilfe eV. in Köln geht in unserem Experten-Interview auf Ansteckungsgefahren auch für Angehörige und andere Kontaktpersonen ein. Nach seiner Meinung lässt sich die Dunkelziffer senken, wenn gesundheitspolitische Rahmenbedingungen für ein bundesweites Screening geschaffen werden.
idw 2011/07