Empfängnisverhütung: Langzeitverhütung mit der Hormonspirale – Weniger Blutungen, Regelschmerzen und größere Unabhängigkeit

Empfängnisverhütung: Langzeitverhütung mit der Hormonspirale – Weniger Blutungen, Regelschmerzen und größere Unabhängigkeit

Häufige internationale Reisetätigkeit mit Zeitverschiebungen, volle Terminkalender, die Angst vor der eigenen Unzuverlässigkeit oder einfach der Wunsch nach mehr Unabhängigkeit und Lebensqualität – es gibt viele Gründe, warum „Frau“ sich heute für die Langzeitverhütung entscheidet. Neben der oralen Kontrazeption mit der traditionellen Hormonpille (75%) wählen 25% der Frauen die zweithäufigste Verhütungsmethode, die Langzeitverhütung. Sie entscheiden sich damit bewußt für eine Verhütung, die ihnen Unabhängigkeit, Lebensqualität und Sicherheit für bis zu fünf Jahre bietet.

Langzeitverhütung mit einer Hormonspirale führt Schattendasein in Deutschland
Bei den Langzeitverhütungsmethoden ist die Hormonspirale ein häufig eingesetztes Produkt. Bleibt man beim Beispiel der Hormonspirale, so setzen in anderen Ländern weitaus mehr Frauen auf die Langzeitverhütung, wobei Deutschland im internationalen Vergleich bei der Anwendungshäufigkeit der Hormonspirale auf dem drittletzten Platz rangiert und nur noch von der Tschechischen Republik und Litauen unterboten wird. Die Langzeitverhütung führt somit hierzulande noch eine Art Schattendasein, obwohl sie für viele Frauen eindeutig die bessere Form der Kontrazeption darstellt. Einmal ins Bewusstsein der Frauen gelangt, würden sich z.B. 45 Prozent aller Frauen für die Hormonspirale entscheiden (1).

Wahl der Verhütungsmethode – 50 Prozent der Frauen halten eine Überprüfung ihrer Verhütungsmethode für sinnvoll
Damit sich Frauen adäquat hinsichtlich der Wahl der Verhütungsmethode entscheiden können, müssen sie über die verschiedenen Möglichkeiten der Empfängnisverhütung informiert werden. Auf Befragen jedoch geben 61 Prozent der Frauen an, z.B. von ihrem Gynäkologen nicht auf die Option einer Langzeitverhütung angesprochen worden zu sein (1). Dabei ist die Bereitschaft zur Information groß, denn rund die Hälfte der Frauen erklärt, eine Überprüfung ihrer aktuellen Kontrazeptionsform für sinnvoll zu erachten (1). 

Die Einstellung des Gynäkologen ist entscheidender als der Verhütungswunsch der Frau
Ob eine Frau eine Langzeitverhütung wie z.B. die Hormonspirale wählt, hängt ganz entscheidend von der Einstellung ihres Gynäkologen zu dieser Kontrazeptionsform ab. So gibt es Frauenärzte, die dieser Option sehr aufgeschlossen gegenüber stehen. Das sind meist auch diejenigen, die bei den Frauen, die sie betreuen, vergleichsweise häufig eine Hormonspirale einsetzen. Es gibt auf der anderen Seite auch Gynäkologen, die der Langzeitverhütung gegenüber weniger aufgeschlossen sind und konsequenterweise z.B. die Hormonspirale weniger häufig empfehlen.

Langzeitkontrazeption – eine international weit verbreitete Form der Verhütung
Dabei stellt die Langzeitkontrazeption eine moderne, international weit verbreitete Form der Verhütung dar. Allerdings muss sich der Gynäkologe bei der Aufklärung der Frauen ein wenig Zeit nehmen. Denn der Einsatz einer Hormonspirale ist mit lnitialkosten von rund 300 bis 400 Euro verbunden, was auf den ersten Blick viel erscheint. Vorausschauend kalkulierende Frauen berücksichtigen jedoch, dass sich diese lnitialkosten auf fünf Jahre verteilen. Daraus resultieren jährliche Kosten von etwa 70 Euro für eine effektive Verhütung, was im Allgemeinen deutlich preiswerter ist als eine orale Kontrazeption oder die Verhütung mit einem Hormonring.

Weniger Blutungen und Regelschmerzen und größere Unabhängigkeit
Für die Hormonspirale spricht ferner die Tatsache, dass die Frauen, die diese Methode nutzen, häufig leichtere oder bei ca. 20 Prozent der Anwenderinnen gar keine Monatsblutungen haben, was meist als sehr angenehm empfunden wird. Das räumen auch die Gynäkologen ein, welche die Hormonspirale seltener einsetzen. Sie sehen bei Befragungen durchaus weitere Vorteile dieser Verhütungsmethode wie etwa die Tatsache, dass die betreffenden Frauen oftmals weniger schmerzhafte Blutungen haben können und zudem ein unabhängigeres Sexualleben führen können als bei vielen anderen Methoden, an die man täglich oder zeitnah „denken muss“.

Diese Vorteile schlagen sich in einer hohen Patientenzufriedenheit nieder. Das schließt auch Anwenderinnen mit Hypermenorrhoe ein, denen durch das Legen der Hormonspirale nicht selten sogar ein operativer Eingriff bis hin zur Hysterektomie erspart werden kann.

Hohe kontrazeptive Sicherheit und kaum systemische Hormonwirkung
Es gibt einen weiteren Aspekt, der für eine Hormonspirale spricht und den sehr viele Frauen hoch schätzen: Anders als bei der oralen Kontrazeption kommt es bei vergleichbarem Pearl-lndex, also vergleichbarer kontrazeptiver Sicherheit, kaum zu einer systemischen Hormonwirkung. Man sollte deshalb interessierten Frauen erklären, dass es sich nicht um eine klassische systemische hormonelle Verhütungsmethode handelt, wie der Begriff der Hormonspirale eventuell suggeriert, sondern dass die Verhütung durch eine vorwiegend ,lokale‘ Hormonwirkung vermittelt wird.

Aufklärung erhöht die Akzeptanz der Hormonspirale
Die Frauen sollten vorab darauf vorbereitet werden, dass das Einlegen der Hormonspirale ein wenig schmerzhaft sein kann und dass es möglicherweise in den ersten Wochen zu leichten Schmierblutunge kommen kann. Erfolgt diese Aufklärung, so ist die Akzeptanz der Hormonspirale gut. Die Beratungs- und Aufklärungsgespräche bieten damit dem Frauenarzt auch die Chance, eine gute Kommunikation mit seiner Patientin aufzubauen, die wiederum Basis ist für eine vertrauensvolle Arzt-Patientenbeziehung.

Hohe Zufriedenheit mit der Hormonspirale
Entscheidet sich die Frau nach einem Informations- und Aufklärungsgespräch für die Insertion eines Levonorgestrel-Intrauterinsystems (Hormonspirale), so ist laut Professor Dr. Thomas Römer aus Köln die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass sie mit dieser Form der Kontrazeption zufrieden sein wird. Das belegen die Ergebnisse der europäischen Mirena®-Zufriedenheitsstudie, die der Mediziner vorstellte. In der Erhebung, an der mehr als 8.000 Frauen aus 18 europäischen Ländern – darunter knapp 3.000 Frauen aus Deutschland – teilnahmen, erklärten 93 Prozent der Anwenderinnen, mit dieser Kontrazeptionsmethode zufrieden zu sein. 66 Prozent gaben laut Römer sogar an, sehr zufrieden zu sein.

Die Zufriedenheitsstudie (6.183 Erstanwenderinnen und 2.389 Zweitanwenderinnen wurden befragt) lieferte zugleich Daten zu der „durchschnittlichen Mirena®-Anwenderin“: Diese lebt üblicherweise in einer Partnerschaft, hatte durch ihren Gynäkologen von der Möglichkeit der Langzeitverhütung erfahren und 79 Prozent schlossen eine Sterilisation als alternative Kontrazeptionsoption für sich aus. „Rund 60 Prozent der Frauen hatten zuvor orale Kontrazeptiva genutzt, 28 Prozent eine Kupferspirale und 22 Prozent hatten per Kondom verhütet“, so Professor Römer.

55 Prozent der Frauen hatten vor der Anwendung der Hormonspirale Blutungsprobleme und 93 Prozent der Erstanwenderinnen und sogar 100 Prozent der Zweitanwenderinnen gaben eine deutliche Besserung nach Einsetzen der Hormonspirale an. Bemerkenswert an den Ergebnissen der Erhebung war nach Römer ferner, dass die Zufriedenheit der Frauen mit der Dauer der Anwendung der Hormonspirale sogar noch ansteigt und dass 91 Prozent der Anwenderinnen diese Form der Kontrazeption auch künftig nutzen wollen und sogar ihrer Freundin empfehlen würden.

Literatur
(1)    GFK-Studie 2010; data on file

Quelle
Vortrag
Deutschland – Entwicklungsland in der Langzeitverhütung?
Veranstalter: Bayer HealthCare
Leverkusen, 21. Juni 2011

  • Erfahrungsbericht aus der Praxis
    Dr. med. Matthias Krick
    Facharzt für Gynäkologie
    Moers
  • Zufriedenheitsstudie
    Professor Dr. med. Thomas Römer
    Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe
    Evangelisches Krankenhaus Köln-Weyertal
  • Lösungsvorschlag: Kommunikation
    Prof. Dr. med. Matthias Volkenandt
    München
  • Der Haptic Trainer
    Michael Feile
    Women’s Healthcare
    Bayer HealthCare, Leverkusen
idw 2011/06