Die vier Persönlichkeiten eines Menschen – oder – Die vier Seelen in meiner Brust

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Eine für jeden Menschen selbst anwendbare Methode zur Vermessung der eigenen Seele haben zwei Psychiater des größten psychiatrischen Krankenhauses der Stadt Wien, dem Otto-Wagner-Spital, entwickelt.

Die Methode basiert auf der Studienerkenntnis, dass jeder Mensch vier Persönlichkeiten in sich vereinigt. Damit ein Mensch sein volles Potenzial nützen und ein gutes Leben führen kann, sollten alle vier Persönlichkeiten etwa gleich stark entwickelt sein. Das ist aber bei den wenigsten der Fall ist.

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Shird Schindler, leitender Psychiater am Otto-Wagner-Spital, und die ebenfalls dort tätige Neurochirurgin und Psychiaterin Iris Zachenhofer präsentieren die Methode in ihrem Buch „Die geteilte Seele – Wie wir eins mit uns werden“. Sie leiten mit zwei Selbsttest und vielen Fallbeispielen zur Selbstanalyse an.

Vier Seelen wohnen, ach! in meiner Brust

Die beiden Psychiater bauen unter anderem auf den Erkenntnissen des deutschen Psychologen und Psychoanalytikers Fritz Riemann (1902 bis 1979) auf, der in seinem Standardwerk „Grundformen der Angst“ die Teilung der menschlichen Seele in vier Persönlichkeiten wissenschaftlich beschrieben hat. Sie wählen aber einen leicht verständlichen Zugang zu dem Thema, etwa indem sie den vier Persönlichkeitstypen, die jeder Mensch in sich vereint, gebräuchliche Vornamen geben:

  • Der Typ „Christopher“ ist stabil, pflichtbewusst, belastbar, zielstrebig, verantwortungsbewusst, korrekt, und objektiv, kann aber auch pedantisch, starr, geizig und unflexibel sein.
  • Der Typ „Sophie“ ist unabhängig, realistisch, selbstständig, sachlich und lässt sich nicht täuschen, kann aber auch distanziert, kühl, emotionslos und grob sein.
  • Der Typ „Valeria“ ist unternehmungslustig, risikofreudig, mitreißend und genussfreudig, kann aber auch launisch, inkonsequent, unstet und leichtsinnig sein.
  • Der Typ „Bono“ ist bescheiden, friedfertig, einfühlsam und romantisch, kann aber auch pessimistisch, passiv, hoffnungslos und konfliktscheu sein.

Gentische Prägungen gewichten die vier Persönlichkeiten in uns

Welcher dieser Typen bei wem dominiert und wie stark die anderen ausgeprägt sind, hängt laut Schindler und Zachenhofer von genetischen Prägungen und von Kindheitserfahrungen ab, aber auch davon, welche davon jeder Mensch aufgrund der an ihn gestellten Herausforderungen besonders stark trainiert.

„Es ist gut, dass wir diese vier Persönlichkeiten in uns tragen, denn sie versetzen uns in die Lage, auf die vielfältigen Herausforderungen des Lebens zu reagieren“, sagen Schindler und Zachenhofer – und geben ihren Lesern eine Anleitung, wie sie die Persönlichkeitsanteile, die sie bei ihren Selbsttests als unterentwickelt erkannt haben, stärken können.

„Wir müssen denken wie ein Fußballtrainer und unterentwickelte Persönlichkeiten zunächst vorsichtig in passenden Situationen einsetzen.“ Wie das geht, zeigt Zachenhofer in dem sehr persönlich gehaltenen Buch auch anhand ihres eigenen Beispiels.

Die Autoren

Dr. Shird Schindler ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin. Er leitet das Zentrum für Suchtkranke und die Station für forensische Akutpsychiatrie und Begutachtung im Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe in Wien. Dr. Iris Zachenhofer war Neurochirurgin an der Wiener Universitätsklinik sowie an der Neurochirurgie Feldkirch (Vorarlberg). Sie wechselte in die Psychiatrie und arbeitet jetzt ebenfalls im Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe in Wien.

Buchtitel:
Die geteilte Seele
Wie wir eins mit uns werden

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Verlag: edition a
240 Seiten gebunden
ISBN: 978-3-99001-334-2

Dr. Shird Schindler, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Dr. Iris Zachenhofer, Neurochirurgin, beide Wien
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