Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Und doch gab es etwas Besonderes. Von Holten ist der erste Masterabsolvent des Studiengangs „Hörakustik und Audiologische Technik“ und steht beispielhaft für Lübeck als Standort für Hörakustik. „Darf ich das denn sagen oder ist das zu sehr Marketing“, fragt Daniel von Holten, der unmittelbar zuvor als erster Absolvent des Masterstudiengangs sein Kolloquium mit der Note 1,0 geschafft hat.
Der Titel seiner Arbeit, die er im Kolloquium verteidigen durfte und die er am DHI angefertigt hat, lautet: „Evaluation der Beeinträchtigung der Sprachqualität durch eine Rückkopplungsunterdrückung bei Hörgeräten.“ Darin untersuchte er verschiedene Algorithmen, die eine empfundene Sprachqualität ‚vorhersagen‘ können, auf ihre Fähigkeit, die Beeinträchtigung der Sprachqualität durch eben Rückkopplungsunterdrückungen feststellen zu können.

„Wesentlich“, so Daniel von Holten, „ist nicht die Arbeit selbst. Vielmehr geht es darum, dass sich durch das neue Masterstudium ein imaginärer Kreis schließt. Man kann sagen, dass Lübeck sozusagen die Hauptstadt der Hörakustik in Deutschland ist. War es bislang so, dass man hier seinen Gesellen, seinen Meister machen und auch den Bachelor Hörakustik absolvieren konnte, so kann man jetzt durch den neuen Studiengang Hörakustik und Audiologische Technik auch seinen Masterabschluss machen. Das schließt den Kreis. Deshalb bin ich auch ein bisschen stolz, der erste sein zu dürfen, der diesen Abschluss erworben hat. Das ist eben das Tolle, dass man hier in Lübeck seinen kompletten Werdegang sowohl handwerklich als auch akademisch absolvieren kann.“

Von Holten spricht damit den Lübecker „Campus Hörakustik“ an, der wegen der zahlreichen Akustik-Einrichtungen vor Ort so bezeichnet wird – mit den Hochschulen, der afh, dem DHI, der Bundesoffenen Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen (LBS) und dem UKSH.

In wenigen Tagen geht es für den frisch gebackenen Master of Science in die Schweiz. Dort wird er bei einem der weltweit größten Hersteller von Hörgeräten in der Forschung und Entwicklung arbeiten. Einen entsprechenden Vertrag hat von Holten bereits in der Tasche und freut sich darauf, seine weitere berufliche Laufbahn außerhalb des Studiums verfolgen zu können. „Das Studium war sehr anspruchsvoll. Dabei hat man viel Zeit und graue Haare investieren müssen über die Jahre. Ich hoffe aber, dass das Ganze jetzt belohnt wird und ich richtig ins Berufsleben starten kann“, freut sich von Holten neugierig auf das, was da jetzt kommt.

idw 2019/09