Weltweit sind Millionen von Menschen von Alzheimer betroffen. Diese Erkrankung verursacht enorme gesellschaftliche Kosten und ist für viele Familien eine massive Belastung. Bislang gibt es keine wirksame Therapie gegen diese Form der Demenz. Ein Forschungsschwerpunkt ist seit vielen Jahren das Amyloidprotein. Hierbei handelt es sich um ein an der Alzheimer-Erkrankung beteiligtes Molekül. Der Bericht von Elsevier stellt jedoch fest, dass der Zusammenhang zwischen Alzheimer und Verhaltensaspekten – wie Schlafverhalten und Lernen – zunehmend in den Fokus rückt.

Internationale Analyse

Für die aktuelle Studie wurden weltweit Fachpublikationen aus den Jahren 2014 bis 2018 ausgewertet. So konnten auch jene Länder und Institutionen identifiziert werden, welche die meisten wissenschaftlichen Ergebnisse über die Alzheimer-Erkrankung publizieren. Aus Ländersicht wird die Liste von den USA angeführt, gefolgt von China und dem Vereinigten Königreich, wobei Deutschland den vierten Platz belegt. Von institutioneller Seite führt die Harvard University die Top 10 an, gefolgt vom französischen INSERM und dem University College London.

Häufig zitiert

Neben der Anzahl der Veröffentlichungen wurden weitere Indikatoren der Forschungsleistung erhoben. Elsevier stellte fest, dass etwa jede zweite Publikation des DZNE zu den obersten zehn Prozent der weltweit meistzitierten Fachartikel gehört. Daran gemessen, belegt das DZNE den dritten Platz innerhalb der Gruppe der zehn Institutionen mit den meisten wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu Alzheimer.

„Diese Studie belegt, dass das DZNE auf höchstem Niveau Alzheimer-Forschung betreibt“, sagt Prof. Pierluigi Nicotera, Vorstandsvorsitzender des DZNE. „Innerhalb seines Fachgebiets ist das DZNE eine der produktivsten Forschungseinrichtungen weltweit und seine Forschung findet in Fachkreisen große Beachtung. Dies ist umso erfreulicher, als das DZNE mit einem Alter von nur zehn Jahren im Vergleich zu anderen Akteuren eine relativ junge Institution ist.“

„Neurodegenerative Erkrankungen werden in unserer älter werdenden Gesellschaft eine immer größere Rolle spielen“, sagt Prof. Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Dass das DZNE als eines unserer Mitgliedszentren dabei international zu den führenden Forschungseinrichtungen gehört, freut mich sehr. Das ist Spitzenforschung auf international höchstem Niveau, ganz im Sinne der Helmholtz-Mission. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung dieser großen gesellschaftlichen Herausforderung, die viele Millionen Menschen betrifft.“

Die Analyse belegt zudem, dass das DZNE ein hohes Maß an Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft erreicht: Unter den zehn Institutionen mit den meisten Fachveröffentlichung belegt das DZNE den dritten Platz hinsichtlich internationaler Kooperationen mit anderen Forschungseinrichtungen und den zweiten Platz in Bezug auf Industriekooperationen.

idw 2019/09