Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie vergibt seit 1973 in unregelmäßigen Abständen die Ehrenmitgliedschaft in Anerkennung und Würdigung langjähriger Verdienste um das Fach der Immunologie und für die Interessen und zum Wohl der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Stefan Meuer hat nicht nur dazu beigetragen, die Deutsche Gesellschaft für Immunologie voranzubringen, sondern hat auch wichtige Beiträge für die immunologische Forschung geleistet.

Stefan Meuer studierte Medizin und promovierte an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt an der Harvard Medical School in Boston, USA, kehrte er nach Mainz zurück und erlangte dort den Facharzt für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, absolvierte seine Habilitation in Klinischer Immunologie und erlangte den Facharzt für Innere Medizin. Nach seinem Wechsel an das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg wurde er zum Professor für Angewandte Immunologie und schließlich zum Professor für Allgemeine Immunologie und zum Direktor des Instituts für Immunologie der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seit 2005 ist er außerdem der Geschäftsführer und Ärztlicher Leiter des Instituts für klinische Transfusionsmedizin und Zelltherapie Heidelberg.

Während seiner wissenschaftlichen Laufbahn war er maßgeblich an der Beschreibung und funktionellen Charakterisierung des T-Zellrezeptors beteiligt. Durch seine Forschungsergebnisse konnte aufgeklärt werden, wie diese wichtigen Abwehrzellen des Immunsystems aktiviert werden. Später wandte er sich dann den Entzündungsmechanismen bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zu, wobei der Fokus seiner Arbeiten immer auf das menschliche Immunsystem gerichtet war.

Neben seinen wissenschaftlichen Leistungen hat Stefan Meuer auch maßgeblich die immunologische Forschungslandschaft in Deutschland sowie die DGfI durch seine vielfältigen Aktivitäten vorangebracht. Er war Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie in den Jahren 2007 bis 2008, organisierte die Ausrichtung der 40. Jahrestagung unserer Gesellschaft in Heidelberg, gründete die Geschäftsstelle der DGfI in Berlin und etablierte die Deutsch-Chinesischen Workshops, die mittlerweile eine lange Tradition in unserer Gesellschaft haben. Ferner war er in Gründungskommissionen wie der des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums oder des Max-Delbrück-Zentrums in Berlin aktiv. Er war Sprecher des Sonderforschungsbereiches „Immuntoleranz und ihre Störungen“ und vertritt seit 1998 die Immunologie und Medizin im Wissenschaftsrat, in der BioRegion Rhein-Neckar-Dreieck und in vielen anderen Gremien. Er war Senator der Leibniz-Gemeinschaft und Mitglied in dessen Evaluationskommission. Sein Rat ist auch heute noch nicht nur bei der Bundesärztekammer, sondern auch in der Wirtschaft und in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten, wie dem des CCI in Freiburg oder dem des DRFZ in Berlin gefragt.

In Anerkennung für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und seine fortwährenden und herausragenden Verdienste für die Fachgesellschaft verleiht die DGfI Stefan Meuer die Ehrenmitgliedschaft.

Hintergrund: Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie e.V. (DGfI), die am 7. Juli 1967 gegründet wurde und bei ihrer Jahrestagung 2017 in Erlangen ihr 50-jähriges Jubiläum feierte, vereint führende Naturwissenschaftler und Ärzte, um die Wirkmechanismen der körpereigenen Abwehr von Krankheitserregern wie Bakterien, Viren, Pilze und anderen körperfremden Stoffen wie beispielsweise biologischen Toxine und Umweltgifte zu erforschen. Dadurch werden bedeutende Grundlagen für die Prävention, Diagnose und Behandlung von Krankheiten geschaffen. Durch nationale Schulungen und den Austausch mit internationalen Fachgesellschaften fördert die DGfI in besonderem Maße den wissenschaftlichen und klinischen Nachwuchs. Die DGfI ist weltweit die viertgrößte nationale Fachgesellschaft für Immunologie.

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Deutsche Gesellschaft für Immunologie e.V.
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idw 2019/09