Tenure-Track-Professuren geben jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit zu einer unbefristeten Professur auf Lebenszeit – und das schneller und strukturierter als bei herkömmlichen Qualifizierungswegen. Voraussetzung ist eine erfolgreich abgeschlossene Bewährungsphase inklusive Evaluation. Durch das Bund-Länder-Programm soll die Tenure-Track-Professur als eigenständiger Karriereweg dauerhaft und breit an deutschen Universitäten etabliert werden.

Prof. Dr. Axel Radlach Pries, Dekan der Charité: „Wir freuen uns sehr, dass wir uns in diesem Auswahlprozess durchsetzen konnten und nun noch mehr jungen Spitzenwissenschaftlerinnen und Spitzenwissenschaftlern eine nachhaltige Perspektive bieten können. Für uns als Universitätsmedizin ist es besonders wichtig, verlässliche akademische Karrierewege zu schaffen. Da medizinische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht nur in der Lehre und Forschung, sondern auch in der Krankenversorgung tätig sind, steht ihnen auch eine Karriere als Arzt oder Ärztin außerhalb der Universität offen. Um attraktiv für exzellente junge Talente zu bleiben, müssen wir ihnen daher verbindliche Zukunftswege in Aussicht stellen. Die jetzige Förderung im Bund-Länder-Programm ermöglicht uns das. Wir möchten sie zusätzlich dazu nutzen, das interdisziplinäre Zusammenarbeiten weiter zu stärken, beispielsweise durch die Etablierung von sogenannten Brückenprofessuren zwischen mehreren Einrichtungen.“

Das Tenure-Track-Programm der Charité bietet dem wissenschaftlichen Nachwuchs früher als bisher Sicherheit für eine universitäre Karriere in der Medizin. Es vereint zielgerichtetes Mentoring und Qualifizierungsangebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Nachwuchsforschenden in der Universitätsmedizin ausgerichtet sind, mit einem transparenten Evaluationsprozess.

Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Das Bund-Länder-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses läuft – verteilt auf zwei Bewilligungsrunden – von 2017 bis 2032. Heute hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) die Ergebnisse der zweiten Bewilligungsrunde vorgestellt. Darin werden deutschlandweit 532 Tenure-Track-Professuren an 57 Hochschulen gefördert. Grundlage für die Auswahl war ein wissenschaftsgeleitetes Wettbewerbsverfahren. Ziel des Programms ist es, die Karrierewege des wissenschaftlichen Nachwuchses besser planbar und transparenter zu gestalten. Im Rahmen des Programms wird die Einrichtung von 1000 Tenure-Track-Professuren deutschlandweit gefördert. Der Bund stellt hierfür bis zu eine Milliarde Euro bereit, die Bundesländer der geförderten Universitäten stellen die Gesamtfinanzierung sicher.

idw 2019/09