Freiburg/ Berlin, 18. September 2019

Die Flut an elektrischen Signalen, die das Gehirn ständig verarbeitet nachzuempfinden ist eines der zentralen Themen der Computational Neuroscience. Hierfür nutzen ForscherInnen mathematische Modelle und Computersimulationen, um die Funktionsweise des Gehirns zu untersuchen und zu verstehen. Dies macht neue medizinische Anwendungen, wie beispielsweise die Steuerung künstlicher Gliedmaßen oder eines Computers mittels Gedankenkraft, möglich.

Die alljährlich in Deutschland stattfindende Bernstein Conference bietet europaweit eine der wichtigsten Möglichkeiten zum internationalen wissenschaftlichen Austausch auf dem Gebiet der Computational Neuroscience. Ob Physik, Biologie, Chemie oder Computerwissenschaften: Über Disziplingrenzen hinaus zu denken und zu forschen ist schon seit jeher das große Plus der noch immer recht jungen Forschungsdisziplin. Das aktuelle Thema Künstliche Intelligenz ist hier ebenso präsent wie das Erforschen jener medizinisch-biologischen Grundlagen, die dazu beitragen, der Funktionalität des Gehirns auf die Spur zu kommen und unseren Lebensalltag zu verbessern.

Prof. Dr. Susanne Schreiber, wissenschaftliche Organisatorin der Konferenz, sieht den Schwerpunkt hier: „Wir sind Neurowissenschaftler, die versuchen, mittels mathematischer Methoden der Funktionsweise des Gehirns auf die Spur zu kommen.“ Sie freut sich, dass so viele renommierte internationale ForscherInnen dem Ruf nach Berlin gefolgt sind, unter Ihnen auch Eve Marder, die von der National Academy of Sciences als „eine der einflussreichsten Neurowissenschaftlerinnen ihrer Generation“ bezeichnet wird. Marders Forschung hat die wissenschaftliche Erkenntnis der grundlegenden Abläufe im tierischen und menschlichen Gehirn nachhaltig geprägt.
Matthias Bethge, Leiter des deutschen AI Center Tübingen, erforscht und entwickelt neue Algorithmen für Maschinelles Lernen. Er gehört einer neuen Generation europäischer Wissenschaftler an, die die Forschung in Europa auf neue Art vernetzt. Als geladene Sprecher stehen beide stellvertretend für Ihre KollegInnen aus der experimentellen und theoretischen Neurowissenschaft für die interdisziplinäre Exzellenz der Computational Neuroscience.
Preisverleihung
Einer der wissenschaftlichen Höhepunkte der diesjährigen Bernstein Conference ist die Verleihung des Brains for Brains Young Researcher Award am 20. September an Tuan Pham, einen jungen Wissenschaftler der University of Chicago, USA. Der Preis wird alle zwei Jahre an herausragende NachwuchswissenschaftlerInnen vergeben, die schon sehr früh in ihrer Karriere – noch vor Beginn ihrer Doktorarbeit – herausragende Leistungen erbracht haben.

Öffentliches Event
KI – Kopie oder Karikatur?
Vorlesung von Florian Röhrbein, Alfred Kärcher SE & Co. KG:
Was unterscheidet künstliche von natürlicher Intelligenz? Braucht Intelligenz einen Körper? Lässt sie sich kopieren? Und ist eine Kopie überhaupt wünschenswert? Als Forschungsgebiet an der Schnittstelle zwischen Neurowissenschaften, Informatik und weiteren Disziplinen wirft Künstliche Intelligenz viele Fragen auf. Ein Blick auf aktuelle Forschungsergebnisse sowie auf die über 60-jährige Geschichte der KI hilft, den aktuellen Hype um diesen Begriff besser zu verstehen und einzuordnen.
Datum: Mittwoch, 18. September, 19:30
Ort: Technischen Universität Berlin, Straße des 17. Juni 135
Hauptgebäude, Saal H0104
Der Eintritt ist frei.

Termine in Kürze

Für Journalisten
Offizielle Eröffnung: Mittwoch, 18. September, 14:00 Uhr im Hörsaal H0104 der Technischen Universität Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
Verleihung des Brains for Brains Awards an Tuan Pham, University of Chicago: Freitag, 20. September, 10:00 Uhr im Hörsaal H0104 der Technischen Universität Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

Für Journalisten und die allgemeine Öffentlichkeit

KI – Kopie oder Karikatur? (öffentliche Vorlesung)
Mittwoch, 18. September, 19:30 Uhr Hörsaal H0104 der Technischen Universität Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

Pressepass
VertreterInnen der Presse sind herzlich zur gesamten Konferenz eingeladen. Bitte registrieren Sie sich am Informationsschalter mit Ihrem Presseausweis. Mehr Details finden Sie hier:
http://www.bernstein-network.de/de/bernstein-conference/2018/pressepass

Interviews können auf Anfrage vermittelt werden.

Die Bernstein Conference
Die Bernstein Conference ist die Jahrestagung des Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience. Die mittlerweile größte jährlich in Europa stattfindende Konferenz auf diesem Gebiet zieht Fachpublikum aus der ganzen Welt an.

Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience
Das Bernstein Netzwerk ist ein Forschungsverbund im Bereich der Computational Neuroscience; dieses Gebiet verbindet experimentelle neurowissenschaftliche Ansätze mit theoretischen Modellen und Computersimulationen. Das Netzwerk geht auf eine Förderinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zurück und wurde 2004 mit dem Ziel gegründet, Kapazitäten im Bereich der Computational Neuroscience weiterzuentwickeln und den Transfer von theoretischen Erkenntnissen hin zu klinischen und technischen Anwendungen voranzubringen. Das Netzwerk ist nach dem deutschen Physiologen und Biophysiker Julius Bernstein (1839-1917) benannt und bestand nach zehnjähriger Förderung durch das BMBF aus mehr als 200 Arbeitsgruppen. Seit 2016 ist das Fortbestehen des Netzwerks durch die Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience e.V. gewährleistet.

idw 2019/09