Der Sommer ist vorbei und die nasskalten Jahreszeiten stehen vor der Tür – damit ebenso die Erkältungszeit. Verglichen mit einer herkömmlichen Erkältung, einem grippalen Infekt, sind die Symptome einer Grippe, auch Influenza genannt, meist stärker ausgeprägt. Viele Menschen fragen sich, ob eine Grippeimpfung notwendig ist.

Was ist eine Grippeimpfung?

Bei einer Grippeimpfung injiziert der Arzt eine geschwächte oder inaktive Variante eines Grippevirus unter die Haut. Der Körper reagiert darauf und produziert Antikörper. Infizieren sich Geimpfte später mit den Grippeviren, die kursieren, ist das Immunsystem darauf vorbereitet und kann die Krankheit besser abwehren. Dadurch bleiben Ihnen typische Grippe-Symptome im besten Fall erspart.

Die verursachenden Viren variieren jährlich, weshalb Experten jede Saison einschätzen, welche Erreger zu erwarten sind. In Deutschland ist dafür das am Robert Koch-Institut ansässige Nationale Referenzzentrum für Influenza zuständig. Von dort aus schicken die Verantwortlichen ihre Informationen an die WHO (World Health Organization). Diese bestimmt folglich die Zusammensetzung des Impfstoffes für die kommende Saison.[1]

Wer sollte eine Grippeimpfung bekommen?

Nicht jeder Mensch muss sich unbedingt gegen Influenza impfen lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) legt bestimmten Personengruppen eine Grippeimpfung nahe:[2]

  • Menschen ab dem 60. Lebensjahr
  • Betroffene einer chronischen Erkrankung wie Asthma, Diabetes oder Multipler Sklerose
  • gesunde Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, bei zusätzlicher gesundheitlicher Belastung unabhängig vom Stadium
  • Alten- oder Pflegeheimbewohner

Neben diesen Risikopersonen rät die STIKO zusätzlich folgenden Menschen zu einer Grippeimpfung:[3]

  • Personen, bei denen das Risiko einer Ansteckung hoch ist, wie medizinisches Personal und Mitarbeiter in Einrichtungen mit Publikumsverkehr
  • Mitbewohner, Betreuer oder Pflegende einer gefährdeten Person, zum Beispiel Angehörige
  • Menschen mit direktem Kontakt zu Geflügel oder Wildvögeln, da eine Neukombination aus Influenza- und Vogelgrippeviren drohen kann[4]

Bei Bedarf rufen die Behörden nochmals gesondert zur Impfung auf. Dies ist der Fall, wenn Sie einen besonders starken Ausbruch erwarten und die schnelle Verbreitung eindämmen wollen.

Zu welchem Zeitpunkt sollten Sie sich impfen lassen?

Viele Menschen fragen sich, wann der richtige Zeitpunkt für die Grippeimpfung ist: Bestenfalls erfolgt die Impfung im Oktober oder November.[5]Nach der Vakzination (Schutzimpfung) dauert es in der Regel 10 bis 14 Tage bis ein Schutz besteht.[6] Sind Sie zu spät dran, ist auch eine Durchführung danach meist noch sinnvoll – besonders, wenn die Grippewelle erst vor Kurzem oder noch nicht ausgebrochen ist.

Welche Nebenwirkungen kann eine Grippeimpfung mit sich bringen?

Sie fürchten, dass sich aufgrund der gespritzten Viren eine Grippe entwickelt? Diese Angst ist unbegründet: Es handelt sich in der Regel um einen Totimpfstoff, weshalb sich die Erreger weder vermehren noch an Dritte weitergegeben werden können.

Dennoch führt eine Grippeimpfung in manchen Fällen zu folgenden Nebenwirkungen:[7]

  • Schwellung, Rötung und leichtes Schmerzen der Einstichstelle
  • Allgemeinsymptome wie Frösteln, Müdigkeit, Gliederschmerzen oder Übelkeit

Normalerweise verschwinden diese Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder.[8]

Grippe trotz Impfung: Was nun?

Keine Vakzination garantiert einen hundertprozentigen Schutz vor der jeweiligen Erkrankung. Demnach kommt es ab und an trotz Impfung zu einer Grippe, weil die im Impfstoff enthaltenen Viren wider Erwartung beispielsweise nicht eins zu eins mit den kursierenden Influenzaviren übereinstimmen.

Das bedeutet, dass Risikopersonen auch mit einer Grippeimpfung bestimmte Maßnahmen während der Erkrankungswelle ergreifen sollten. Dazu gehört zum Beispiel Abstand zu erkrankten Personen zu halten, regelmäßiges Händewaschen und Einrichtungen mit regem Publikumsverkehr zu meiden. Treten dennoch Symptome einer Influenza auf, sollten Sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

[1]Robert Koch-Institut: Grippeschutzimpfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten. (09.09.2019).

[2]Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Grippeimpfung bei Erwachsenen. (09.09.2019).

[3]Ebd.

[4]Bundesärztekammer in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: Fragen und Antworten zur Vogelgrippe. (09.09.2019).

[5]Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Fragen und Antworten zur Grippeimpfung. (09.09.2019).

[6]Ebd.

[7]Robert Koch-Institut: Grippeschutzimpfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten. (09.09.2019).

[8]Ebd.

 

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