Health Economy Reporting als Basis gesundheitspolitischer Entscheidungen

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Im Jahr 2018 machte die Gesundheitswirtschaft, den jüngsten Ergebnissen der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung des BMWi (Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie) zu Folge, mehr als 12 Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes aus. Das entspricht mehr als eine Milliarde Euro Bruttowertschöpfung pro Tag. Die Automobilbranche generierte im Vergleich dazu im selben Zeitraum weniger als halb so viel Wertschöpfung. Zusätzlich waren im letzten Jahr rund 7,6 Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt. Die Branche war damit Arbeitgeber von jedem sechsten Erwerbstätigen in Deutschland.

Neben diesem direkten Beitrag zu Wirtschaftsleistung und Beschäftigung in Deutschland sorgt die Gesundheitswirtschaft durch den Bezug von notwendigen Vorprodukten, wie Rohstoffen oder Betriebsmitteln, zusätzlich für Impulse in anderen Bereichen der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt. Die vielfältigen Beziehungen zu Akteuren aus anderen Branchen und die daraus entstehenden volkswirtschaftlichen Effekte hinterlassen in der deutschen Wirtschaft einen ökonomischen Fußabdruck von insgesamt rund 670 Mrd. Euro Wertschöpfung sowie über 12 Mio. Erwerbstätigenverhältnisse.

Investitionen in die Gesundheitswirtschaft werden trotz dieser gesamtwirtschaftlichen Relevanz unverhältnismäßig gering getätigt, sagt Prof. Dr. Dennis A. Ostwald, Professor für Wirtschaftsforschung und Management an der School of International Business and Entrepreneurship (SIBE) der Steinbeis-Hochschule. Dies liegt vor allem auch an der politische Entscheidungsfindung im gesundheitswirtschaftlichen Bereich. Entscheidungen würden gegenwärtig auf Basis der Versorgungssicht oder aus Kostengesichtsgründen getroffen, ohne den Einfluss der Branche auf die deutsche Gesamtwirtschaft zu berücksichtigen, führt er weiter aus. Aus diesem Grund entwickelte Prof. Ostwald innerhalb des von ihm geleiteten Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR bereits vor mehr als zehn Jahren das Health Economy Reporting.

Die systematische Berichterstattung in der Gesundheitswirtschaft soll als Basis bei der gesundheitspolitischen Entscheidungsfindung Unterstützung bieten. In seiner aktuellen wissenschaftlichen Publikation im International Journal of Business and Social Science beschreibt Prof. Ostwald gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus-Dirk Henke (TU Berlin), Benno Legler (WifOR) und Dr. Mirko Claus (Universität Padua, Italien) die Methodik sowie die Anwendung des Health Economy Reporting und präsentiert dessen Ergebnisse für Deutschland.

Zur Person:
Prof. Dr. Dennis A. Ostwald hat seit Beginn des Jahres 2019 die Junior-Professur für Wirtschaftsforschung und Management an der School of International Business and Entrepreneurship (SIBE) der Steinbeis-Hochschule inne. An der Graduate School für Leadership und Management der privaten, staatlich anerkannten Hochschule lehrt Ostwald seit 2011im Bereich Internationales Management.
Zudem ist Prof. Dr. Ostwald Gründer und Geschäftsführer des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR. Er studierte Wirtschaftsingenieurwesen an der Technischen Universität Darmstadt und promovierte im Anschluss zum Thema „Wachstums- und Beschäftigungseffekte der Gesundheitswirtschaft“ am Lehrstuhl von Prof. Dr. Bert Rürup.

Originalpublikation:
https://www.ijbssnet.com/journal/index/4198 – Health Economy Reporting: A Case Review from Germany

doi:10.30845/ijbss.v10n3p5

idw 2019/08
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