Sowohl in Werkstätten als auch anderen Bereichen wird immer mehr Wert auf ein gutes betriebliches Gesundheitsmanagement gelegt. Davon profitieren sowohl die Arbeitnehmer als die Arbeitgeber:

  • Beschäftigte berichten über eine gesteigerte Arbeitszufriedenheit.
  • Das Betriebsklima findet allgemeine Verbesserung.
  • Die Arbeitsmotivation erhöht sich.
  • Arztbesuche werden aufgrund verringerter Belastung
  • Die Produktivität der einzelnen Mitarbeiter steigt.
  • Es verringert sich die Personal-Fluktation.

 

Berufskrankheiten der Deutschen

Die Berufskrankheiten in Deutschland sind breit gefächert. Eine Statistik aus dem Jahr 2017, die sich auf die Anzahl der Anzeigen und Anerkennungen begründet, stellt sich wie folgt dar:

  • Hauterkrankungen: 21.402 Verdachtsanzeigen, 520 Anerkennungen
  • Lärmschwerhörigkeit: 12.995 Verdachtsanzeigen, 6.849 Anerkennungen
  • Hautkrebs durch UV-Strahlung: 8.557 Verdachtsanzeigen, 5.318 Anerkennungen
  • Lenden-, Wirbelsäule, Heben und Tragen: 5.280 Verdachtsanzeigen, 425 Anerkennungen
  • Lungen-, Kehlkopfkrebs, Asbest: 5.038 Verdachtsanzeigen, 785 Anerkennungen
  • Asbestose: 3.465 Verdachtsanzeigen, 1.955 Anerkennungen
  • Infektionskrankheiten: 1.979 Verdachtsanzeigen, 983 Anerkennungen
  • Neubildungen der Harnwege durch aromatische Amine: 1.713 Verdachtsanzeigen, 209 Anerkennungen
  • Atemwegserkrankungen, allergisch: 1.678 Verdachtsanzeigen, 375 Anerkennungen

Gefahren und Risiken in Werkstätten

Besonders in Werkstätten lauern große Gefahren: Der tägliche Umgang mit Materialien jeder Art sowie mit schweren Maschinen gehört zum Alltag. Bei einer Vielzahl an Unfällen sind die Fußböden beteiligt. An vielen Arbeitsplätzen finden sich Fette, Öle und sonstige Flüssigkeiten, die eine große Unfallgefahr durch Ausrutschen mit sich bringen. Arbeitnehmer wie Arbeitgeber sind hier gefordert, um höchstmögliche Sauberkeit zu erreichen und die Sturzgefahr zu verringern. Aber auch der Umgang mit den Maschinen, Geräten und Werkzeugen birgt Gefahrenpotential. Im Allgemeinen gilt:

Wer den Umgang mit diesen und bestimmte Arbeitstechniken perfekt beherrscht, kann sich am besten vor Verletzungen schützen. Deshalb ist eine gute Ausbildung nahezu unersetzlich.

 

Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz

Es gibt verschiedene Sicherheitsregeln, die sowohl im Arbeits- als auch Heimwerkerbereich dringend zum Schutz vor Verletzungen und dauerhaften Schäden eingehalten werden sollten. Je nach Art der Werkstatt sind diese vom Gesetzgeber individuell vorgeschrieben. Zu den allgemeinen Sicherheitsmaßnahmen zählen:

  1. Tragen von Schutzbrillen, beispielsweise bei der Arbeit an Maschinen und während des Umganges mit elektrischen Geräten;
  2. Verwendung von Gehörschutz bei Tätigkeiten mit hohem Geräuschpegel;
  3. Nutzung von Handschuhen, insbesondere, wenn mit Chemikalien oder Farben gearbeitet wird;
  4. Der Gebrauch von geschlossenen, guten Schuhen, eventuell mit Stahlverstärkungen;
  5. Hinzuziehung eines Mund- und Nasenschutzesbei staubigen Arbeiten oder ähnlichem.
  6. Vernünftiges Verhalten am Arbeitsplatz, das heißt, Rennen, Herumalbern und Raufen sollten vermieden werden.

 

Luft im Allgemeinen

Ein bedeutendes Thema des Arbeitsschutzes ist die Luft, besser gesagt sind es die unerwünschten Stoffe, die diese beinhalten kann. Dieses Problem zieht sich durch jede Art von Branchen, wobei Beschäftigte in Werkstätten häufiger unter negativen Einflüssen als Büroangestellte arbeiten müssen. Luft ist für uns unersetzlich, sie lässt sich weder schmecken oder – im Normalfall – riechen, was dazu führt, dass sie als Selbstverständlichkeit im Leben angesehen wird. In ihr befindet sich jedoch eine Vielzahl an flüssigen und festen Bestandteilen, die teilweise zu Problemen führen können. Denken wir nur an Kohlendioxid unter Berücksichtigung des Klimas, Smog und sauren Regen. Vergessen ist auch nicht den ehemals beliebten Asbest, dessen Gebrauch sich im Nachhinein als große Gesundheitsgefährdung darstellte.

 

Der Arbeitsplatz: hohe Luftbelastungen in vielen Bereichen

Die Ursachen für Luftbelastungen sind äußerst unterschiedlich, dazu gehören:

  • der aktive Eingriff in die Umgebung, darunter im Berg-, Tunnel- und Straßenbau,
  • der Abrieb von Partikeln bei Werkstoffen wie Holz und Metall während der Bearbeitung,
  • Brenn- und Schutzgase die in der Produktion genutzt werden,
  • das Arbeitsumfeld, zum Beispiel in Klärwerken, unter chemisch-biologischen Bedingungen,
  • Motorabgase bei Tätigkeiten im Bau, Transport und Verkehr.

 

Biogene Stoffe im Arbeitsalltag

Zu den speziellen Formen der Luftbelastung zählen luftgetragene Stoffe mit biologischem Ursprung. Diese sind zum Beispiel Algen, Bakterien, Pilzsporen, Pollen und Viren. Ihre Wirkung auf den Menschen kann sowohl infektiös als auch toxisch sein. Sie führen zum einen zu Atemwegserkrankungen, zum anderen zu Allergien. Die Stoffe befinden sich auch häufig an Orten, wo man sie nicht erwartet, darunter in Bibliotheken und Archiven in Form von Schimmelpilz. Aber auch Werkstätten, die mit Abfall- und Abwasserwirtschaft, der Lebensmittelindustrie sowie dem Gesundheitswesen zu tun haben, sind verstärkt betroffen. Selbst geringe Mengen der Biostoffe können gesundheitliche Probleme verursachen. Es gibt sogar Dauerformen von Mikroorganismen, die nach langer Zeit erneut zum Auskeimen kommen und sich sehr schnell vermehren.

Innenräume weisen zudem viele weitere Quellen von VOCs auf, wie hier zu lesen ist. Dabei handelt es sich um gas- oder dampfförmige Stoffe, die Kohlenstoff enthalten. Neben den Ausdünstungen von Baumaterialien wie Fußböden-, Decken- und Wandbaustoffe, verdampfen auch Teile von Farben, Lacke, Klebstoffe und Lösungsmittel. Daneben sind flüchtige organische Verbindungen auch in Reinigungsartikeln wie Desinfektionsmitteln und Putzmitteln sowie in Pflegeprodukten wie Deodorants oder Parfums enthalten.

S.