In den letzten beiden Jahren erhielten über zweitausend Mädchen und junge Frauen vielfältige Einblicke in die Welt der Photonik, im Rahmen des EU-Projekts PHABLABS 4.0. Ziel war es die Präsenz von jungen Frauen in der Naturwissenschaft zu stärken. Zu Projektende stehen nun einige Instrumente zur weiteren Nutzung zur Verfügung.

Laut UNESCO Institute for Statistics (UIS) sind Frauen weltweit durchschnittlich nur mit 30% im naturwissenschaftlichen Bereich vertreten und somit unterrepräsentiert. Mit einem kreativen Zugang zur Photonik setzten hier die Projektpartner von Phablabs 4.0 Impulse, um diesem Trend entgegenzuwirken. Das Interesse, vor allem bei jungen Frauen wurde geweckt, um sie für die MINT Fächer zu begeistern und Möglichkeiten einer Karriere wurden aufgezeigt.

Das Projekt war in zehn Ländern in Europa vertreten, wodurch im letzten Jahr insgesamt 1.221 Mädchen die Gelegenheit erhielten, eine der im Rahmen von Phablabs 4.0 durchgeführten Aktionen zu besuchen. Insgesamt 33 Workshops und 11 eigens entwickelte Photonik Challenger Projekte wurden durchgeführt.

Die Kombination von „Fab Labs“ (kurz für „Fabrication Laboratories“) und Photonik bot vielfältige Möglichkeiten, sich während der Workshops und Challenger-Projekte kreativ mit dem Thema Photonik sowie mit digitalen Produktionstechnologien auseinanderzusetzen. Dabei wurde ein Blick in Karrieremöglichkeiten in den Bereichen Photonik, Ingenieurwesen, Programmieren und Robotik eröffnet.

Praktische Umsetzung
In den Workshops wurden die TeilnehmerInnen mit vielfältigen Aufgaben konfrontiert, z.B. sollten sie aus Lasern ein Kunstwerk kreieren, ein Plüschtier mit Photonik verändern oder einen Infrarot-Handschuh bauen, der als Fernbedienung dient und durch Berührung gesteuert werden kann.

Die noch fortgeschritteneren Challenger-Projekte umfassten die Konstruktion eines unsichtbaren Umhangs oder eigener Hologramme. Die Schülerinnen waren sehr erfreut über die Möglichkeit so viele verschiedene Technologien praktisch umzusetzen, die in einem anderen Rahmen nur schwer zugänglich gewesen wären.

„Phablabs 4.0 ist aufregend und interessant. Wir haben viel Neues gelernt, das in der Schule nicht thematisiert wird. Dadurch, dass ich einen Einblick in ein konkretes Berufsfeld erhalten habe und dazu noch die Person getroffen habe, die diesen ausübt, habe ich viele Ideen für meine eigene Karriereplanung erhalten. Ich würde wirklich gerne im Bereich Photonik arbeiten.“ so eine junge Teilnehmerin am Phablabs 4.0 Challenger Projekt (übersetzt aus dem Englischen)

Geschlechterneutrale Materialen
Bei der Entwicklung der Workshops, Anleitungen sowie Umsetzung wurde von den FabLabs und Ihren Photonik-Partnern ein geschlechtersensibler Ansatz verfolgt, der näher im Handbuch „A Gender Balanced Approach“ erläutert wird. Darin geben die Projektpartner mit professioneller Unterstützung durch Prof. Averil MacDonald von der WISE Initiative (Women in Science and Engineering) ihre Erfahrungen und Handlungsempfehlung an Fab Labs, Schulen oder anderen Einrichtungen weiter, um mehr Mädchen für den MINT Bereich zu begeistern.

Die Anleitungen aller im Projekt entwickelten Workshops inklusive der Bausätze sowie Challenger Projekte stehen online frei zur Verfügung, so dass auch nach Projektende weiterhin die Schlüsseltechnologie Photonik unter Kinder und Jugendlichen kreativ bekannt gemacht werden kann.

Die Steinbeis 2i GmbH und das Fablab Karlsruhe e.V. ,beide Projektpartner, haben Photonik-Workshops und Challenger-Projekte während des 2-jährigen Projektes entwickelt und getestet. Ebenso wirkten elf wissenschaftliche Partner aus der Photonik mit,14 Fablabs und ein Gender Action Team.

Weitere Informationen über: phablabs4.0@gmail.com

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Melanie Ungemach, Steinbeis 2i GmbH
ungemach@steinbeis-europa.de

idw 2019/07