Die gesellschaftliche und kulturelle Relevanz von Musiktherapie zeigen und gemeinsame Potenziale heben: Mit diesem Ziel haben sich die insgesamt sechs Hochschulen in Deutschland zusammengeschlossen, an denen zu Musiktherapie geforscht und gelehrt wird, darunter auch die SRH Hochschule Heidelberg. Das Hochschulkonsortium erhält dafür rund 60.000 Euro im Rahmen der vom BMBF geförderten „Kleine Fächer-Wochen“. Neben der SRH Hochschule Heidelberg sind die folgenden Hochschulstandorte Teil des Verbundprojekts: die Universität Augsburg, die Universität der Künste Berlin, die Theologische Hochschule Friedensau, die Hochschule für Musik und Theater Hamburg sowie die Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt.

Mit den „Kleine Fächer-Wochen“ wollen die HRK und das BMBF den Stellenwert der Nischenfächer sichtbarer machen. Sie gehören zu den spezifischen Stärken der deutschen Wissenschaftswelt und zeichnen die Vielfalt im internationalen Vergleich besonders aus.

„Die Musiktherapie bereichert die deutsche Hochschullandschaft seit 40 Jahren. Sie birgt viele Potenziale, um den großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem demographischen und digitalen Wandel zu begegnen“, erklärt Prof. Dr. Dorothee von Moreau, Studiendekanin der Fakultät für Therapiewissenschaften an der SRH Hochschule Heidelberg. Die Forschungsergebnisse seien unabdingbar für das Gesundheits- und Pflegewesen und zeigen, welch wichtigen Beitrag Musiktherapie in der psychosozialen Versorgung auch zur Entlastung anderer Berufsgruppen leisten könne. Enge Wechselbeziehungen mit verschiedenen großen Wissenschaftsbereichen, z. B. Medizin, Psychologie, Sozialwissenschaften oder Pädagogik sorgen für eine große Interdisziplinarität des Fachbereiches.

Im Rahmen der Förderung sind insgesamt 13 Veranstaltungen an allen Standorten geplant, vom Festakt zum 40-jährigen Jubiläum der akademischen Musiktherapie an der SRH Hochschule Heidelberg über Events zur Nacht der Forschung sowie Tagungen und Symposien bis hin zu Konzerten. „Die Förderung der Musiktherapie durch die HRK und das BMBF erhöht ihre Sichtbarkeit in Lehre, Wissenschaft und Forschung. Dies ist dringend notwendig, um die Weiterentwicklung des Fachs auf ein solideres Fundament zu stellen und längerfristig dem wachsenden Bedarf an Musiktherapeutinnen und -therapeuten gerecht zu werden“, betont von Moreau.

Die Vernetzung der Hochschulen untereinander, aber auch die Kooperation mit Verbänden und Institutionen wie der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft, der Alzheimer-Gesellschaft und dem Deutschen Musikrat tragen dazu bei, dass das „Kleine Fach“ Musiktherapie eine große Wirkung entfalten kann. Die Förderung im Rahmen der „Kleinen Fächer-Wochen“ setzt einen weiteren wichtigen Akzent.

Förderrichtlinie „Kleine Fächer – Große Potenziale“
Das BMBF fördert die Kleinen Fächer seit vielen Jahren. Mit der 2016 veröffentlichten Förderrichtlinie „Kleine Fächer – Große Potenziale“ ermöglicht das BMBF bis 2021 über 40 exzellenten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus den Kleinen Fächern an innovativen Projekten zu forschen. Um die Kleinen Fächer in ihrer interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit weiter zu stärken, wird das BMBF in diesem Herbst eine neue Förderrichtlinie veröffentlichen.
Die Hochschulrektorenkonferenz setzt sich seit vielen Jahren für den Erhalt und die Stärkung der Kleinen Fächer ein. So hat sie deren systematische Kartierung angestoßen als wichtige Grundlage für Situationsanalyse und systematische Förderung (www.kleinefaecher.de). Weiterführendes mit regelmäßigen Projektberichten: www.kleine-faecher-wochen.de

idw 2019/06