Bei diesen medizinischen Problemen ist der Fortschritt besonders deutlich spürbar

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Medizinische Innovationen sind Triebkräfte der gesellschaftlichen Entwicklung. Sie haben eine deutliche Wirkung auf die Lebensqualität von Patienten und sind auch ein wirtschaftlicher Faktor. In den USA, dem Mutterland der medizinischen Erfindungen, ist die gesundheitliche Versorgung nicht für jeden zugänglich. Deutschland steht hier durch das flächendeckende Krankenkassensystem etwas besser da. Dennoch sind nicht alle sinnvollen oder sogar nötigen Behandlungen eine Kassenleistung. Wenn es eine günstigere Variante gibt, übernehmen viele Kassen nur diese. Der Patient muss also selbst in die Tasche greifen, wenn er die bessere, vielleicht schonendere und oft effektivere Behandlung in Anspruch nehmen will. So oder so kommen nicht alle Innovationen auch bei den Patienten an, weder in Deutschland noch in den USA oder in anderen Ländern. Doch die, die ankommen, erleichtern und verbessern das Leben!

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Vorsorge im Kindesalter

Bereits in der Schwangerschaft wird das Ungeborene mehrfach untersucht, nach der Geburt werden die U-Untersuchungen vorgenommen, die stetig erweitert und verbessert werden. Endokrine Störungen wie Mukoviszidose oder Hörstörungen werden bereits in den ersten Lebenstagen diagnostiziert und können schell behandelt werden.

Auf der anderen Seite steht die Medizin immer wieder vor der Herausforderung, die Auswirkungen einer sich wandelnden Lebenswelt auf das Immunsystem und die Gesundheit der Kinder zu verstehen. Theorien wie die Hygienehypothese helfen dabei, die erstaunliche Wechselwirkung zwischen somatischen und psychischen Krankheiten zu verstehen und heben die Medizin über ihr Dasein als „Handwerkskunst“ hinaus.

Laserbehandlung der Augen

Die starke Einschränkung oder sogar der Verlust der Sehkraft sind traumatisch. Es gibt Augenprobleme, bei denen auch eine Brille nicht mehr hilft, etwa weil die Sehschwäche zu groß ist. Hier hat sich in den letzten Jahren die Laserbehandlung durchgesetzt, die durch innovative und besonders schonende Methoden wie ReLex SMILE auf eine neue Stufe gehoben wird. Es handelt sich dabei um die „Schlüsselloch-Technologie“ der refraktiven Chirurgie, denn die Methode kommt ganz ohne den Flap-Schnitt aus, den kreisförmigen Schnitt auf der Hornhautoberfläche, der sonst standardmäßig zum Einsatz kommt.

Bei der Lasertherapie wird eine dauerhafte Korrektur der Sehschärfe erzielt, die Brille wird nicht mehr benötigt. Viele Patienten können das erste Mal seit Jahren richtig sehen und erleben die Welt „mit ganz neuen Augen“.

Diabetes Therapie

Diabetes ist eine Volkskrankheit, unter der auch viele Kinder leiden. Bei einer Typ 2 Diabetes kann man mit einer Änderung der Lebensgewohnheiten Abhilfe schaffen, Typ 1 Diabetiker müssen in der Regel lebenslang mit ihrer Krankheit zurechtkommen. Der Blutzuckerspiegel muss regelmäßig kontrolliert und korrigiert werden. Dafür muss immer wieder Blut abgenommen und bei Bedarf eine Spritze gegeben werden. Mit einer Insulinpumpe wird das alles deutlich leichter, weil viele Vorgänge automatisiert werden. Es gibt verschiedenste Systeme, die stetig weiterentwickelt werden, und sie erleichtern den Betroffenen das Leben ungemein.

Neue Hüft- oder Kniegelenke

Neben angeborenen Problemen mit den Hüftgelenken ist es häufig die altersbedingte Arthrose bzw. ein Bruch des Oberschenkels, der eine Gelenkoperation nötig macht. Seit 2007 sind die Zahlen der Operationen stabil. Rund 1 % der über 70-Jährigen erhalten ein neues Hüftgelenk, 0,7 % einen Kniegelenkersatz. Auch hier hält der Fortschritt Einzug und neue Methoden erleichtern die Genesung und verringern die Probleme nach der OP. Ein neues Hüftgelenk kann heute auch minimal invasiv eingesetzt werden. Dabei werden die Muskelgruppen des Oberschenkels nicht mehr durchtrennt, der Patient kann nach wenigen Tagen nach Hause.

Moderner Zahnersatz

Beim Thema Zahnersatz sind in den letzten Jahren wahre Quantensprünge vollzogen worden. Für immer mehr Patienten werden die praktischen und unkomplizierten Implantate Realität, welche die bisher üblichen Kronen und Brücken ersetzen. Der Vorteil: Ein Implantat sitzt im Kiefer wie ein eigener Zahn. Die künstliche Zahnwurzel besteht aus modernsten Materialien, die problemlos einwachsen und optimalen Halt geben. Auch die Mundpflege ist mit Implantaten leichter als mit herkömmlichem Zahnersatz, der drücken kann und umständlich gereinigt werden muss.

Implantate sind noch keine Kassenleistung. Wenn der Patient keine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen hat, muss er selbst tief in die Tasche greifen, um die Behandlung zu bezahlen. Doch der Komfort dieser dauerhaften Lösung ist es den Betroffenen wert. Mit einem Implantat können ganze Zahngruppen auf einmal befestigt werden. Eine Innovation, die schon beinahe zur Normalität geworden ist.

 

Ausblick:

Die Medizin ist immer auf der Suche nach dem nächsten großen Wurf. Zum Beispiel erforschen Wissenschaftler, wie sich künstliche Intelligenz in der Medizin einsetzen lässt. Brauchen wir irgendwann keine Ärzte mehr, sondern werden aufgrund verschiedener Daten intelligente Programme unsere Behandlung vornehmen? Und würde das überhaupt funktionieren, oder brauchen wir nicht vielmehr die Zuwendung einer menschlichen Person, eines Arztes, der sich auf unsere Beschwerden einlässt und uns Linderung verspricht?

Und was ist mit der immer enger werdenden Beziehung zwischen Mensch und Maschine? Es geht hier nur nicht um den Traum von Unsterblichkeit, wenn besonders fortschrittsgläubige Menschen ihr Bewusstsein in einen Computer transferieren und dann ohne ihren Körper weiterleben wollen. Es beginnt schon viel früher, wenn intelligente neue Körperteile wie künstliche Gliedmaßen oder Implantate für das Gehör oder den Rhythmus des Herzens ihren Trägern zu einem neuen Leben verhelfen. Ganz zu schweigen davon, dass die Entstehung von neuem Leben vom Körper der Frau entkoppelt werden soll – Wissenschaftler forschen an künstlichen Gebärmüttern, die den Frauen die beschwerliche Zeit ersparen könnten. Am Ende gilt eines: Was möglich ist, wird auch gemacht.

S.
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