Blindheit im Alter oft vermeidbar

Blindheit im Alter oft vermeidbar

Die Studie OVIS (Ophthalmologische Versorgung in Seniorenheimen) hat gezeigt, dass die augenärztliche Versorgung in Seniorenheimen erheblichen Nachholbedarf hat. Die Ergebnisse der deutschlandweit größten einschlägigen Studie belegen: Der letzte Augenarztbesuch der Bewohner lag durchschnittlich vier Jahre zurück. Experten empfehlen eine jährliche Kontrolle ab einem Alter von 60 Jahren. Rund die Hälfte der Befragten gab den Transport zur Arztpraxis als größte Hürde an. Zu den häufigsten im Rahmen der Studie festgestellten Augenerkrankungen zählten altersabhängige Makuladegeneration (AMD), Grauer Star und Grüner Star. Bei rund 50 Prozent der Studienteilnehmer lag ein Grauer Star vor. Häufig fehlte lediglich eine passende Brille, um gutes Sehen, Lesen und dadurch wieder die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Die Stiftung Auge hat sich zum Ziel gesetzt, genau diese Zustände zu verbessern. Daher lud sie verschiedene Stakeholder an einen Runden Tisch, um Möglichkeiten zur Verbesserung der augenärztlichen Versorgung zu diskutieren. In einem gemeinsamen Papier legten die Beteiligten konkrete Maßnahmen dafür fest. So empfehlen sie, augenärztliche Befunde vor dem Einzug in eine Pflegeeinrichtung standardisiert zu dokumentieren. Außerdem soll das Thema „Auge“ in der Pflegeausbildung gestärkt und der Transport und die Begleitung mobiler Bewohner zum Augenarzt sichergestellt werden.

Die Maßnahmen werden von einem breiten Bündnis unterstützt, unter anderem von Vertretern der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), des Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverbands (DBSV), des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), der Caritas.

Den detaillierten Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der augenärztlichen Versorgung in Seniorenheimen stellt die Stiftung Auge gemeinsam mit Unterstützern am 29. Mai 2019 im Rahmen einer Pressekonferenz erstmals der Öffentlichkeit vor.

 

Vorläufige Themen und Referenten:

Alt, einsam, blind: Wie lässt sich die augenärztliche Versorgung von Menschen in Senioren- und Pflegeheimen verbessern?
Vorstellung der OVIS-Studie und des Maßnahmenkatalogs der Stiftung Auge
Professor Dr. med. Frank G. Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn

Häufig fehlt nur die richtige Brille, manchmal steckt eine schwerwiegende Augenerkrankung dahinter: wie sich Augenkrankheiten bei Hochbetagten behandeln lassen
Dr. med. Peter Heinz, Vorstandsmitglied der Stiftung Auge, Facharzt für Augenheilkunde, Schlüsselfeld

Augengesundheit und Teilhabe im Alter: Welche Anforderungen haben Senioren an die gesundheitliche Versorgung?
Professor Dr. Ursula Lehr, Ehrenvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO)

Ein Auge auf die Augen: Wie können Pflegende und Träger die Augengesundheit ihrer Bewohner unterstützen?
Herbert Mauel, Geschäftsführer Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa)

Antworten für die alternde Gesellschaft: Was können wir aus der Forschung lernen?
Professor Dr. Dr. med. Robert P. Finger; Oberarzt, Professor für ophthalmologische Epidemiologie und neuroretinale Bildgebung, Universitäts-Augenklinik Bonn

Kontakt
Sabrina Hartmann
Stiftung Auge der DOG – Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft
Pressestelle
Postfach 30 11 20, 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-649, Fax: 0711 8931-167

idw 2019/04