3D-Druck, individualisierte Medizin und neue Anforderungen an die Langlebigkeit von Implantaten – das sind nur einige der Herausforderungen, die die heute in Pharma und Medizintechnik eingesetzten Kunststoffsysteme an ihre technischen Grenzen bringen. Deshalb zielt das BMBF mit seiner neuen Fördermaßnahme darauf ab, neue und modifizierte Kunststoffe und deren Verarbeitungsprozesse zu erforschen und zu entwickeln und damit zu Innovationen in den Bereichen Pharma und Medizintechnik beizutragen.

Kaum ein anderer Werkstoff hat unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten so geprägt wie Polymere – das gilt auch für Pharma- und Medizintechnik. Ob in medizinischen Arbeitsmitteln und Geräten (z. B. Schläuche, Dialysemembranen), im Bereich der Implantate (z. B. Stents) oder als Bestandteil innovativer Arzneimittel (z. B. Hilfsstoffe), Polymere sind in der Medizin allgegenwärtig und mittlerweile unverzichtbar. Schon heute bestehen mehr als die Hälfte aller medizintechnisch genutzten Produkte aus Polymeren – Tendenz steigend. Deshalb spielt die Weiterentwicklung von Polymeren, deren Verarbeitung und Anwendung eine zentrale Rolle für Innovationen in der Medizintechnik.

Dies unterstützt das BMBF im Rahmen des Förderprogrammes „Vom Material zur Innovation“ mit seiner Bekanntmachung „Materialinnovationen für gesundes Leben: ProMatLeben – Polymere“ zu Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich modifizierter und neuer Polymere für die Anwendung in den Lebenswissenschaften. Diese Fördermaßnahme ist Bestandteil der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung. Sie zielt auf Innovation und Wachstum der Industrie in Deutschland. Dabei kommt der engen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen im universitären und außeruniversitären Bereich, der Einbindung vor allem auch der Beiträge kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) sowie der Verwertung der Projektergebnisse eine besondere Bedeutung zu.

ProMatLeben ist ein Teil des Materialforschungsförderungsprogramms des BMBF und führt die Inhalte der Initiative Medi-WING weiter. Die DECHEMA ist in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für Pharmazeutische Verfahrenstechnik e.V. (APV) dabei Teil der Begleitmaßnahme ProMatLeben-WIN. Sie soll die geförderten Verbundprojekte der Fördermaßnahme ProMatLeben – Polymere vernetzen, neutral und unabhängig evaluieren sowie die fachlich interessierte Öffentlichkeit über die erzielten Ergebnisse der geförderten Projekte informieren.

idw 2019/04