Atemwegs-Allergien. „Erstens sollten Sie unbedingt eine ärztliche Expertise zu Ihrer Erkrankung einholen und nicht allein frei verkäufliche Medikamente nutzen. Es gibt einen großen Unterschied der angebotenen antiallergischen Medikamente bezüglich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit. Der bei allergischen Erkrankungen erfahrene Arzt kann eine gründliche Diagnostik durchführen, die eigentliche Diagnose stellen und die optimale medikamentöse Therapie einleiten.“ Darüber hinaus gibt es auch ganz praktische Empfehlungen für betroffene Heuschnupfen-Patienten, erklärt Pfaar: „in der Pollensaison sollte vor allem nachts gelüftet werde, wenn der Pollenflug am geringsten ist. Wir empfehlen zudem die Tageskleidung vor dem Eintreten ins Schlafzimmer abzulegen und ebenso zuvor auch die Haare zu waschen (beides sind ‚gute’ Speicher für Pollenallergene).“ Seine dritte Empfehlung lautet: „Setzen Sie sich nach der akuten “Heuschnupfen“-Pollensaison mit einem Facharzt in Verbindung, um eine Allergen-Immuntherapie („Allergie-Impfung“) zu planen. Diese Therapieform wirkt den Heuschnupfen-Symptomen auch langfristig entgegen und führt in nachgewiesener Weise zu einer andauernden Verbesserung der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit in der Pollensaison.“

Atemwegs-Allergien

Seit dem 1. Oktober 2018 verstärkt Prof. Dr. Oliver Pfaar als Leiter der Sektion Allergologie und Rhinologie das Team der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Marburg und wirkt zudem im interdisziplinären Allergiezentrum Hessen mit, das bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich an der Uniklinik Marburg besteht. „Gerade diese interdisziplinäre und enge Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen in der allergologischen Forschung ist entscheidend für den Standort Marburg“, so der Experte.
Oliver Pfaar, geboren in Kassel, startete seine Laufbahn nach dem Studium der Humanmedizin an der Universität Göttingen am Universitätsklinikum Dresden. Er arbeitete zuletzt viele Jahre am Universitätsklinikum Mannheim und war mit zahlreichen Studien am Zentrum für Rhinologie und Allergologie Wiesbaden tätig. Pfaar ist Mitglied des Vorstandes der Europäischen Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI) und der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) und als solcher an vielen internationalen Leitlinienprojekten und klinischen Studien beteiligt.

idw 2019/04