Das berufliche Wirken von Gerd Antes war – und ist auch im (Un)ruhestand – geprägt von zwei Zielen: dem Transfer von Wissen in die Praxis und dem Erhalt von Transparenz und Integrität der (medizinischen) Wissenschaft. Nur um zwei herausragende Verdienste zu benennen: Gerd Antes war es, der Deutschland zu einem Standort der internationalen Cochrane Collaboration machte – zunächst als Institut der Universität Freiburg, dessen Direktor Gerd Antes war, seit 2017 verstetigt als Cochrane Deutschland mit der Cochrane Deutschland Stiftung und dem Akademischen Institut für Evidenz in der Medizin.

Ebenfalls Gerd Antes ist es zu verdanken, dass es heute am Deutschen Institut für Medizinische Information und Dokumentation (DIMDI) das Deutsche Register für Klinische Studien gibt. Das Register wurde 2007 an der Universität Freiburg als Projekt initiiert und von Gerd Antes koordiniert. Bereits 2008 erfolgte die Anerkennung durch die WHO als primäres Studienregister, das den Anforderungen des International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE) entspricht. 2017 erfolgte die Verstetigung am DIMDI.

Stets ist es die Integrität der (medizinischen) Wissenschaft, die Gerd Antes motiviert, sich laut vernehmbar und kritisch in die aktuellen Diskussionen um den Stellenwert von „Big Data“ in der Gesundheitsversorgung einzubringen oder zu den Machenschaften von Raubverlagen klar Position zu beziehen.

Gerd Antes ist das vierte Ehrenmitglied des EbM-Netzwerks seit dessen Gründung im Jahr 2000. Neben dem Wegbereiter der evidenzbasierten Medizin, dem 2014 verstorbenen Professor David L. Sackett, wurden 2011 der langjährige Präsident der AWMF, Prof. Dr. Albrecht Encke und 2016 Prof. Dr. Dr. Günter Ollenschläger, der langjährige Herausgeber der ZEFQ, zu Ehrenmitgliedern ernannt.

idw 2019/03