Längst ist bekannt, dass Rheuma nicht durch ein Medikament geheilt werden kann. Doch die verschiedenen Therapien tragen dazu bei, den Verlauf der Krankheit deutlich zu verlangsamen. In diesem Artikel sollen die Vorteile der manuellen Therapie genau in den Blick genommen werden.

Gleichmäßige Bewegungen

Allein in Deutschland sind etwa acht Millionen Menschen von der rheumatoiden Arthritis betroffen. Besonders Frauen werden im Alter zwischen 30 und 50 Jahren vermehrt auf die Symptome aufmerksam. Angesichts dieser hohen Zahlen scheint es angebracht, die Chancen und Möglichkeiten der manuellen Therapie genau in den Blick zu nehmen.

An und für sich ist es für alle Rheuma-Patienten wichtig, die Gelenke des Körpers gleichmäßig zu belasten. Aus diesem Grund sind alle Aktivitäten zu vermeiden, in denen es zu besonders starken Belastungen einzelner Gelenke kommt. Stattdessen empfehlen sich gleichförmige Bewegungen, um die Gelenke fit zu halten. Möglich ist zum Beispiel durch Schwimmen, Radfahren oder regelmäßige Gymnastik. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei in der Kontinuität und nicht in der besonders starken Belastung in einzelnen Momenten.

Rheuma in der Physiotherapie

Ein Physiotherapeut kann wesentlich dazu beitragen, dass das Sport- und Bewegungsprogramm nach den individuellen Anforderungen ausgerichtet ist. Er erkennt die jeweilige Situation des Patienten und kann auf dieser Basis wichtige Empfehlungen geben, nach denen sich die weitere Behandlung ausrichten lässt. Dafür spielt die Krankheitsaktivität eine Rolle, aber auch das Stadium, in dem sich der Patient befindet. Je nach dem, zu welchen körperlichen Einschränkungen es bereits kam, müssen unterschiedliche Maße herangezogen werden.

Besonders wichtig ist die Mobilisation der bereits eingeschränkten Gelenke. Physiotherapie kann die Beweglichkeit verbessern  und dadurch ein höheres Maß an Selbstständigkeit im Alltag bewahren. Wichtig ist darüber hinaus das Selbsthilfetraining. Eine Reihe von Übungen sollte auch in den eigenen vier Wänden korrekt und regelmäßig durchgeführt werden. Denn allein die Besuche in der Praxis reichen nicht aus, um rasche Erfolge in der Behandlung zu erzielen.

Der Physiotherapeut wird zudem die Durchblutung und den Stoffwechsel der Gelenke verbessern. Da es sich um passive Strukturen handelt, ist hier die alltägliche Bewegung notwendig, um für einen regen Austausch der Nährstoffe zu sorgen. Weiterhin kann bei der Kräftigung und Entspannung der Muskulatur angesetzt werden. Je stärker die umliegenden Muskeln trainiert sind, desto besser kann ein Gelenk letztlich geschont und entlastet werden.

Keine Erfolge erzwingen

So ratsam es ist, ein gesundes Maß an Bewegung in den Alltag zu integrieren, um sich auf diese Art und Weise gegen das Rheuma zu stemmen, so wichtig bleibt die richtige Dosierung. Patienten, die sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinden, sollten ihre eigene Schmerzgrenze kennen. In diesem Fall müssen die Übungen schonender und langsamer durchgeführt werden, um keinen nachhaltigen Schaden an den ohnehin bereits angegriffenen Gelenken hervorzurufen.

Zudem kann die manuelle Therapie samt Krankengymnastik  natürlich erweitert werden. In der Regel ist es ein Paket unterschiedlicher Maßnahmen, welches die Chance zu nachhaltigen Erfolgen bietet. Dazu zählt zum Beispiel die Wärme- und Kältetherapie, welche bei vielen Patienten sehr gut anschlägt. Auch medizinische Bäder können je nach Stadium eingesetzt werden, um einen Fortschritt bei der Behandlung zu schaffen. Ebenso ist es möglich, regelmäßige Massagen zum Einsatz zu bringen, mit denen weitere Schritte in die richtige Richtung gegangen werden können.

Der frühe Einstieg lohnt

Je früher es möglich ist, nach der Diagnose Rheuma mit der Bewegungstherapie zu beginnen, desto leichter lassen sich die ersten Erfolge erzielen. In diesem frühen Stadium fallen viele Übungen leichter und die Gelenke können einfacher auf Trab gehalten werden. Dennoch ist es bislang nicht möglich, ein effektives Prinzip der Prävention anzubieten, auf das die Patienten setzen können. An und für sich gibt es kein solches Rezept, welches dazu in der Lage wäre, das Risiko der Erkrankung wesentlich zu senken. Sicher ist derweil, dass ein natürliches Maß an Bewegung der Behandlung nicht im Wege stehen wird.

S.S.