Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2019 Spitzenleistung in der nephrologischen Forschung ausgezeichnet

Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2019 Spitzenleistung in der nephrologischen Forschung ausgezeichnet

Heinz Maier-Leibnitz-Preis. Dr. Dr. Timo Speer wird in diesem Jahr für seine hervorragenden Leistungen als Forscher, Wissenschaftler und Arzt mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet. Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis ist seit 1980 benannt nach dem Atomphysiker und von 1973−1979 amtierenden DFG-Präsidenten Heinz Maier-Leibnitz (1911−2000). Verliehen wird der jährliche Preis seit 1977 an hervorragende Forscherinnen und Forscher, die sich in einem frühen Stadium ihrer wissenschaftlichen Laufbahn befinden und noch keine unbefristete Professur innehaben. Die Auszeichnung dient als Anerkennung und Ansporn, die wissenschaftliche Laufbahn eigenständig und geradlinig fortzusetzen.

Heinz Maier-Leibnitz-Preis

Vorgeschlagen für die diesjährige Preisrunde waren insgesamt 129 Forscherinnen und Forscher aus verschiedenen Fachgebieten − von Mathematik über Physik, Chemie, Medizin, Sprachwissenschaft, Informatik, Wahrscheinlichkeitstheorie, Soziologie bis Geschichte. „Dass unter den diesjährigen Preisträgern ein Nephrologe ist, dokumentiert die Wichtigkeit des Faches und die Exzellenz unseres Nachwuchses“, kommentiert Prof. Dr. Andreas Kribben, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN).

Bereits 2013 erhielt Dr. Dr. Speer von der DGfN den Carl-Ludwig-Preis für herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Nieren- und Hochdruckkrankheiten. Seit 2016 ist Timo Speer Oberarzt, Leiter der experimentellen und translationalen Nephrologie sowie Teilprojektleiter eines DFG-geförderten Sonderforschungsbereiches am Universitätsklinikum des Saarlandes. Diese verantwortungsvollen Positionen sind Zeugnis eines zielstrebigen beruflichen Werdegangs: Nach der medizinischen Dissertationsarbeit am Institut für Hämostaseologie und Transfusionsmedizin, einem Aufenthalt an der Klinik für Kardiologie des UniversitätsSpitals und Institut für kardiovaskuläre Forschung in Zürich/Schweiz und einem Parallelstudium „Science in Medical Biology“ promovierte er am Institut für Physiologie unter der Leitung von Univ.-Prof. O. Devuyst zum Dr. sc. nat. mit Auszeichnung. Im Weiteren widmete er sich insbesondere der Erforschung von molekularen Mechanismen kardiovaskulärer Erkrankungen, speziell bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz. So gewann er u.a. neue Erkenntnisse im Bereich der Fettstoffwechselstörungen, die zu den wichtigsten Risikofaktoren für arteriosklerotische Gefäßveränderungen gehören und zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen können. „Er konnte zeigen, dass nicht alle, sondern nur bestimmte modifizierte Blutfette eine arterienschädigende Wirkung bei Nierenkranken haben, verknüpfte diese Erkenntnisse mit neu entdeckten Prozessen der damit einhergehenden chronischen Entzündungen und klärte zudem einige mechanistische Details dieser fatalen Interaktion auf. So gelang ihm ein Brückenschlag zwischen diesen beiden häufig auftretenden Schädigungsprozessen. Die Arbeit Speers besticht insbesondere durch die Verbindung herausragender Grundlagenforschung und translationaler Forschung“, begründet der Auswahlausschuss die Entscheidung, den Heinz Maier-Leibnitz-Preis an ihn zu vergeben.

Wie Univ.-Prof. Dr. D. Fliser, Direktor der Inneren Medizin IV – Nieren- und Hochdruckkrankheiten am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg/Saar ergänzt, habe Speer sich ein breites klinisches Wissen in der Inneren Medizin, Nephrologie und darüber hinaus erarbeitet. „Seine klinische Tätigkeit zeichnet sich durch fundiertes theoretisches Wissen, umfangreiche praktische Erfahrung, großes Engagement in der Patientenversorgung und großzügige Kollegialität aus.“ Zahlreiche der seit Beginn seines beruflichen Werdegangs generierten Forschungsarbeiten wurden in wissenschaftlichen Kreisen bereits mit großer Anerkennung aufgenommen, durchweg in Spitzenjournalen der medizinischen Forschung publiziert und sind teils preisgekrönt.

Pressestelle der DGfN
Dr. Bettina Albers
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idw 2019/03