Der Hallux valgus – eine Fußfehlstellung bei der sich der große Zeh nach innen stellt – ist fast schon eine Volkskrankheit: Unter den über 65-Jährigen ist jeder Dritte betroffen, vor allem Frauen. Die Ursachen liegen oft in der Kindheit. Als letzte Option wird bei bereits stark verformten Zehen meist eine Operation durchgeführt. Wann der Eingriff sinnvoll ist, welche Alternativen es gibt und wie man am besten vorbeugt, verrät unser Artikel.

Hallux valgus – so entsteht die Fußfehlstellung

Die Ursachen für einen Hallux valgus liegen meist schon in der Kindheit: Wird die Schuhgröße von wachsenden Kindern nicht regelmäßig überprüft und zwängen sich Kinder über einen längeren Zeitraum in zu enge Schuhe, kann dies die Bildung einer Fußfehlstellung wie die des Hallux valgus begünstigen: „Kinder spüren nicht, ob Schuhe zu kurz sind, und zwängen sich brav hinein“, zitiert die Welt Christian Klein, den Leiter einer Studie, die an Wiener Grundschulen durchgeführt wurde und zu einem verheerenden Ergebnis kam: Demnach hatte sich bei 75 Prozent der Kinder der große Zeh bereits verformt. Zudem verbringen Kinder viel zu viel Zeit in Schuhen, anstatt barfuß auf der Wiese zu laufen. Diese Missstände setzen sich meist im Erwachsenenalter fort: Vor allem Frauen neigen dazu, sich in modische, aber viel zu enge und spitze High-Heels zu zwängen.

Aber auch unter Männern sind Fußfehlstellungen bedingt durch falsches Schuhwerk längst keine Seltenheit mehr. In jedem Fall sind die Ursachen für einen Hallux valgus vielfältig und nicht auf falsche Schuhe zu reduzieren. Entscheidend sind außerdem genetische Veranlagungen, und auch ein schwaches Bindegewebe erhöht das Risiko: „Haben Sie die genetische Veranlagung dazu, neigen Sie zu einem schlafferen Bindegewebe und tragen Sie dann noch die falschen Schuhe, kann sich der große Zeh verformen“, erklärt die Apotheken Umschau.

Vorbeugung: Was kann man für mehr Fußgesundheit tun?

Der beste Weg, eine Operation zu vermeiden, ist demnach, weite, bequeme und gut passende Schuhe zu tragen. Auch sollte man seinen Füßen so oft wie möglich eine Auszeit von einengendem Schuhwerk gönnen und barfuß laufen – beispielsweise am Strand, im Garten oder auf speziellen Barfußpfaden, aber auch zuhause. Wer bereits eine Fehlstellung hat, sollte High-Heels und andere unbequeme Schuhe unbedingt vermeiden und stattdessen auf weite und perfekt angepasste Schuhe setzen. Auch Bandagen und Einlagen können schmerzlindernd wirken. Die Physiotherapie zur Stärkung der Fußmuskulatur ist ebenfalls sehr wichtig. Patienten lernen in der Therapie Übungen, die sie selbst daheim ausführen können – das ist vor allem eine wichtige Vorbeugemaßnahme, etwa für Patienten, die berufsbedingt hohe Schuhe tragen müssen. Hat sich der Hallux valgus erst einmal gebildet, können diese Maßnahmen zwar den Schmerz in gewissem Maße lindern, rückgängig machen können sie ihn aber nicht.

Letzte Option: Operation bei sich verschlimmernden und dauerhaften Schmerzen

Sind die Schmerzen jedoch ein ständiger Begleiter, sollte man seinen Arzt konsultieren und die Möglichkeit einer Operation besprechen. Anhand dieses umfassenden Ratgebers von LaShoe kann man sich schon vorab einen Überblick verschaffen, wann operiert werden sollte. Indizien sind dauerhafte Beschwerden, selbst beim Liegen, eine fortwährende Verschlimmerung der Schmerzen und damit einhergehend eine Verschlechterung der Lebensqualität. Chancen und Risiken einer OP sollte man jedoch gründlich im Gespräch mit einem Arzt abwägen – wer sich frühzeitig an einen Arzt wendet, kann den Eingriff unter Umständen auch noch vermeiden.

B.A.