Durch den natürlichen Fortschritt des Alters nehmen biologisch oxidative Prozesse zu, welche mit einer Vielzahl von entzündungsassoziierten Erkrankungen wie Autoimmunerkrankungen, Diabetes oder Krebs zusammenhängen. Mittels natürlicher und synthetischer Antioxidantien wird versucht, diesen Prozessen vorzubeugen und gleichzeitig präventiv vor entzündungsbedingten Krankheiten zu schützen.

Ein Forschungsteam um den Molekularbiologen Atanas G. Atanasov vom Department für Pharmakognosie der Universität Wien hat in einer aktuellen Studie die wissenschaftliche Literatur mit dem Augenmerk auf Antioxidantien analysiert und herausgefunden, dass sich der Fokus der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit in den letzten Jahren stark verschoben hat. Lag der Schwerpunkt vor dem Jahr 2000 noch auf antioxidativen Vitaminen und Mineralien, konzentrieren sich aktuellere Studien vermehrt auf die Wirkungen von sekundären Pflanzenstoffen wie etwa Curcumin aus Kurkuma oder Resveratrol aus Rotwein.

„Der Grund für diesen Übergang könnte sein, dass klinische Studien mit vielen antioxidativen Vitaminen und Mineralien zu enttäuschenden Ergebnissen geführt haben und die erwarteten Vorteile für die Gesundheit nicht erbracht haben“, so Atanasov. Während Vitamine und Mineralien in der medizinischen Praxis noch häufig genutzt werden, setzen WissenschafterInnen mittlerweile vermehrt auf den Einsatz sogenannter Phytochemikalien. „Diese sind in vielen Lebensmitteln mit nachgewiesenen gesundheitsfördernden Eigenschaften, einschließlich frischem Obst und Gemüse, enthalten. In einem nächsten Schritt wollen wir die Wirkung dieser Moleküle besser verstehen, um sie zur Vorbeugung und Therapie von Krankheiten gezielt einsetzen zu können“, so Atanasov abschließend.

Publikation in „Oxidative Medicine and Cellular Longevity“
Oxidative Medicine and Cellular Longevity. Antioxidants: Scientific Literature Landscape Analysis (2019). Andy Wai Kan Yeung, Nikolay T. Tzvetkov, Osama S. El-Tawil, Simona G. Bungǎu, Mohamed M. Abdel-Daim, and Atanas G. Atanasov.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dr. Atanas Atanasov
Department für Pharmakognosie
Universität Wien
atanas.atanasov@univie.ac.at

idw 2019/01