Die Gedächtnisleistung sinkt bekanntlich mit zunehmendem Alter. Experten gehen davon aus, dass die beste Gehirnleistung im Alter zwischen 25 und 35 Jahren erreicht wird. Anschließend beginnt der Abbau der kognitiven Fähigkeiten. Das ist jedoch keineswegs ein Grund zu verzagen. Es gibt in jedem Alter Möglichkeiten, Konzentration und Gedächtnis zu stimulieren und zu verbessern. Wissenschaftliche Forschungen legen nahe, dass Gene und die Prägung im Säuglingsalter nur etwa 40 Prozent der Denkleistung ausmachen. Die restlichen 60 Prozent liegen sozusagen in Ihren Händen.

Tatsächlich muss an dieser Stelle auch zwischen zwei verschiedenen Intelligenzkonzepten unterschieden werden. Die fluide Intelligenz (rasche Auffassungsgabe, schnelles Kombinieren, kreative Lösungen) ist in der Pubertät auf ihrem Höhepunkt angelangt und sinkt in der Folge ab. Die kristalline Intelligenz (Anwendung von Gelerntem, Erfahrungs- und Bildungsspeicher) wächst jedoch im Laufe des Lebens.

Die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns korrespondiert mit zahlreichen äußeren Einflüssen und hängt darüber hinaus von unserer Bereitschaft ab, uns immer wieder vor neue Herausforderungen zu stellen. Wer sein Gehirn gleichzeitig herausfordert und schädliche Einflüsse meidet, kann den Verschleiß der grauen Zellen verzögern und die Gedankenleistung steigern. Begleitend kann es helfen, auf verlässliche Produkte für ein besseres Gedächtnis und mehr Konzentration zurückzugreifen.

Gehirnjogging für ein fittes Gehirn

Derzeit boomen Geräte und Übungen, die unter dem Begriff „Gehirnjogging“ firmieren. Und tatsächlich lässt sich ein positiver Effekt feststellen, wenn Sie Ihre grauen Zellen regelmäßig herausfordern. Mittlerweile ist es auch empirisch erforscht, dass Denksport und kognitive Übungen die geistige Leistung fördern. Zu den beliebtesten Denksportaufgaben gehören z.B. Zahlenrätsel wie das japanische Sudoku, Memorierungsübungen und Rätsel, die das räumliche Denken testen.

Das Zauberwort beim Gehirnjogging lautet: Kontinuität. Es ist wichtig, dass Sie geistige Übungen regulär in Ihren Alltag einbauen. Gelegentliches leichtes Training wirkt sich leider nur sehr überschaubar auf das Gehirn aus. Grundsätzlich gilt übrigens auch: Je schwerer die Aufgabe, desto größer der Fortschritt, während Sie sich mit der Lösung befassen. Gleichzeitig reicht es nicht, nur eine Art von Denksportaufgabe zu lösen. Die Bearbeitung derselben Aufgabe in verschiedenen Schwierigkeitsgraden verbessert zwar Ihre Fähigkeit, dieseArt von Aufgaben zu lösen. Ein ganzheitlicher Fortschritt bleibt jedoch größtenteils aus. Es ist also wichtig, dass Sie Ihr Gehirn mit abwechslungsreichen und immer wieder neuen Denksportaufgaben kitzeln.

Auch körperliche Aktivität kann die Denkleistung positiv beeinflussen. Sport trägt zur Durchblutung des Gehirns bei und sorgt für eine Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Gerade einmal 20 Minuten am Tag reichen, um mit Sport das Gehirn anzukurbeln. Vor allem Ausdauersportarten wie Joggen oder Radsport aktivieren die Durchblutung und wirken sich positiv auf die Gehirngesundheit aus.

Weiterführende Informationen zur Auswirkung von Denksport auf die geistige Fitness finden Sie hier.

Das Geheimnis eines wachen Geists

Es liegt also teilweise an uns, wie gut unser Gehirn funktioniert. Dies ist eine große Chance. Es gibt jedoch auch eine Vielzahl an Risikofaktoren, die eine vorzeitige Alterung des Gehirns begünstigen. Dazu gehören Stress, Schlaflosigkeit und eine schlechte Ernährung. Wer ausreichend schläft, sich gut ernährt und des Öfteren Ruhephasen in den Alltag einbaut, hat bessere Chancen, seine Gehirnleistung zu konservieren.

Vor allem die Ernährung wird seit langer Zeit unterschätzt. Nahrungsmittel mit viel Zucker, ungesunden Fetten und einem geringen Bestand an Mineralstoffen machen krank und beschleunigen die Alterung des gesamten Körpers. Wie jedes andere Organ ist das Gehirn auf eine ausreichende Verfügbarkeit von Vitalstoffen angewiesen. Deswegen hilft es, Gemüse, Obst und Vollkornprodukte in die Ernährung einzubauen und den Konsum von Alkohol, Süßigkeiten und Fertiggerichten zu verringern.

Selbstverständlich ist die Gesundheit des Gehirns nicht vollständig von Ihren Gewohnheiten abhängig. Zufällige Erkrankungen und Verschlechterungen der kognitiven Fitness sind nicht auszuschließen. Generell jedoch: Je gesünder Sie leben und je mehr Sie Ihr Gehirn fordern, desto höher ist auch die Chance, dass Ihr Gehirn lange und optimal funktionstüchtig bleibt.

V.R.