Pro und Contra in der urologischen Onkologie

Pro und Contra in der urologischen Onkologie

Für den Fortschritt in der Medizin ist ein permanenter kritischer Diskurs unterschiedlicher Meinungen und Methoden unbedingt notwendig. Diesem Motto folgend, findet am 11. und 12. Januar 2019 zum siebenten Mal in Folge das interdisziplinäre Symposium „Kontroversen in der Uro-Onkologie“ in Magdeburg statt. Fast 400 Teilnehmer werden erwartet. Die Grußworte wird der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, Dr. Lutz Trümper, sprechen.

Im Zentrum der Veranstaltung stehen operative, strahlentherapeutische und medikamentöse Therapie von urologischen Tumoren. Dabei handelt es sich um Hodentumore, Prostata-, Harnblasen- und Nierenzellkarzinome. In Kurzvorträgen werden Fachärzte, die eine große Expertise für spezielle Arbeitsmethoden bzw. ein Spezialthema haben und die aktuellste Studienlage kennen, je fünf schlagkräftige Argumente vorstellen, die für oder gegen ein bestimmtes Behandlungsschema sprechen. Daran schließt sich eine Podiumsdiskussion an, die von einem Schiedsrichter geleitet wird. An einem Fallbeispiel werden die Pro und Contras für eine bestimmte Arbeitsmethode oder Behandlungsschema diskutiert.

„Ziel dieser Präsentation soll es sein, die Diskussion mit einer klaren Take-Home-Message für die Teilnehmer des Symposiums abzuschließen“, so der wissenschaftliche Tagungsleiter Prof. Dr. Martin Schostak, Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Urologie und Kinderurologie.

Der auf dem Symposium im Januar 2018 eingeführte Themenblock „Meisterklasse der Chirurgen“ wird fortgesetzt. Thematisch im Mittelpunkt wird diesmal die Therapie der großen Prostata stehen. Urologen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, die sehr viel Erfahrung mit verschiedenen Verfahren der Enukleation besitzen, werden ihre Techniken in Videovorträgen vorstellen.In zwei Themenblöcken werden Radioonkologen das Pro und Contra verschiedener Verfahren der inneren und äußeren Strahlentherapie des lokal begrenzten Prostatakarzinoms und in der Adjuvanz nach Radikaloperation diskutieren. In den Satelliten-Symposien werden unter anderem Wege zur personalisierten Medizin und Erfahrungen mit molekularen Tumorboards sowie neue Immunonkologische Therapien bei fortgeschrittenen urologischen Krebserkrankungen diskutiert.

Thematisch bereichert wird das Symposium durch drei besondere Vorträge: Prof. Dr. Daniel Rösch, Lehrstuhlinhaber für Statistik und Risikomanagement an der Universität Regensburg, wird über die Perspektive der Evidenzbasierten Medizin sprechen, von der in jüngster Zeit immer öfter zu hören ist. Der Neurochirurg Prof. Dr. Uwe Kehler von der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona hält einen Vortrag über den so genannten Normaldruck-Hydrozephalus, einer bislang wenig bekannten Ursache der Inkontinenz. Spannend dürfte auch der Vortrag des ehemaligen Präsidenten der Urologischen Gesellschaft, Prof. Dr. em. Lothar Weißbach, aus Berlin werden. Er wird seine Sicht zum Für und Wider einer Testosteronsubstitution vorstellen.
Erstmals finden während des urologischen Symposiums in Magdeburg zwei Workshops statt, in denen niedergelassene Urologen und Assistenten in den Grundlagen der Chemotherapie und der Immun-Onkologie bei urologischen Tumoren weitergebildet werden.

Zielgruppen des wissenschaftlichen Symposiums sind Kliniker aus den Fachbereichen Urologie, Onkologie und Radioonkologie sowie niedergelassene Urologen, Onkologen, praktische Ärzte, Allgemeinmediziner und Internisten. Die Teilnahme an der ärztlichen Fortbildungsveranstaltung wird von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt mit 24 CME-Punkten anerkannt.
„Unser Symposium ist inzwischen unter vielen Urologen, Onkologen und Radioonkologen in ganz Deutschland bekannt. Gut 70 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen kommen aus anderen Bundesländern“, so Professor Schostak. In Anerkennung der hohen Qualität der Veranstaltung erhielt das Symposium „Kontroversen in der Uro-Onkologie“ vor kurzem zum zweiten Mal nach 2015 den „OttoAward“ der Stadt Magdeburg. Damit ehrt die Landeshauptstadt Organisationen und Personen, die sich um den Kongress- und Tagungsstandort Magdeburg verdient gemacht haben.

Weitere Informationen zum Fachsymposium unter: http://www.symposium-magdeburg.de

Text: Uwe Seidenfaden

Ansprechpartner für Redaktionen:
Prof. Dr. med. Martin Schostak
Direktor der Universitätsklinik für Urologie und Kinderurologie
DKG-Zertifiziertes Prostatakrebszentrum
Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg
Tel.: +49 391 67 15036
E-Mail: martin.schostak@med.ovgu.de

idw 2018/12