Forschung zum Einsatz von Sprachsteuerung in der digitalen Pflege-Dokumentation

Forschung zum Einsatz von Sprachsteuerung in der digitalen Pflege-Dokumentation

In der Pflege ist Dokumentationsarbeit wichtig, um die Qualität der
Versorgung sicherzustellen. Gleichzeitig nimmt sie aber auch viel
Zeit in Anspruch, die im Pflegealltag angesichts des akuten
Fachkräftemangels ohnehin knapp bemessen ist. Wie Digitalisierung
dazu beitragen kann, die Dokumentationsprozesse zu optimieren, wird
nun in einem neuen Forschungsprojekt untersucht, das am 28. November
2018 gestartet ist.

Das Projekt „Sprachsteuerung in der Mensch-Maschine-Interaktion –
intelligente Vernetzung für Altenpflegedokumentationssysteme“
(Sprint-Doku) wird durch das Bundesministerium für Arbeit und
Soziales im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA)
gefördert. In Lern- und Experimentierräumen wird untersucht, wie
intelligente Vernetzung in Kombination mit Sprachsteuerung die
Dokumentation im Arbeitsalltag von Pflegekräften und
Verwaltungspersonal verbessern kann.

Test der selbstlernenden Spracherkennung in realistischem Umfeld

Das technische Setting besteht aus einer selbstlernenden, auf
neuronalen Netzen aufbauenden Spracherkennung in Kombination mit
digitalisierter Dokumentation. In drei Lern- und Experimentierräumen
soll anhand von Mikroschulungen, Lernlaboratorien und
Erfahrungsberichten erprobt werden, wie dadurch Beschäftigte in der
ambulanten und stationären Pflege sowie in der Verwaltung unterstützt
werden können.

Pflege- und Verwaltungsbeschäftigte sind gemeinsam mit Vertretern von
ver.di auf allen Steuerungsebenen des Projekts eingebunden. Die
Projektpartner untersuchen dabei die Effekte im gesamten
Pflege-Workflow: Pflegeprozesse, Arbeitsorganisation und -gestaltung,
Qualifikationsanforderungen sowie den Datenschutz für
Pflegebedürftige und Beschäftigte.

Potenziale zur Verbesserung der Beschäftigtensituation

Die Projektpartner untersuchen, inwiefern digitale Sprachsteuerung
den Dokumentationsprozess effizienter machen kann. Dadurch, so die
Ausgangshypothese, können die Situation der Beschäftigten verbessert
und mehr Freiräume für die eigentliche pflegerische Versorgung
geschaffen werden.

Die Forscher erhoffen sich valide Ergebnisse, die dabei helfen, die
Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten und zu erhöhen sowie
die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Pflegewirtschaft zu
stärken. Für die Nutzung der Ergebnisse auf betrieblicher Ebene
sollen Schulungs- und Studienunterlangen, Checklisten und ein
Transferkonzept entwickelt werden.

Mitglieder des Sprint-Doku-Konsortiums

Projektsteuerung und -koordinierung: HFH · Hamburger Fern-Hochschule
(Prof. Dr. Wolfgang Becker, Heinrich Recken)

Forschungspartner: HFH · Hamburger Fern-Hochschule, Management for
Health-INT, IMO-Institut zur Modernisierung von Wirtschafts- und
Beschäftigungsstrukturen GmbH

Technikpartner: Connext Communication GmbH
(Pflegedokumentationssoftware), Nuance Communications Deutschland
GmbH (Spracherkennungssoftware)

Anwendungspartner: Diakonie Ruhr gGmbH

Sozialpartner: Diakonie, ver.di

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Heinrich Recken
HFH · Hamburger Fern-Hochschule
Studienzentrum Essen
0201 31974593
sprint-doku@hamburger-fh.de

idw 2018/12