Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes

Alles rund um den Gestationsdiabetes

Gesundheit vom ungeborenen Kind und auch der Mutter – dies ist der Idealzustand in einer Schwangerschaft. Es können jedoch auch mehr oder wenige schlimme Begleiterkrankungen während dieser Zeit auftreten. So zählt der Gestationsdiabetes, auch unter dem Namen Schwangerschaftsdiabetes bekannt, als eine der Häufigsten Krankheiten, die eine Schwangerschaft mit sich bringen kann. In Deutschland sind es immerhin etwa 4 Prozent der Frauen, die im Verlauf ihrer Schwangerschaft erstmals an einem solchen Diabetes erkranken. Meist verliert sich ein Gestationsdiabetes nach der Geburt von selbst und verläuft oft ohne spürbare Symptome, doch unter Umständen kann ein hoher Blutzuckerspiegel zu ernsteren Komplikationen führen und sich negativ sowohl auf die Gesundheit der Mutter als auch des Kindes auswirken. Wie man einen Schwangerschaftsdiabetes frühzeitig erkennt, was man tun kann, um ein Auftreten zu verhindern und wie man mit ihm umgeht, sollte man betroffen sein, erfahren Sie im Folgenden.

Gestationsdiabetes – Was ist das?

Der Gestationsdiabetes ist eine Sonderform des Diabetes mellitus, bei der erstmals während der Schwangerschaft erhöhte Blutzuckerspiegel im Blut bei der werdenden Mutter auffallen. Manchmal ist er auch unter dem Namen Typ-IV Diabetes zu finden. In den meisten Fällen verschwinden die erhöhten Blutzuckerwerte nach der Entbindung wieder. Bestand ein Diabetes bereits vor der Schwangerschaft, so handelt es sich nicht um einen Gestationsdiabetes. Da es in der Schwangerschaft zu großen Hormonumstellungen kommt, kann auch die Produktion von Insulin gestört sein. Dieses Hormon, welches in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, dient dazu, den Zuckerstoffwechsel zu regulieren. Leichte Blutzuckererhöhungen sind bei werdenden Müttern nicht ungewöhnlich, doch wenn eine starke Erhöhung vorliegt, so handelt es sich um einen Schwangerschaftsdiabetes, dessen Folgen eventuell auch gefährlich sein können.

Welche Ursachen gibt es?

Meist ist es kein einzelner Faktor, der für das Auftreten eines Diabetes während der Schwangerschaft verantwortlich ist, sondern es spielen eine Reihe von unterschiedlichen Risikofaktoren zusammen, die ein Erscheinen dann begünstigen. Nach heutiger Meinung sind die Risikofaktoren denen, die das Auftreten eines sogenannten Altersdiabetes (Diabetes mellitus Typ II) wahrscheinlich machen, ähnlich. Viele Frauen, die einen Gestationsdiabetes entwickeln, haben eine gewisse genetische Disposition. Hinzu treten Faktoren wie eine positive Familienanamnese, Übergewicht, höheres Alter oder die Einnahme gewisser Medikamente wie zum Beispiel Beta-Blocker oder Antidepressiva. Die ethnische Zugehörigkeit spielt ebenso eine Rolle. So erkranken Frauen Afrika und Mittelamerika häufiger als europäische. Wer bereits in einer vorausgegangenen Schwangerschafts an Gestationsdiabetes gelitten hat, hat für die darauf folgenden ebenfalls ein erhöhtes Risiko.

Welche Vorbeugung ist möglich?

Die beste Vorbeugung ist es, die oben genannten Risikofaktoren möglichst zu minimieren. Während manche Risikofaktoren nicht beeinflussbar sind, kann man gegen andere selbst aktiv etwas unternehmen, zum Beispiel gegen ein eventuell bestehendes Übergewicht. Sollte ein oder gar mehrere Risikofaktoren bei Ihnen vorliegen, so sollte eine Screeninguntersuchung bereits im ersten Trimenon erfolgen, um die Erkrankung möglichst früh erkennen zu können.

Wie diagnostiziert man einen Gestationsdiabetes?

Während der Schwangerschaft hat jede Frau Anspruch darauf, einmal eine Screeninguntersuchung für einen möglichen Schwangerschaftsdiabetes durchzuführen. Dieser wird von der Krankenkasse bezahlt und erfolgt meist zwischen der 25. und 28. Schwangerschaftswoche, da ein Gestationsdiabetes meist ab der 20. Schwangerschaftswoche in Erscheinung tritt. Frauen mit Risikofaktoren haben jedoch Anspruch, den Test bereits früher durchführen zu lassen. Bei diesem Test trinkt die Schwangere zunächst ein Glas mit einer Zuckerlösung. Eine Stunde später erfolgt eine Blutabnahme mit Bestimmung der Blutzuckerkonzentration. Liegen die Werte außerhalb des Normbereiches, so kann ein weiterer Test, der sogenannte orale Glucose Toleranz-Test angeschlossen werden, um die Verdachtsdiagnose zu erhärten. Dieser ist ähnlich, aber etwas aufwändiger, da die Schwangere nüchtern sein muss und mehrere Werte bestimmt werden, aber auch genauer. Die festgelegten Grenzwerte für einen Schwangerschaftsdiabetes betragen 180 mg/dl nach 1 Stunde und 150 mg/dl nach 2 Stunden.

Welche Folgen kann ein Gestationsdiabetes mit sich bringen?

Die meisten Babys, deren Mütter an Schwangerschaftsdiabetes leiden, kommen zum Glück gesund auf die Welt. Der erhöhte Blutzuckerspiegel kann jedoch dafür sorgen, dass die Kinder besonders groß und schwer werden, was mehr Risiken für eine Geburt mit sich bringt. Ein Kaiserschnitt wird wahrscheinlicher. Ein Neugeborenenikterus tritt bei Gestationsdiabetes gehäuft auf, kann mit einer Rotlichttherapie jedoch gut behandelt werden. Wird ein Schwangerschaftsdiabetes jedoch zu spät oder gar nicht erkannt, so erhöht dies für das Kind das Risiko, in seinem späteren Leben an gesundheitlichen Problemen zu leiden. In sehr seltenen Fällen kann es sogar zum Tod des Kindes kommen. Für die Frauen selbst ist der Diabetes meist eher harmlos, da er meist von alleine wieder verschwindet. Das Risiko, im Alter eine dauerhafte Zuckerkrankheit zu entwickeln, steigt jedoch stark an. Außerdem kann es häufiger zu Harnwegsinfekten während der Schwangerschaft kommen.

Hilfe, ich leide an Schwangerschaftsdiabetes – Was soll Ich tun?

Ein Schwangerschaftsdiabetes kann zum Glück gut therapiert werden, wenn er frühzeitig erkannt wird. Nur in einem geringen Teil der Fälle benötigen die Frauen eine Therapie mit Insulin. Meist kann man den Diabetes über eine ausgewogene Ernährung gut einstellen. Auf dem Speiseplan stehen sollten viele Vollkornprodukte, wenig Fettiges, stattdessen viel Gemüse. Es ist sinnvoll, statt großen Mahlzeiten lieber mehrmals kleine Portionen zu essen. Starke Blutzuckerschwankungen lassen sich dadurch besser vermeiden. Sie sollten darauf achten, genügend Vitamine und Mineralstoffe aufzunehmen. Eine Alternative wäre der Besuch eines Fachshops für Diabetes, um sich ausführlich über Behandlungsmöglichkeiten und vorbeugende Maßnahmen beraten zu lassen.

Regelmäßige körperliche Aktivität in Form leichter sportlicher Betätigung kann sich ebenfalls positiv auswirken.

C.O.