Impfung schützt die Leber vor HEPATITIS A und B

Impfung schützt die Leber vor HEPATITIS A und B

Hände nach dem Toilettengang nicht gewaschen, verunreinigtes Trinkwasser oder nicht durchgegarte Lebensmittel, all das kann eine Infektion mit Hepatitis A verursachen. Diese heilt von selbst aus und bleibt in der Regel folgenlos. Sie kann aber für Senioren und chronisch Kranke gefährlich werden und sogar zum akuten Leberversagen führen. Hepatitis B hingegen wird durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma oder Scheidensekret übertragen. Sie kann eine chronische Leberentzündung verursachen, die vielfach unbemerkt bleibt.

Denn die Leber leidet still und schmerzt nicht. Sie gehört zu den größten Organen des Menschen und ist das wichtigste Stoffwechselorgan. Wenn es um die Entgiftung des menschlichen Körpers geht, vollführt sie wahre Höchstleistungen. Wird sie krank, geht vieles nicht mehr. Die chronische Hepatitis B kann zu weiteren schwerwiegenden Erkrankungen, wie zum Beispiel Leberzirrhose oder Leberzellkrebs, führen. Um sich vor einer Hepatitis-Virusinfektion zu schützen, ist eine Impfung sinnvoll, die gegen Hepatitis A und B möglich ist. „Im Rahmen der Europäischen Impfwoche ist es wichtig, auf diese Möglichkeiten hinzuweisen“, sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung. „Mit einer Hepatitis B-Impfung kann Leberzellkrebs verhindert werden. Die Impfung gegen Hepatitis B ist die erste Impfung gegen Krebs.“ Weitere Informationen zur Europäischen Impfwoche finden Sie unter http://eiw.euro.who.int/.

Trotz großer Verbesserung in der Hepatitis-Therapie der letzten Jahre nimmt der Leberzellkrebs weiter zu. Jährlich erkranken in Deutschland mehr als 5.000 Menschen neu an Leberkrebs, weil Lebererkrankungen nicht rechtzeitig erkannt wurden. Dabei kann ein Test beim Hausarzt schon zeigen, ob die Leberwerte erhöht sind. Dies kann ein erstes Anzeichen für eine Leberkrankheit sein. Die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e.V. und die Gastro-Liga e. V. organisieren am 20. November 2011 den Deutschen Lebertag, um auf die Wichtigkeit der Früherkennung von Lebererkrankungen hinzuweisen: www.lebertag.org

Die Impfung gegen Hepatitis A und B erfolgt in drei Schritten durch Injektionen. Die zweite Spritze erhält man einen Monat nach der ersten Impfung. Nach sechs Monaten wird dann nochmals geimpft. Danach ist die Impfung vollständig und bietet langjährigen Schutz. Bei einigen Personen mit Immunschwäche können zusätzliche Impfungen notwendig sein. Eine Impfung gegen Hepatitis A ist zum Beispiel angezeigt bei Reisen in Länder mit geringer Hygiene und schlechter Trinkwasserversorgung. Dazu gehören unter anderem auch der Mittelmeerraum sowie Osteuropa. Ebenso ist sie wichtig für Personen, die im Gesundheitsbereich arbeiten und mit Patienten in Kontakt kommen.

Eine Impfung gegen Hepatitis B gehört seit 1995 zu den Standardimpfungen, die die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes für Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfiehlt. Der Impfschutz reicht dann in der Regel zehn bis 15 Jahre. Ebenso sinnvoll ist sie für Personen, die zum Beispiel regelmäßig mit Blut in Kontakt kommen, Menschen mit wechselnden Sexualpartnern oder bei denen in der Familie oder Umgebung bereits Hepatitis-Kranke leben. Die Impfung gegen Hepatitis B schützt auch vor Hepatitis D, da diese Erkrankung nur gemeinsam mit einer Hepatitis B vorkommen kann. Durch ein beschleunigtes Impfschema am Tag 0, 7 und 21 kann bei gesunden Erwachsenen der Impfschutz auch schneller erreicht werden, falls dies notwendig ist. Die Impfungen werden jeweils als aktive Impfungen mit einem Totimpfstoff gegeben, der keine lebenden Viren enthält. Der Körper bildet nach der Impfung Antikörper, die vor einer Hepatitis A bzw. B schützen. Die Impfungen sind sicher und gut verträglich. Mehrere Millionen Menschen wurden bereits geimpft.

idw 2011/05