„Neugieriges Erkunden von Unbekanntem“

„Neugieriges Erkunden von Unbekanntem“

Frankfurt a.M. – Die DGZMK/BZÄK/Dentsply Sirona Preisverleihungen sind traditionell von einem Erlebnischarakter geprägt. Diesmal führte die Kürung der Sieger beim 32. Förderpreis an Bord der „MS Pure Liner“ auf den Main. Zur Einstimmung gab einer der früheren Gewinner, Prof. Dr. Hans-Jürgen Wenz (Uni Kiel), Einblicke in die Zeit der analogen Postergestaltung mit Kleber, Copyshop und des Malens mit Schablone und Stift. „Der Preis begegnet mir in meinem Leben immer wieder, und er hat Gutes für mich bewirkt“, fasste Wenz die Bedeutung der Teilnahme für seine wissenschaftliche Laufbahn zusammen.

Der Dentsply Sirona Förderpreis sei in fast allen Regionen der Welt eine attraktive Möglichkeit, hochwertige Forschungsergebnisse in einem kompetitiven Rahmen zu präsentieren, erläuterte in seiner Begrüßung Dr. Frank Pfefferkorn, Sen. Manager Dental Research Clinical Affairs bei Dentsply Sirona. Er verwies auf eine Neuerung des Preises.
Neuer Partner für den Preis ist anstelle der ADA inzwischen die AADR – die amerikanische Gesellschaft für zahnärztliche Forschung – also das Pendant der DGZMK in den USA. Pfefferkorn: „Deshalb begrüße ich es besonders, dass hierzulande sowohl die DGZMK, als wissenschaftliche Dachgesellschaft, als auch die Bundeszahnärztekammer, als Vertreter der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, den Förderpreis weiterhin unterstützen.
Im deutschsprachigen Raum wurde der Dentsply Sirona Förderpreis zum ersten Mal 1987 vergeben und es nahmen über all die Jahre insgesamt 545 junge Talente von 40 Universitäten teil.“ Die beiden Gewinner in diesem Jahr werden mit ihren Tutoren also zur AADR-Tagung eingeladen, die im kommenden Juni im kanadischen Vancouver stattfinden wird.

Pfefferkorn verwies auf den Präsentationsbanner des diesjährigen Deutschen Zahnärztetages „Wissenschafft Zukunft“: „In Zeiten, in denen eine Behauptung nur oft genug wiederholt werden muss, um zumindest die entsprechende Anhängerschaft davon zu überzeugen, dass es sich um Fakten basiertes Wissen handelt, ist es dringend notwendig, kritisches Hinterfragen von Vorhandenem und neugieriges Erkunden von Unbekanntem nach den Regeln der Wissenschaft zu betreiben. Dies – immer zusammen mit einer für Neues offenen Grundhaltung – sollte Ihnen einen interessanten Weg in die Zukunft ermöglichen. Sei es nun an der Universität oder in der Niederlassung.“

DGZMK-Präsident Prof. Dr. Michael Walter erinnerte in seinem Grußwort ebenfalls an die lange Tradition des Preises, der viele gute Erinnerungen wecke. Zwar sei eine wissenschaftliche Karriere und Anstellung an einer deutschen Uni auf den ersten Blick nicht die attraktivste Möglichkeit, aber dennoch sei eine Hochschullaufbahn für die Teilnehmer vielleicht eine echte Alternative. „Sie alle haben eine großartige Leistung schon vollbracht, alle haben auf einem guten Niveau präsentiert“, lobte er die Studierenden. Er schloss in seinen Dank auch die Arbeit der Jury und der Tutoren mit ein.

Die Politik solle stärker berücksichtigen, dass Wissen zwar Zukunft schaffe, aber erst Bildung Wissen schaffe, so BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel. Diese Anspielung auf das jüngste Scheitern der Novellierung der AO-Z ließ sich Engel nicht nehmen. Auch er appellierte an die künftige Aktivitätsbereitschaft der Teilnehmer/innen: „Entwickeln Sie Ideen, denken Sie quer und über die Mundhöhle hinaus!“ Darüber hinaus ermunterte er dazu, sich in den Kammern, den zahnärztlichen Organisationen oder den wissenschaftlichen Fachgesellschaften zu engagieren, um die berufliche Zukunft nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Jury-Leiter Prof. Dr. Bernd Wöstmann verwies auf die Möglichkeit, über die Forschung weltweit Freundschaften zu schließen. „Sie werden sehen, dass Sie mit der Forschung überall auf dem Globus willkommen sind.“

Den mit 500 Euro dotierten zweiten Preis im Bereich „Klinische Studien, Klinische Verfahren und Behandlungsmethoden“ sicherte sich Henriette Kienbaum, Charité Universitätsmedizin Berlin, mit ihrem Tutor Dr. Christian Wesemann, Abteilung für Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre für das Poster „Einfluss des Umgebungslichts auf die Genauigkeit von Ganzkieferscans“. Den mit 1500 Euro dotierten ersten Preis und die Reise nach Vancouver gewann in dieser Kategorie Elena Günter von der Universität Leipzig mit ihrem Tutor Prof. Dr. Dirk Ziebolz M.Sc., Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie und der Arbeit „Detektion und Bewertung von Wurzelkaries mittels quantitativer lichtinduzierter Fluoreszenz (QLF)“.

Der zweite Preis im Bereich der Grundlagenforschung und Naturwissenschaften ging an Jan Luca Schmid, Universität Bern, und seine Tutorin Prof. Dr. Sigrun Eick,
Klinik für Parodontologie, Labor Orale Mikrobiologie, für die Arbeit „In-vitro-Aktivität von
Tetrazyklin-Formulierungen zur lokalen Applikation in der Parodontitistherapie“. Den Siegercheck und das Ticket nach Kanada sicherte sich hier Niklas Ullrich, Universität Regensburg, mit Tutor PD Dr. Christian Kirschneck, Departments of Orthodontics. für das Poster „Relative Bedeutung von Mechanotransduktion versus Hypoxie für die kieferorthopädische Zahnbewegung“.

Bildzeilen:

(002) Die Teilnehmer am 32. Förderpreis stellten sich mit den Jury-Mitgliedern sowie den Repräsentanten der BZÄK, der DGZMK und von Dentsply Sirona zum Gruppenbild

(005) Die Gewinner beim diesjährigen DGZMK/BZÄK/DentsplySirona Förderpreis: (v.l.): Dr. Frank Pfefferkorn, Prof. Dr. Michael Walter, Jan Luca Schmid, Henriette Kienbaum, Niklas Ullrich, Elena Günter und Dr. Peter Engel

Foto: Alexandra Roth / Dentsply Sirona

idw 2018/11