Fachkräftemangel in der Pflege: Zeit für alternative Ansätze

Fachkräftemangel in der Pflege: Zeit für alternative Ansätze

Der Autor, Prof. Dr. Klaus Watzka aus dem Fachbereich Betriebswirtschaft, zeigt die hohe Brisanz und zeitliche Dringlichkeit des Problems auf und plädiert nachdrücklich für einen alternativen Lösungsweg.

Zusammenfassend äußert sich der Autor wie folgt:

„Wunschdenken trifft auf Realität! Das Bundeskabinett hat am 01.08.2018 das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz beschlossen. Unter anderem ist darin die Einstellung von 13.000 zusätzlichen Pflegefachkräften vorgesehen. Angesichts der derzeitigen Mangelsituation in diesem Berufsfeld bestehen starke Zweifel, ob diese Stellen adäquat besetzt werden können.

Zukunftsprojektionen für das Jahr 2030 zeigen, dass sich die Pflegekraftlücke noch deutlich vergrößern wird. Auch der Zugriff auf bislang unerschlossene Arbeitskräftepotenziale wird zur Schließung nicht ausreichend sein. Die soziale Dramatik dieses Problems verbietet eine abwartende Haltung. Bisher beschlossene Maßnahmen sind zu kleinteilig und zu reaktiv angelegt. Es sind kurzfristig Handlungen erforderlich, die einen aktiven Lösungsbeitrag in einer substanziellen Größenordnung leisten.

Vorgeschlagen wird in einem stark fokussierten Handlungsansatz die Errichtung einer groß dimensionierten Pflegefachschule (10.000 Plätze) in einem Drittland. Es wird ein begründeter Kriterienkatalog für die Auswahl geeigneter Länder vorgestellt. Als potenziell geeignetes Land wird Vietnam diskutiert.“

Details sind dem von Prof. Watzka veröffentlichten Diskussionspapier zu entnehmen, das im Anhang bereitsteht. Es ist erschienen in der Schriftenreihe „Jenaer Beiträge zur Wirtschaftsforschung“.

Prof. Dr. Klaus Watzka ist Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und lehrt im Fachbereich Betriebswirtschaft der Ernst-Abbe-Hochschule Jena insbesondere Personalmanagement.

wissenschaftliche Ansprechpartner:
Prof. Dr. Klaus Watzka
klaus.watzka@eah-jena.de

idw 2018/08