Der menschliche Körper ist ein hochkomplexes System. Um seine Funktionen aufrecht zu erhalten, braucht er mehr als reine Energie, die er in Form von Eiweiß, Kohlenhydraten und Fetten aus der Nahrung aufnimmt.

Die sogenannten Mikronährstoffe sind überlebenswichtig, werden aber über den täglichen Speiseplan oft nicht ausreichend abgedeckt. Nahrungsergänzungsmittel sind eine gute Unterstützung, haben jedoch ihre Grenzen.

Nährstoffe in der Nahrung

Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Aminosäuren zählen zu den Mikronährstoffen und sind notwendig, um einen Menschen am Leben zu erhalten. Sie sind wichtig für die Blutbildung, den Aufbau neuer Zellen, den Erhalt des Immunsystems und für die Nervenfunktionen.

Der Körper braucht sie in relativ geringen Dosen, ein Mangel kann jedoch zu gesundheitlichen Problemen führen. Wer sich oft erkältet, Haarausfall und brüchige Nägel hat, rissige Mundwinkel oder sich ständig schlapp fühlt, sollte im Zweifelsfall einen Arzt aufsuchen, da all dies Symptome für einen Mangel an Mikronährstoffen sind.

Dabei schützt ein gesunder Ernährungsplan nicht garantiert vor Risiken: Auch bei Menschen, die sich mit viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten gesund ernähren, kann es zu einem Mangelzustand kommen. Durch die heutige Massenproduktion von Lebensmitteln sind die Agrarböden ausgelaugt und der daraus resultierende Nährstoffmangel wird an die Früchte weitergegeben.

Auch wer großen Belastungen ausgesetzt ist, zum Beispiel durch Stress in der Arbeit, viel Sport oder während einer Schwangerschaft, ist durch den erhöhten Bedarf besonders prädestiniert. Auch die Einnahme von Medikamenten kann den Mikronährstoffverbrauch ansteigen lassen.

Vitamine

Die organischen Moleküle sind in die Hauptgruppen A-E und K unterteilt, welche spezifischen Funktionsbereichen im Körper zugeordnet sind. Wasserlösliche Vitamine, wie das immunstärkende Vitamin C oder die B-Vitamine, müssen täglich zugeführt werden.

Fettlösliche Vitamine hingegen kann der Körper in Depots speichern. Dabei haben die meisten Vitamine gemein, dass sie sehr hitzeempfindlich sind. Gekochte Mahlzeiten enthalten daher eine bis zu 60% geringere Vitaminkonzentration als Rohkost.

Ein besonders häufiger Mangel ist der von Vitamin B12, das man vor allem in tierischen Produkten aus biologischer Weidehaltung findet. Auch Vitamin D fehlt oft, obwohl es während der Sommermonate sogar vom Körper selbst produziert werden kann.

Erste Anzeichen sind meist sehr unspezifisch. Man fühlt sich abgeschlagen, kurzatmig und lustlos. Erst bei einem manifesten Vitaminmangel können die Symptome explizit zugeordnet werden. So führt beispielweise mangelndes Vitamin D auf Dauer zu einer Knochenerweichung (Osteomalazie).

Mineralstoffe und Spurenelemente

Mineralstoffe sind anorganische Nahrungsbestandteile wie Calcium, Magnesium und Natrium. Sie sind unter anderem wichtig für gesunde Zähne, Knochen, Muskeln und Nerven. Mineralstoffe, die in nur in sehr geringen Mengen benötigt werden, nennt Spurenelemente. Zu diesen gehören u.a. Eisen und Jod. Gerade Eisenmangel ist ein weit verbreitetes Problem und führt zu Blutarmut und Kurzatmigkeit. Bei Schwangeren kann ein Folsäuremangel zum befürchteten Neuralrohrdefekt am Kind führen, weshalb werdende Mütter besonders oft auf Mangelzustände kontrolliert werden.

Aminosäuren

Mit vollem Namen Aminocarbonsäuren, sind sie die Bausteine von Proteinen, den Grundbausteinen jedes Lebewesens. Essentielle Aminosäuren wie Lysin und Threonin kann der Körper nicht selbst bilden, weshalb sie über die Nahrung zugeführt werden müssen.

Wirken Nahrungsergänzungsmittel?

Zusätzliche Präparate als Kapseln, Tabletten oder Pulver, wie man sie in Drogerien und Apotheken bekommt, können dabei helfen Mangelzustände auszugleichen.

Trotzdem sollten sie nicht unwillkürlich oder dauerhaft eingenommen werden. Eine Überdosierung kann zur langsamen Vergiftung des Körpers führen und im schlimmsten Fall chronische Schäden zur Folge haben. So kann z.B. ein Jodüberschuss der Schilddrüse dauerhaft schaden. Andere Mittel auf Basis pflanzlicher Konzentrate oder Extrakte, zum Beispiel aus Gojibeeren, Algen oder Kräutern, sind bei übermäßigem Verzehr weniger schädlich. In ihrer Wirkung sind sie jedoch manchmal fragwürdig, in ihrer Zusammensetzung unbeständig und in vielen Fällen überteuert und nicht unbedingt von Nutzen.

Nahrungsergänzungspräparate nur nach Bedarf

Vitaminpräparate sind eine wirksame und manchmal sogar notwendige Ergänzung. Die kurzfristige Einnahme gering dosierter Drogerieprodukte ist normalerweise unproblematisch.

Kinder und Jugendliche, Schwangere bzw. stillende Mütter und Menschen, die gesundheitlich vorbelastet sind oder sich unwohl fühlen, sollten vorab unbedingt ihren Hausarzt aufsuchen. Eine praktische Flowchart zum Selbsttest bietet idealo.de. Hier kann man nachschauen ob die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, je nach eigener Motivation, hilfreich ist, oder ob eher ein Arztbesuch ratsam ist.

I.I.