Wenn die Sehschärfe unserer Augen nachlässt, kann das viele Ursachen haben. Ein Grund können Venenverschlüsse in der Retina, der Netzhaut unserer Augen, sein. Sie ist im hinteren Teil des Auges lokalisiert und ist der Sitz von lichtempfindlichem Nervengewebe. Die Retina ist darauf spezialisiert, das eintreffende Licht in Nervenimpulse umzuwandeln, die an unser Gehirn weitergeleitet werden.

Der Retinale Venenverschluss der Netzhaut (RVV) resultiert aus dem Verschluss eines Blutgefäßes der Netzhaut im lichtempfindlichen Bereich des Auges. Bei Retinalen Venenverschlüssen der Netzhaut (RVV) wird zwischen den retinalen Venenastverschlüssen (VAV) und den zentralen Venenverschlüssen (ZVV) unterschieden.

Zentraler Venenverschluss (ZVV) und Retinaler Venenastverschluss (VAV) durch Makulaödem

Beim zentralen Venenverschluss (ZVV) ist die Zentralvene des Sehnervs blockiert. Beim Retinalen Venenastverschluss (VAV) erfolgt der Verschluss an einem der Venenäste der Zentralvene. Wenn der Venenverschluss (zentral oder am Venenast) nicht behoben wird, können eine Reihe von Komplikationen auftreten. Die häufigste Ursache für Visusbeeinträchtigungen bei Patienten mit einem Retinalen Venenverschluss der Netzhaut (RVV) ist ein Makulaödem, welches durch ein Anschwellen der Makula entsteht, dem für die Sehschärfe verantwortlichen zentralen Teil der Netzhaut.

Retinaler Venenverschluss der Netzhaut (RVV) – eine chronische Augenkrankheit

Der Retinale Venenverschluss der Netzhaut (RVV) ist eine chronische Augenkrankheit, die zu einem plötzlichen Sehverlust führen kann. Neben Netzhautveränderungen durch Diabetes ist ein Retinaler Venenverschluss der Netzhaut (RVV) die häufigste Ursache für krankhafte Veränderungen der Blutgefäße in der Netzhaut.

Ein RVV äußert sich bei jedem Patienten anders, aber alle Patienten unterliegen dem Risiko eines Sehverlustes, was ihre Alltagsaktivitäten und ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Zusätzlich tragen Patienten, ihre Familien und die Gesellschaft eine beachtliche finanzielle Last. RVV haben erhebliche globale Auswirkungen mit schätzungsweise 16,4 Millionen Betroffenen weltweit. Davon leiden 13,9 Millionen an einem retinalen Venenastverschluss und 2,5 Millionen an einem retinalen Zentralvenenverschluss.

Behandlung bei reduzierter Sehschärfe infolge eines Retinalen Venenverschlusses der Netzhaut (RVV)

Zur Behandlung der reduzierten Sehschärfe infolge eines durch einen Venenverschluss der Netzhaut (RVV) bedingten Makulaödems steht seit Februar 2015 ein rekombinantes Fusionsprotein zur Verfügung. Es ist zusammengesetzt aus humanen extrazellulären Teilen der VEGF-Rezeptoren 1 und 2, die mit dem Fc-Anteil des menschlichen IgG1 kombiniert wurden. Die Substanz ist speziell für die Injektion in den Glaskörper des Auges (intravitreale Injektion) als iso-osmotische Lösung formuliert. Der Wirkstoff fungiert als löslicher ,Ersatzrezeptor‘. Es bindet mit einer höheren Affinität an VEGF-A und an den Plazenta-Wachstumsfaktor PlGF und kann so die Bindung und Aktivierung der verwandten VEGF-Rezeptoren hemmen. Die Zulassung beinhaltet den retinalen Venenastverschluss (VAV) und die bereits zugelassene Indikation ZVV – die Behandlung des Sehschärfenverlustes aufgrund eines Makulaödems infolge eines retinalen Zentralvenenverschlusses bei Erwachsenen.