„Das ist nicht nur dem sozio-demografischen Wandel geschuldet, sondern auch den zum Teil schwierigen Arbeitsbedingungen, etwa in der Pflege“, kritisiert Prof. Dr. Josef Hilbert, Direktor des Instituts Arbeit und Technik (IAT/Westfälische Hochschule Gelsenkirchen). „Sicher ist hier auch Politik gefordert, um für eine bessere Absicherung der Branche zu sorgen. Aber es geht auch nicht ohne neue Akzente und Vereinbarungen durch die Sozialpartner.“ Die „Arbeit in sozialen Dienstleistungen“ ist Thema einer Fachtagung, zu der das Institut Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) und der AWO-Bundesverband am 25. November nach Berlin einladen.

Ein Thema der Tagung ist die Entwicklung der Arbeitsbeziehungen in der Sozialwirtschaft. In der Sozialwirtschaft herrscht auf regionaler Ebene ein harter, z.T. sogar ruinöser Wettbewerb, der angemessene Vereinbarungen auf allen Seiten erschwert. „Die Arbeitgeber-Arbeitnehmerbeziehungen sind im Vergleich zu anderen Branchen traditionell extrem kleinteilig organisiert, was eine konzertierte arbeitspolitische Strategie der Sozialwirtschaft derzeit insgesamt erschwert. Zum anderen entstehen auf regionaler Ebene, wo die marktlichen Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich sein können, neue Arrangements der Arbeitsbeziehungen. Diese sind jedoch nicht selten Bündnisse des letzten Augenblicks“, umreißt Michaela Evans, Arbeitsforscherin am IAT, die Probleme. Nach Einschätzung der Gelsenkirchener Forscher könnte es sehr hilfreich sein, auf stärker integrierende Verhandlungsstrukturen zu setzen.

Anmeldung und Programm: http://www.iat.eu/files/arbeit_in_sozialen_dl_flyer.pdf