Die Behandlung von erwachsenen Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem BRAFV600-Mutation-positivem Melanom war mehr als 30 Jahre aussichtsslos. Viele Ansätze scheiterten. Chirurgische und radiologische Ansätze in Kombination mit diversen Chemotherapeutika wurden geprüft. Erst das wachsende Verständnis über immunologische und zielgerichtete Therapieansätze eröffnete erfolgreiche Wege zur Behandlung des Melanoms. Beide Forschungsansätze, Immuntherapeutika und zielgerichtete Therapieansätze, zeigten in den vergangenen Jahren vielversprechende und beachtliche Erfolge. Effektive Krebstherapeutika standen dann vor 5 Jahren erstmalig den betreffenden Melanom-Patienten zur Verfügung und revolutionierten die therapeutischen Optionen in der Melanom-Therapie. Einer dieser zielgerichtet wirkenden Wirkstoffe ist Vemurafenib.

Der Wirkstoff hemmt das BRAF-Protein BRAF-Serin-Threonin-Kinase, die in ihrer mutierten Form BRAF V600 zu unkontrolliertem Zellwachstum führen kann.(1) Etwa jeder zweite Melanom-Patient weist eine BRAF V600-Mutation auf.(2) Der BRAF-Inhibitor wurde zusammen mit einem diagnostischen Test entwickelt, um diejenigen Patienten identifizieren zu können, die auf die Behandlung ansprechen. Mittlerweile wurden weltweit bereits über 30.000 Patienten mit Vemurafenib behandelt.(3)

Kombinationstherapie aus Vemurafenib und Cobimetinib

Diese umfangreichen Erfahrungen (4) bildeten die Grundlage für die Entwicklung der neuen Kombinationstherapie aus Vemurafenib und Cobimetinib. Während Vemurafenib das mutierte BRAF V600-Protein, ein wichtiger Baustein des MAPK-Signalwegs, hemmt, richtet sich Cobimetinib gegen das Zellprotein MEK (mitogene und extrazellulär regulierte Kinase), das dem BRAF V600-Protein im MAPK-Signalweg nachgeordnet ist. Die beiden zielgerichteten Kinasen Vemurafenib und Cobimetinib sind somit selektive Inhibitoren des MAPK-Signalwegs, der maßgeblich an der Steuerung der Zellteilung beteiligt sind.

Zu den bisherigen Resultaten der Zulassungsstudie coBRIM nahm Professor Dr. Dirk Schadendorf, Direktor der Klinik für Dermatologie & Direktor des Westdeutschen Tumorzentrums (WTZ) am Universitätsklinikum Essen, Stellung: „Durch die Zugabe von Cobimetinib zu Vemurafenib lebten Patienten mit BRAF V600-Mutation-positivem fortgeschrittenem Melanom im Median erstmals mehr als ein Jahr ohne Fortschreiten ihrer Erkrankung.“

[1]    Greenman C et al., Nature 2007; 446: 153-8
[2]    Ascierto PA et al., J Transl Med 2012; 10: 85
[3]    PSUR (PBRER) vemurafenib. F Hoffmann-La Roche Ltd; 16.08.2015
[4]    PBRER Vemurafenib. F. Hoffmann-La Roche Ltd; 16.08.2015