Bonn (ct) – Am 25. September 1974 gründete Dr. Mildred Scheel die Deutsche Krebshilfe. „Es war eine Jahrhundertidee, die gefährliche Volkskrankheit Krebs mit einer Bürgerbewegung zu bekämpfen“, konstatierte Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, am 8. Juli bei der Jahres-Pressekonferenz der Organisation in Berlin. „Mit der Gründung der Deutschen Krebshilfe hat Mildred Scheel eine bedeutende Ära im deutschen Gesundheitswesen eingeläutet. Ihr Anliegen, den Betroffenen und ihren Angehörigen zu helfen, ist auch nach ihrem eigenen, viel zu frühen Krebstod, bis heute sehr erfolgreich fortgeführt worden“, so Pleitgen. In vier Jahrzehnten habe die gemeinnützige Organisation maßgeblich dazu beigetragen, die Situation von Krebspatienten zu verbessern. Dies sei nur möglich dank des ungebrochenen Vertrauens und der kontinuierlichen Unterstützung aus der Bevölkerung. „Dass die Menschen Vertrauen in unsere Arbeit haben, zeigt sich nicht zuletzt am aktuellen Spendenergebnis“, sagte Hans-Peter Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, in Berlin. Insgesamt konnte die Deutsche Krebshilfe im Jahr 2013 rund 92,1 Millionen Euro an Einnahmen verzeichnen.

Als Mildred Scheel im Jahr 1974 die Deutsche Krebshilfe gründete, war Krebs noch ein Tabuthema. Großes persönliches Leid und sehr begrenzte Behandlungs-methoden – so erlebte die damalige Frau des Bundespräsidenten die Situation von Krebspatienten. Krebskranke Menschen brauchen Hilfe und Hoffnung – dies war ihr Kerngedanke und Motivation für ihren beharrlichen Einsatz. „Mildred Scheel war eine Frau, die ihre Kraft und Energie freigebig für andere einsetzte – für Menschen, die Zuwendung ebenso brauchten wie eine nachhaltige Vertretung ihrer Interessen. Ihr Wirken war und ist für uns alle ein großes Vorbild“, so Pleitgen.

Unter dem Motto „Helfen. Forschen. Informieren.“ unterstützt die Organisation Projekte zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie, medizinischen Nachsorge und psychosozialen Versorgung einschließlich der Krebs-Selbsthilfe. In den 40 Jahren ihres Bestehens hat die Deutsche Krebshilfe bundesweit rund 3.700 Projekte gefördert. Sie hat unter anderem dazu beigetragen, Krebszentren zu initiieren, die Kinderkrebsmedizin auf das heutige hohe Versorgungsniveau zu bringen und die Palliativmedizin in Deutschland zu etablieren. Darüber hinaus ist sie der größte private Förderer der Krebsforschung in Deutschland. Mit zahlreichen Informationsmaterialien, wie Broschüren, Filmen, und unter www.krebshilfe.de klärt die Deutsche Krebshilfe die Menschen über alle Aspekte rund um das Thema Krebs auf.

Von Dr. Mildred Scheel als Bürgerbewegung gegründet, finanziert sich die Deutsche Krebshilfe ausschließlich aus Spenden und freiwilligen Zuwendungen der Bevölkerung. Öffentliche Mittel stehen der Organisation nicht zur Verfügung. „Ohne die tatkräftige Unterstützung zahlreicher engagierter Bürgerinnen und Bürger könnte die Deutsche Krebshilfe ihre wichtigen Aufgaben im Rahmen der Krebsbekämpfung nicht bewältigen,“ so Hans-Peter Krämer.

Im Geschäftsjahr 2013 konnte die Deutsche Krebshilfe insgesamt 92,1 Millionen Euro an Einnahmen verzeichnen. 45,3 Millionen Euro stammten aus Erbschaften und Vermächtnissen. Hinzu kamen über 390.000 Einzelspenden von Privatpersonen und Firmen mit insgesamt 25 Millionen Euro, Erlöse aus Aktionen und Veranstaltungen sowie Kondolenzspenden zu Gunsten der Deutschen Krebshilfe. „Mit den uns anvertrauten Spenden haben wir allein im vergangenen Jahr 136 neue Projekte bewilligt, um die Versorgung krebskranker Menschen weiter zu verbessern“, sagte Krämer. Rund 500.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an Krebs. Die Hälfte der Krebspatienten kann heute erfolgreich behandelt werden. „Das bedeutet aber auch, dass immer noch nicht allen krebskranken Menschen geholfen werden kann. Daher wird die Arbeit der Deutschen Krebshilfe auch in Zukunft unverzichtbar sein“, so Krämer.

Große Hoffnung setzt die Deutsche Krebshilfe in die Krebsforschung. „Ohne Forschung gibt es keinen Fortschritt bei der Krebsbekämpfung. Innovative wissenschaftliche Strategien und neue Ideen entwickeln und umsetzen – das ist das Hauptziel der von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekte“, sagte Professor Dr. Otmar Wiestler, Mitglied des Stiftungsvorstandes des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg und Vorstandsmitglied der Deutschen Krebshilfe, bei der Pressekonferenz in Berlin. „Unser Engagement auf diesem Gebiet macht uns zum größten privaten Drittmittelgeber in der Krebsforschung. Ohne die Deutsche Krebshilfe sähe die Wissenschaftslandschaft Deutschland heute sicherlich anders aus“, so Wiestler. Alleine im Geschäftsjahr 2013 habe die Deutsche Krebshilfe Fördermittel in Höhe von rund 45 Millionen Euro für die Krebsforschung – die Grundlagenforschung, die klinische Forschung sowie die Versorgungsforschung – zur Verfügung gestellt und damit eine Vielzahl hochwertiger Forschungsprojekte ermöglicht.

Mit Blick auf die Zukunft hat die Mitgliederversammlung der Organisation am 4. Juli 2014 die Umwandlung der Deutschen Krebshilfe vom Verein in eine Stiftung beschlossen. „Im Sinne unserer Spender und stets darauf bedacht, unsere Organisationsform sowie organisatorischen Prozesse zu hinterfragen, werden wir diese Umstrukturierung zum 1. Januar 2015 vornehmen, mit dem Ziel, die Aspekte Transparenz, Unabhängigkeit, Governance, klare Trennung von Aufsicht, Executive und Beratung deutlich zu schärfen“, so Krämer in Berlin.

Hinweis für die Redaktion: Weitere Informationen zur Geschichte der Deutschen Krebshilfe sowie zu den Aktivitäten rund um das 40-jährige Bestehen finden Sie unter www.krebshilfe.de

Geschäftsbericht 2013 und Interviewpartner auf Anfrage!

Bonn, 8. Juli 2014

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