„Martin Weber gehört zu den Pionieren der Hospizarbeit und Palliativmedizin in Deutschland“, heben der Medizinische Vorstand und Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Guido Adler, und der Wissenschaftliche Vorstand, Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, hervor. „Seine Arbeit ist gekennzeichnet vom unermüdlichen Einsatz für die feste Verankerung der Palliativmedizin in der Krankenversorgung ebenso wie in Forschung und Lehre. Als Arzt ebenso wie als Wissenschaftler ist Prof. Weber gleichermaßen nahe am Patienten. Wir schätzen Prof. Weber menschlich und fachlich außerordentlich, daher freuen wir uns sehr über seine Berufung auf die Professur für das Fach Palliativmedizin in Mainz. Es ist die konsequente Weiterentwicklung seiner medizinischen und wissenschaftlichen Laufbahn.“
„Als die Palliativstation an der Universitätsmedizin Mainz vor etwa fünf Jahren eröffnet wurde, ging für mich ein großer Wunsch in Erfüllung“, betont Prof. Weber. „Die Berufung auf die neue Stiftungsprofessur ist für mich eine besondere Bestätigung meiner Arbeit und eine wertvolle Unterstützung meines Anliegens, die Palliativmedizin als wissenschaftliche, soziale und gesundheitspolitische Aufgabe in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken.“
Die Einrichtung für Palliativmedizin in Mainz wird interdisziplinär getragen von der III. Medizinischen Klinik und den Kliniken für Anästhesiologie, Neurologie und Psychosomatische Medizin. Die beteiligten Kliniken bringen ihre fachspezifischen Kompetenzen in Krankenversorgung, Forschung und Lehre ein. Organisatorisch steht die Einrichtung im Verbund der III. Medizinischen Klinik. Forschungsschwerpunkte sind unter anderem die differenzierte Diagnostik und Behandlung neuropathischer Tumorschmerzen, die palliativmedizinische Versorgungsforschung und die Entwicklung von Instrumenten zur Erfassung der Belastungen von Patienten mit fortgeschrittenen Tumorleiden.
„Als ich von 1975 bis 1983 Medizin studierte, waren Inhalte und Erkenntnisse der Hospizbewegung und Palliativmedizin noch kein Thema unserer Ausbildung“, erinnert sich Martin Weber. Als junger Arzt sah er todkranke Patienten, die an unzureichend behandelten starken Schmerzen litten und mit ihren vielfältigen Nöten und Ängsten alleingelassen wurden. Diese Probleme ließen ihn nicht mehr los. „Heute kann die moderne Palliativmedizin in einem früher ungeahnten Ausmaß Schmerzen und andere Symptome wie Atemnot oder Übelkeit lindern. Als interdisziplinär und multiprofessionell ausgerichtetes Fach widmet sie sich dem Leiden in all seinen Dimensionen, das bedeutet auch der seelischen und sozialen Not schwerstkranker und sterbender Menschen und ihrer Angehörigen. Über die unmittelbare Krankenversorgung hinaus ist es vor allem mein Bestreben, die Palliativmedizin als Inhalt der ärztlichen und pflegerischen Fort- und Weiterbildung zu etablieren, sie in die studentische Lehre zu integrieren und wissenschaftlich zu verankern, um ihre Weiterentwicklung zu gewährleisten. Entsprechend thematisierte meine im Jahr 2006 abgeschlossene Habilitation die Notwendigkeit der Integration der Palliativmedizin in die moderne Medizin und das Gesundheitswesen.“
Gemeinsam mit 16 Gleichgesinnten aus der Ärzteschaft, Krankenpflege und Seelsorge gründete Martin Weber 1990 die Mainzer Hospizgesellschaft – und ist heute noch deren Vorsitzender. Seit 1991 ist der Vater dreier Kinder an der Universitätsmedizin Mainz tätig. Hier schloss er seine Facharztausbildung in der Inneren Medizin ab und erhielt 1994 zusätzlich die Anerkennung im Teilgebiet Hämatologie/Onkologie. 1997 erwarb Prof. Weber das „Diploma of Palliative Medicine“ des University of Wales College of Medicine. Im gleichen Jahr wurde er Oberarzt an der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik mit dem Arbeitsschwerpunkt Palliativmedizin. Immer strebte er dabei die Vernetzung mit den bereits bestehenden ambulanten und stationären palliativmedizinischen Strukturen in Mainz und Umgebung an. So war Prof. Weber neben seiner Oberarzttätigkeit von 2002 bis 2005 gleichzeitig beratender Arzt am Christophorus-Hospiz in Mainz im Rahmen eines Projektes der Deutschen Krebshilfe. Seit der Etablierung der Interdisziplinären Einrichtung für Palliativmedizin im Dezember 2005 ist er deren Leiter.
Die Deutsche Krebshilfe e.V. versteht sich als Wegbereiterin der Palliativmedizin in Deutschland: Mit bisher insgesamt rund 60 Millionen Euro hat sie den Aufbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen unterstützt und die Aus- und Weiterbildung auf diesem Gebiet nachhaltig gefördert. „Wir freuen uns, dass die von uns eingerichtete Stiftungsprofessur in Mainz mit einem so hervorragenden Experten besetzt werden konnte. Die Palliativmedizin flächendeckend in der Hochschullandschaft zu verankern, ist eines unserer wichtigsten Anliegen“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. Professor Weber werde die Palliativmedizin weiter voranbringen und mit seiner Lehr- und Forschungstätigkeit weitere Meilensteine setzen.

Kontakt
Univ.-Prof. Dr. Martin Weber
Interdisziplinäre Einrichtung für Palliativmedizin, III. Medizinische Klinik, Universitätsmedizin Mainz
Tel. 0049 6131 17-6001(Büro) oder 17-3170 (Station), Fax 0049-6131-176427
E-Mail: martin.weber@unimedizin-mainz.de,

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Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen sowie zwei Einrichtungen der medizinischen Zentralversorgung – die Apotheke und die Transfusionszentrale – gehören zur Universitätsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet. Weitere Informationen im Internet unter