Der Einfluss von Armut auf die Gesundheit ist vielfach belegt: Laut Datenreport 2011 liegt die mittlere Lebenserwartung bei Geburt von Männern der niedrigen Einkommensgruppe fast elf Jahre unter der von Männern der hohen Einkommensgruppe. Bei Frauen beträgt die Differenz rund acht Jahre. Bestimmte Erkrankungen wie Schlaganfall, Diabetes mellitus und chronische Bronchitis tauchen in der Armutsrisikogruppe vermehrt auf. In Armut lebende Personen sind außerdem häufiger psychosozialen Belastungen ausgesetzt, die – je nach Dauer und Stärke – ebenfalls zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Am 6. und 7. März 2013 findet im Hauptgebäude der Technischen Universität Berlin der 18. Kongress Armut und Gesundheit statt. Er wird von Gesundheit Berlin-Brandenburg zusammen mit dem Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) der Technischen Universität Berlin und zahlreichen anderen Partnern wie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ausgerichtet.

In mehr als 80 Workshops und mit mehr als 2.000 Teilnehmenden wird der Zusammenhang von Armut und Gesundheit thematisiert und aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Hier wird die Wirksamkeit der Frühen Hilfen thematisiert ebenso wie die medizinische Versorgung nicht-versicherter Migrant/innen. Ein eigenes Forum setzt sich mit (psychischen) Belastungen Langzeitarbeitsloser und wirksamen Strategien der Gesundheitsförderung auseinander – eine weitere Veranstaltung thematisiert Beratungsbedarf und Beschwerdemanagement für Psychiatrie-Erfahrene und ihre Angehörigen. Im Bereich „Kinder und Jugendliche“ werden u.a. die neu angestoßene Bundesinitiative Frühe Hilfen sowie Maßnahmen zur Früherkennung von Gewalt vorgestellt. Im Bereich „Ältere“ findet ein Fachforum zu Pflegebedürftigkeit, Behinderung und Teilhabeansprüchen in der sozialpolitischen Diskussion statt. Und es wird kritisch hinterfragt: Wie lässt sich die Wirksamkeit der Frühen Hilfen messen? Inwiefern tragen Public Health-Maßnahmen selbst zur sozialen Ungleichheit bei?

Mit der Abschlussdiskussion „Herausforderungen der Bundespolitik“ werden hochaktuelle Diskussionen zu Präventionsstrategie und dem Gesundheitsförderungs- und Präventionsstärkungsgesetz aufgegriffen. Vertreterinnen und Vertreter aller Bundestagsfraktionen tauschen sich darüber aus, wie eine politische Unterstützung von Prävention und Gesundheitsförderung aussehen sollte.

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Weitere Informationen erteilen Ihnen gern:
Marion Amler, Öffentlichkeitsarbeit, Gesundheit Berlin-Brandenburg, Friedrichstraße 231, 10969 Berlin, Tel.: (030) 44 31 90 72, presse@gesundheitbb.de

Stefanie Terp, Pressesprecherin der Technische Universität Berlin, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin, Tel.: (030) 31 42 39 22, steffi.terp@tu-berlin.de