Das Vortragsprogramm an der Psychologischen Hochschule Berlin:

Hochbegabte Schulversager Prof. Dr. Siegfried Preiser (Vortrag)
17Uhr
Manchmal haben Schülerinnen und Schüler in der Schule deutlich weniger Erfolge, als ihre Fähigkeiten und Begabungen erwarten lassen. Dann fragt die Ursachenforschung nach Motivationsproblemen. Wie kann es dazu kommen, und wie lässt sich Begeisterung für das Lernen steigern? Der Vortrag analysiert einerseits die Bedingungen, die zu Leistungseinbußen (underachievement) führen, andererseits geht es um ganz konkrete Anregungen zur Vermeidung dieses Phänomens. Ein Vortrag u. a. für Lehrkräfte.

Väter bei der Geburt – Ein Irrweg?! Prof. Dr. Kirsten von Sydow (Vortrag)
18.15 Uhr und 20.45 Uhr
Über Jahrhunderte waren Geburten Frauensache. In den westlichen Industrienationen ist das inzwischen ganz anders geworden: Fast alle Väter sind bei den Geburten ihrer Kinder dabei. Doch bisher wurde kaum erforscht, wie die betroffenen Männer und Frauen das erleben. Funktioniert die Unterstützung durch den Partner immer so optimal wie gewünscht?
Prof. von Sydow berichtet über den internationalen Forschungsstand zum Thema „Väter bei der Geburt“ und eigene Befunde aus dem Projekt „Elternschaft und Paarbeziehung“. Welche Auswirkungen hat die Präsenz des Partners auf den Geburtsverlauf, das psychische Befinden von Mann und Frau sowie ihre Partnerschaft und Sexualität?

Ändert sich unser Verständnis von Gesundheit und Krankheit? Psychische Störungen im Wandel der Zeiten Prof. Dr. Frank Jacobi und Studierende der PHB (Vortrag und Diskussion)
19.30 Uhr und 22.00 Uhr
In den letzten Jahren wurden psychische Störungen deutlich häufiger diagnostiziert als früher. Eine Zunahme von „Burnout“ ist ständiges Diskussionsthema in den Medien. Sind wir bald alle „psychisch krank“? Gehören psychische Störungen ebenso wie körperliche Erkrankungen ganz einfach zum Leben dazu? Oder hat sich unser Gesundheitsbegriff gewandelt? Etwa jeder dritte Erwachsene erfüllt im vergangenen Jahr die Kriterien für eine psychische Störungsdiagnose. Die direkten und vor allem indirekten Kosten aller psychischen und neurologischen Störungen werden höher geschätzt als die von Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes zusammen.

Die Lange Nacht der Wissenschaften Berlin/Potsdam findet bereits seit über zehn Jahren statt. Auch dieses Jahr werden wieder mehr als 30.000 Besucher erwartet. Das Programm beginnt um 17 Uhr und endet um 1 Uhr nachts. Shuttlebusse ermöglichen den Besuchern in dieser Zeit mehrere der zahlreichen Veranstaltungen der über 70 teilnehmenden Forschungseinrichtungen zu besuchen.