Etwa 3.000 chirurgische Eingriffe führen die Ärzte an der Chirurgischen Universitätsklinik jährlich durch; hinzu kommen rund 15.000 ambulante Behandlungen. Wo immer es sinnvoll ist, setzen sie so genannte minimal-invasive Verfahren ein. Neben Schilddrüsen- oder Leistenbruch-Operationen und der Behandlung komplexer Tumorerkrankungen reichen die Schwerpunkte der Klinik von der Bauch- und Gefäßchirurgie über Eingriffe am Brustkorb bis hin zur Kinderchirurgie. Diese vielfältige Palette will Professor Kalff weiter ausbauen. So soll es beispielsweise neben der auf dem Venusberg etablierten Transplantationschirurgie bald ein spezielles Lebertransplantations-Programm extra für Kinder geben. Zudem sind für den neuen Chefarzt computerunterstützte Verfahren sinnvoll, die die Patientensicherheit erhöhen.

Therapie aus einer Hand

„Unsere Patienten sollen die bestmögliche Versorgung bekommen“, sagt Professor Kalff. Daher werden alle Operationen nur von Chirurgen durchgeführt, die sich durch besondere Erfahrung in diesem speziellen Krankheitsgebiet auszeichnen. Er strebt für die Klinik verstärkt eine interdisziplinäre Department-Struktur an – also kleine spezialisierte Teams: „In diesem System verstehe ich mich eher als Teamleiter.“ Zudem setzt Professor Kalff auf Offenheit und Transparenz.

Auch will er die Interaktion mit anderen Krankenhäusern, Niedergelassenen und Reha-Einrichtungen intensivieren und vereinfachen. So ist er unter anderem im Vorstand des Integrativen Darmzentrums Bonn (IDZB), das er mit ins Leben gerufen hat: „Dieser Zusammenschluss aller Darmspezialisten in der Region ist deutschlandweit ein Alleinstellungsmerkmal.“ Auch schätzt er das Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) Köln-Bonn, in dem alle an der Betreuung von Krebspatienten beteiligten Disziplinen an einen Tisch sitzen. Denn aus Erfahrung weiß er, dass gerade bei sehr komplexen Bauchkrebs-Erkrankungen eine erfolgreiche Behandlung nur Hand in Hand zu erreichen ist: „Heutzutage ist sehr viel in der Medizin möglich. Daher braucht man alle Fachleute, um die bestmögliche Therapie für jeden Einzelnen im Vorfeld festzulegen.“

OP-Komplikationen auf der Spur

Das wissenschaftliche Interesse des neuen Klinikdirektors gilt vor allem der Aufklärung von gefürchteten OP-Komplikationen. So leitet er unter anderem seit 2003 eine klinische Forschergruppe zu Auswirkungen des chirurgischen Traumas auf den Magen-Darm-Trakt, die durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Zusammen mit seinen Kollegen klärte er die Ursache des so genannten postoperativen Ileus – eine komplette Lähmung des Darmes durch das Immunsystem [ s. auch Pressemitteilung Nr. 306/2010 ].

Ausgleich findet der Vater von vier Kindern im Alter zwischen 9 bis 15 Jahren im Familienleben. „In meiner freien Zeit steht meine Familie an erster Stelle.“

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Kontakt für die Medien:
Professor Dr. Jörg C. Kalff
Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287-15479
E-Mail: kalff@uni-bonn.de