Internationaler Forschungspreis für Leipziger Nuklearmediziner

Der Kuhl-Lassen-Preis der amerikanischen Fachgesellschaft für Nuklearmedizin ist in diesem Jahr Prof. Dr. Osama Sabri, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Leipzig, zuerkannt worden. Es handelt sich um den weltweit wichtigsten Forschungspreis in der Neuro-Nuklearmedizin, der Sabri als erstem deutschen Nuklearmediziner auf dem größten Fachkongress in St. Louis (USA) überreicht wurde. Er erhielt die Auszeichnung für seine Pionierleistungen in der nuklearmedizinischen Demenz-Bildgebung und in der klinischen Erforschung der kombinierten PET/MRT-Bildgebung des Hirns.

„Den Kuhl-Lassen-Preis sehe ich als eine besondere Auszeichnung und internationale Anerkennung für unser gesamtes Team. Die Preisvergabe zeigt, dass wir mit unserem wissenschaftlichen Konzept den richtigen Weg eingeschlagen haben“, sagte Sabri. Er und sein Team mit Nuklearmedizinern, Radiochemikern und Physikern konnten in den letzten Jahren wichtige wissenschaftliche Fortschritte in der PET-Bildgebung von sogenannten beta-Amyloid-Plaques und Nikotin-Rezeptoren bei der Alzheimer-Krankheit verzeichnen. Dazu wurden eine Reihe neuartiger PET-Radiopharmaka erstmals am Menschen erfolgreich getestet. Zudem gelang es in Leipzig mit einem der weltweit ersten kombinierten PET/MRT-Geräte, im Hirnbereich die Bildgebung der Demenz, von Hirntumoren und des akuten Schlaganfalls zu verbessern.

Auszeichnung als „Highly Cited Researcher 2014″

Prof. Dr. Korbinian Strimmer ist in die Listung von vielzitierten Wissenschaftlern von Thomson-Reuters aufgenommen worden. Auf dem Gebiet der Informatik wird er nun als einer der weltweit führenden wissenschaftlichen Köpfe der letzten Dekade geführt. Strimmer wurde 2007 an die Universität Leipzig als Professor für Medizinische Statistik und Bioinformatik an die Universität Leipzig berufen und ist seit 2013 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Medizinischen Fakultät tätig. Ein Großteil der nun im Bereich „Computer Science“ ausgezeichneten Arbeiten zur statistischen Analyse komplexer hochdimensionaler biologischer Daten entstand in Leipzig. An der Universität Leipzig ist er der Einzige, dem die Auszeichnung als „Highly Cited Researcher 2014″ zuteil wurde, deutschlandweit sind insgesamt sieben Informatiker gelistet.

Thomson-Reuters, der Anbieter der wissenschaftlichen Zitationsdatenbank „Web of Science“, veröffentlichte erstmals im Jahr 2001 eine viel beachtete Liste mit 7.000 weltweit meist zitierten Wissenschaftlern. Die 2014 aktualisierte Liste basiert auf Publikationen im Zeitraum 2002 bis 2012 und wird aufgrund strengerer Auswahlkriterien geführt. Sie enthält rund 3.000 Wissenschaftler in 21 verschiedenen Forschungsgebieten. Für jeden Forschungsbereich identifizierte Thomson-Reuters die jeweils ein Prozent der meist zitierten Wissenschaftler der vergangenen Dekade.

Professur für Kognitive Neurowissenschaften

Bereits seit 2008 ist Prof. Dr. Burkhard Pleger in Leipzig an der Tagesklinik für Kognitive Neurologie tätig, einer Gemeinschaftseinrichtung von Uniklinikum und Max-Planck-Gesellschaft. In der Tagesklinik setzt er seine wissenschaftlichen Forschungsarbeiten um und arbeitet zudem direkt mit Patienten. Jetzt hat der 44-Jährige gebürtige Münsteraner das Ordinariat für Kognitive Neurowissenschaften an der Medizinischen Fakultät übernommen. Pleger beschäftigt sich mit der höheren Hirnleistung, also Abläufen, die weit über das Bewegen der Gliedmaßen hinausgehen.

Aus dem Interessensgebiet Sensorik kommend, liegt sein aktueller Schwerpunkt auf Fragen, was Wahrnehmung ausmacht und was das Gehirn bei der Reizverarbeitung leisten muss. „Die bewusste Wahrnehmung eines sensorischen Reizes ist die Grundlage für die weiterführende Verarbeitung und macht die explizite Bewertung, Entscheidung und die Speicherung im Gedächtnis generell erst möglich“, erläutert Pleger. „Deshalb untersuchen wir in meiner Arbeitsgruppe beispielsweise, wie sich unbewusst oder bewusst Wahrgenommenes auf unser Verhalten und Entscheidungen auswirkt. In Experimenten wurde dabei deutlich, dass unser Gehirn bei Unsicherheit in der Entscheidung auf einen sensorischen Reiz unterstützend auf vorangegangene, teilweise weit zurückreichende Erfahrungswerte zurückgreifen kann. Das bemerkenswerte dabei ist, dass diese äußerst entscheidungsrelevanten Prozesse ohne aktives Zutun von Seiten der Versuchsperson, also völlig unbewusst, ablaufen.“

Ein weiterer wissenschaftlicher Schwerpunkt Plegers liegt auf der Erforschung von Belohnungsmechanismen. Hier hat er sich zunächst mit der Frage nach dem Einfluss der Belohnung in der Verarbeitung sensorischer Reize beschäftigt. Basierend auf diesen Erfahrungen untersucht er zudem in der gut etablierten Kooperation mit dem Max-Planck Institut plastische Veränderungen im Gehirn bei Körpergewichtszuwachs oder-verlust und bringt seine Erkenntnisse in die Adipositasforschung am Integrierten Forschungszentrum IFB und im Sonderforschungsbereich „Mechanismen der Adipositas“ ein.

(Fotos auf Anfrage erhältlich: )

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Prof. Dr. Osama Sabri
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Prof. Dr. Korbinian Strimmer
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Prof. Dr. Burkhard Pleger
Klinik für Kognitive Neurologie am Universitätsklinikum Leipzig
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