Seit August leitet Prof. Andreas Roth, Orthopäde und Hüft- und Knie-Experte, den Bereich Endoprothetik/Orthopädie am Universitätsklinikum Leipzig. Der 53-Jährige wechselt nach seiner Berufung auf die Professur für Orthopädie/Endoprothetik vom Waldkrankenhaus Rudolf Elle in Eisenberg ans UKL und verstärkt hier das Team der neu etablierten Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie.

Mit jahrzehntelanger Fachkompetenz bei Implantationen an Hüften und Knien ergänzt der gebürtige Jenenser Roth, der nach fast 30 Jahren in Eisenberg jetzt nach Leipzig wechselt, das UKL-Spektrum in der Orthopädie. Sein Spezialgebiet sind dabei insbesondere minimalinvasive und schonende Zugänge bei den Operationen zum Gelenkersatz. „Unsere Patienten werden älter, sind dabei aber insgesamt fitter und möchten trotz Gelenkimplantaten auch weiterhin sehr aktiv am Leben teilnehmen“, beschreibt Prof. Andreas Roth die aktuellen Herausforderungen in seinem Fach. Das bedeutet, dass künstliche Gelenke möglichst viel Bewegungsfreiheit und Schmerzfreiheit ermöglichen sollten. „Die Implantate werden kontinuierlich verbessert, so dass wir heute über sehr gute Materialien und Methoden verfügen, die viele Jahre Funktionsfähigkeit sichern“, so der Orthopäde. Gerade bei jungen Patienten, deren Zahl ebenfalls steigend ist, sei eine lange Lebensdauer der neuen Gelenke wichtig. „Hier sprechen wir heute von bis zu 20 Jahren – ein Zeitraum, von dem wir vor 25 Jahren nur träumen konnten“, blickt Roth zurück.
Der Verbesserung der Implantate gilt auch sein wissenschaftliches Interesse. Andreas Roth erforschte am Lehrstuhl für Orthopädie der Universität Jena den Einfluss unterschiedlicher Materialien und Beschichtungen auf das Einwachsverhalten von Endoprothesen.

Diese Arbeit möchte er am UKL fortsetzen und ausbauen, ebenso wie seinen zweiten Schwerpunkt, die Osteologie. „Um Knochenbrüche und Abnutzungserscheinungen erfolgreich behandeln zu können, müssen wir deren Strukturen und die Mechanismen von Knochenstoffwechselstörungen besser verstehen“, ist Roth überzeugt. So seien bestimmte Hormone wesentlich für Heilungsprozesse, umgekehrt würden Heilungsprozesse durch entsprechende Störungen im Haushalt dieser Hormone behindert. Auch Osteoporose sei in diesem Zusammenhang ein großes Thema mit wachsender Bedeutung. Roth: „Wir können zwar heute Gelenke und Knochen ersetzen, aber wir müssen auch die Hintergründe verstehen, um beispielsweise schon im Kindesalter gefährliche Entwicklungen positiv beeinflussen zu können.“

Andreas Roth freut sich auf seine neuen Aufgaben in Leipzig, für die er „sehr gute Bedingungen mit einem großen Kreis erfahrener Kollegen“ vorgefunden hat. Ebenfalls fortsetzen möchte er sein Engagement im Austausch mit osteuropäischen Kollegen – dazu wird Roth, der u.a. Ehrenmitglied der tschechischen Orthopädisch-Traumatologischen Gesellschaft ist, demnächst einen Vortrag in Moskau halten.